Vergleich der Pro-Kopf-Ausgaben von Männern und Frauen

Daten zu den Gesundheitsausgaben für Männer und Frauen

Betrachtet man das Diagramm, so stechen vor allem zwei Dinge ins Auge:

  1. ältere Versicherte verursachen durchschnittlich höhere Kosten als jüngere und
  2. Frauen verursachen durchschnittlich höhere Kosten als Männer.

Ersteres lässt sich durch eine höhere Krankheitsanfälligkeit im Alter leicht erklären. Warum aber kosten Frauen offensichtlich im Durchschnitt mehr als Männer? Sind sie wirklich öfter krank?

Kostenunterschied bei körperlichen Erkrankungen

Bei körperlichen Erkrankungen ist zu bedenken, dass die Mehrzahl der Kosten der medizinischen Versorgung während der Schwangerschaft von den Krankenkassen übernommen wird. Dieser Mehrbetrag trägt nicht unerheblich dazu bei, dass gerade Frauen zwischen 15 und 40 Jahren wesentlich höhere Kosten verursachen als Männer der gleichen Altersgruppe. Warum aber zeigt sich das gleiche Muster auch bei den über 85-Jährigen? Die Erklärung ist hier etwas komplexer: Frauen leben durchschnittlich etwa 5 Jahre länger als Männer; dementsprechend sind die über 85-Jährigen Frauen, die in die Berechnung der Tabelle einfließen im Durchschnitt auch deutlich älter als Männer der gleichen Alterskategorie. Der Unterschied in den Krankheitskosten lässt sich also letztlich wieder auf einen versteckten Altersunterschied zurückführen.

Kostenunterschied bei psychischen Erkrankungen

Bei psychischen Erkrankungen findet sich hingegen tatsächlich ein deutlicher, weitgehend altersunabhängiger Geschlechtsunterschied. Hier liegt die Häufigkeit diagnostizierter Störungen (Prävalenzrate) und damit indirekt auch die Höhe entsprechender Krankenkassenleistungen im Durchschnitt bei Frauen jenseits der Pubertät tatsächlich etwas höher (ca. 6%) als bei Männern (4%). Ob dies jedoch wirklich auf eine höhere psychische Anfälligkeit zurückzuführen ist, lässt sich abschließend nur schwer ermitteln. Eventuell sind Frauen einfach eher bereit, entsprechende Therapieangebote wahrzunehmen.

Quellen:

  • Statistisches Bundesamt (2008). Gesundheit – Krankheitskosten.

    Unterseiten
Überspringen
Überspringen
Überspringen