Ausgaben der einzelnen Geldgeber und Einrichtungen im Gesundheitssystem

Träger der Gesundheitsausgaben in Deutschland

Ausgaben aller Ausgabenträger:

Insgesamt fließt das meiste Geld im deutschen Gesundheitssystem an ambulante Einrichtungen (wie z.B. Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken; 48%) und stationäre bzw. teilstationäre Einrichtungen (wie z.B. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen; 37%). Ca. 6% aller Mittel werden im Durchschnitt für Verwaltungsausgaben verwendet, und nur ein geringer Anteil für Neuinvestitionen.

Ausgaben der Arbeitgeber:

Der größte Teil der Arbeitgeberausgaben im Gesundheitssystem geht an ambulante Einrichtungen (59%). Hier schlagen vor allem Arztpraxen (25%), Zahnarztpraxen (12%) und Apotheken (13%) zu Buche. Die Zahlungen an stationäre Einrichtungen sind im Gesamtumfang etwas geringer (34%), und lassen sich zu mehr als zwei Dritteln auf Krankenhauskosten zurückführen (22%).

Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV):

Auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen geht das Gros der Ausgaben an ambulante Einrichtungen (52%), vor allem an Apotheken (17%), Arzt- (18%) und Zahnarztpraxen (7%). Zahlungen an stationäre Einrichtungen (fast ausschließlich Krankenhäuser) verursachen hingegen nur ca. 39% der Gesamtkosten. Die Verwaltungskosten sind relativ gering (6%).

Ausgaben der Öffentlichen Haushalte:

Ein ungewöhnlich hoher Anteil der öffentlichen Beteiligung am Gesundheitswesen kommt direkt Investitionen (42%) und dem Gesundheitsschutz (15%) zugute. Das restliche Geld fließt vor allem an stationäre (31%; vor allem Pflege- und Rehaeinrichtungen), und in geringerem Umfang auch an ambulante Einrichtungen (10%).

Ausgaben der Privaten Haushalte:

Private Ausgabenträger leiten ihre Ausgaben vorwiegend an ambulante Einrichtungen (68%), und hier vor allem an Apotheken (20%) und in den Gesundheits-Einzelhandel (17%). Stationären Einrichtungen (fast ausschließlich Krankenhäusern) kommt in ihrer Kostenstruktur eine etwas geringere Bedeutung zu (23%). Daneben beteiligen sich öffentliche Ausgabenträger jedoch auch überproportional an direkten Investitionen ins Gesundheitswesen (9%).

Ausgaben der Privaten Krankenversicherung (PKV):

Die Ausgabenstruktur der privaten Krankenversicherungen unterscheidet sich von jener der Gesetzlichen Krankenversicherungen vor allem durch die deutlich höheren Verwaltungsausgaben (16%). Im Gegenzug fallen im Gesamtdurchschnitt die Zahlungen an Krankenhäuser (29%), und damit auch die Gesamtausgaben im stationären Bereich (30%) deutlich weniger stark ins Gewicht.

Ausgaben der Rentenversicherung (RV):

Der überwiegende Teil der Ausgaben der Rentenversicherungen fließt an stationäre bzw. teilstationäre Einrichtungen (79%; fast ausschließlich Vorsorge- und Rehaeinrichtungen). Die Zahlungen an ambulante Einrichtungen sind wesentlich geringer (6%), die Verwaltungsausgaben liegen im mittleren Bereich (10%).

Ausgaben der Pflegeversicherung (PV):

Wie zu erwarten fließt ein Großteil der Ausgaben der Pflegeversicherungen an stationäre bzw. teilstationäre Pflegeeinrichtungen (51%), ein weiterer bedeutender Anteil in die ambulante Pflege (15%). Die relativ hohen Ausgaben (27%) an (rechtlich gesehen) private Haushalte (CARITAS, Arbeiterwohlfahrt, Privatpersonen etc.) hängen damit eng zusammen.

Ausgaben der Unfallversicherungen (UV):

Die Einnahmen der Unfallversicherungen werden zu etwa gleichen Teilen an stationäre (26%; hauptsächlich Krankenhäuser) und ambulante Einrichtungen (30%; hauptsächlich Arztpraxen) verteilt. Der überwiegende Teil des Geldes wird jedoch für Verwaltungsaufgaben verwendet (37%).

Quellen:

  • Statistisches Bundesamt (2008). Gesundheit – Ausgaben 1996 bis 2006.

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