Fibromyalgiesyndrom
Das Fibromyalgiesyndrom gehört nicht zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wie es noch immer fälschlicherweise in vielen Veröffentlichungen behauptet wird. Leider auch auf den Seiten von imedo.
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine Störung des körpereigenen Schmerzverarbeitungssystems. Es betrifft hauptsächlich die Bereiche der Schmerzhemmung, Schmerzentstehung, Schmerzspeicherung. Hieran sind vornehmlich nicht mehr normal ablaufende Prozesse im Bereich der Nerven, des Rückenmarks und des Gehirns beteiligt. Es handelt sich um sehr komplexe Prozesse, die zu einer dauerhaften Ganzkörperschmerzsymptomatik führen und zudem je nach Chronifizierungsgrad eine ganze Reihe von weiteren Begleitsymptomen hervorrufen.
Diese Erkrankung fälschlich dem rheumatischen Formenkreis zuzurechnen bringt die Gefahr für die Patienten mit sich, dass sie therapeutischen Maßnahmen im Bereich der Medikation ausgesetzt werden, die ersten nicht helfen, zweitens aber unnötige erhebliche Risiken für die betroffenen Patienten mit sich bringen können.
Zudem berücksichtigen viele Therapeuten und Ärzte nicht den überaus wichtigen Grad der Chronifizierung, der individuell bei den Patienten vorliegt. Aber gerade die Berücksichtigung des Chronifizierungsgrades ist die erste ganz wichtige Basis für die Wahl einer multimodalen Therapie. Denn nur unter diesen Voraussetzungen ist es erst möglich, durch adäquate Therapien eine weitere Chronifizierung zu verhindern und womöglich sogar den Chronifizierungsgrad wieder zu vermindern, damit die Patienten tatsächlich eine nachhaltige Verbesserung spüren und die Lebensqualität ansteigt.
Das Fazit ist, dass man Fibromyalgiepatienten niemals quasi über einen "Kamm scheren" kann, sondern immer nur eine ganz individuelle Betrachtungsweise zu jedem einzelnen Patienten vornehmen muss.
Wer sich über dieses komplexe Krankheitsbild sowie über adäquate Therapieansätze adäquat und seriös informieren will, kann dies bei der Fibromyalgie-Liga Deutschland e.V. mit Sitz in Mönchengladbach tun.
