Was sind Selbsthilfegruppen?

“Hilfe zur Selbsthilfe” ist das zentrale Merkmale, dass im Zusammenhang mit der Selbsthilfearbeit steht. Der Gesetzgeber und die Krankenkassen haben eine einheitliche Definition für die Selbsthilfe formuliert. Diese Definition der klassischen Selbsthilfearbeit wird in § 20 Abs. 4 SGB V als "Gemeinsamer und einheitlicher Grundsatz der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Förderung der Selbsthilfe“ verankert.

Auszug:
“Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen auf örtlicher oder regionaler Ebene, deren Aktivitäten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten und/oder psychischen Problemen richten, von denen sie entweder selber oder als Angehörige betroffen sind.

Die Selbsthilfegruppen wollen mit ihrer Arbeit keinen ökonomischen Gewinn erwirtschaften. Das Ziel der Selbsthilfegruppenarbeit ist eine Veränderung der persönlichen Lebensumstände und häufig auch ein Hineinwirken in das soziale und politische Umfeld. In der regelmäßigen, oft wöchentlichen Gruppenarbeit wird die Gleichstellung, das gemeinsame Gespräch und die gegenseitige Hilfe in den Vordergrund gestellt. Dieses sind die entscheidenden Unterschiede zu anderen Formen des Bürgerengagements.

Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Helfern (wie Ärzten, Therapeuten und anderen Medizin- oder Sozialberufen) geleitet. Manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten ­Fragestellungen hinzu."

Mehr als zwei Drittel der Selbsthilfezusammenschlüsse in Deutschland werden dem Gesundheitsbereich zugerechnet. Zu diesem Bereich gehören das gesamte Spektrum körperlicher Erkrankungen und Behinderungen:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Asthmatische, allergische und andere Atemwegserkrankungen
  • Tumor-Erkrankungen
  • Psychische Erkrankungen und Probleme
  • Sucht und Abhängigkeit
  • Geistige und körperliche Behinderungen
  • Chronische Erkrankungen



Die restlichen Selbsthilfegruppen setzen sich für Probleme aus den Bereichen Familie, Partnerschaft, Erziehung, Alter, besondere Lebenslagen, sowie Themen der gesellschaftliche Integration ein. Natürlich gibt es aber auch noch viele weitere Bereiche, in denen sich Selbsthilfegruppen engagieren.

In diesem Zusammenhang kann die Hilfe zur Selbsthilfe nicht nur für die Betroffenen ein Anker sein, sondern auch insbesondere für Eltern, deren Kinder betroffen sind, als auch Angehörige von Betroffenen.

In Selbsthilfegruppen gibt es sechs wesentliche Tätigkeitsfelder, die je nach Entwicklungsstand und Ziel der Gruppe unterschiedlich ausgeprägt bzw. gewichtet sein können:

  • Erfahrungsaustausch/Kooperationen rund um das Thema
  • Gegenseitige Hilfe innerhalb der Gruppe
  • Informationen und Hilfe für außenstehende Gleichbetroffene
  • Gruppengemeinschaft und Geselligkeit
  • Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung
  • Wissenserwerb und gemeinsames Lernen



Der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Hilfe untereinander sind jedoch die Hauptgründe für die Gründung einer Selbsthilfegruppe und stellen damit die zentrale Tätigkeit einer jeden Gruppe dar.



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