Unter einer Skoliose versteht man eine Wirbelsäulenfehlstellung, die durch eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbel gekennzeichnet ist. Die Ursachen einer Skoliose sind vielfältig, allerdings bleibt in 90% aller Fälle die Ursache unklar - dies ist die idiopathische Skoliose, sie tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen verstärkt auf. Mädchen sind 4-5x häufiger betroffen als Jungen. Zu Anfang wird die Krankheit oft nicht bemerkt, allerdings nutzen sich die Wirbel mit der Zeit durch die Fehlstellung ab und Beschwerden treten auf. Allerdings bestehen bei frühzeitiger Therapie gute Heilungschancen. Insgesamt sind in Deutschland ca. 400,000 Menschen von der Skoliose betroffen.
Formen der Skoliose
Man unterscheidet bei der Klassifizierung einmal den Ort der Skoliose: Also Lendenwirbelsäule, Brustwirbelsäule, den Übergangsbereich oder Lenden- und Brustwirbelsäule. Außerdem unterscheidet man die Richtung der Verbiegung: Nach links (linkskonvexe Skoliose) oder nach rechts (rechtskonvexe Skoliose).
Ursachen
In 90% der Fälle kann eine Ursache nicht ermittelt werden. In den anderen Fällen können der Skoliose sowohl Knochen-, als auch Muskel- oder neurologische Erkrankungen zugrunde liegen.
Die idiopathische (also nicht erklärbare) Skoliose tritt vor allem in starken Wachstumsphasen auf. Darum wird sie auch als eine Wachstumsdeformität betrachtet. Hierbei wachsen die Wirbelkörper in eine Richtung langsamer als in die andere, weswegen es zu einer Drehung einzelner Wirbel kommt, was wiederum die Verbiegung der ganzen Wirbelsäule hervorruft. Man unterscheidet hier in der Klassifizierung nach dem Alter der Kinder bei Auftreten der Deformität.
Es gibt 3 Hauptgruppen der Skoliosen, die sich auf Erkrankungen zurückführen lassen können:
- Die osteopathische Skoliose zeichnet sich durch angeborene Skelettfehlbildungen aus
- Die myopathische Skoliose beruht auf primären Muskelerkrankungen, wie z.B. der Muskeldystrophie
- Die neuropathische Skoliose tritt in Folge von Lähmungen oder Systemerkrankungen wie Neurofibromatose auf
Symptome
Im Säuglingsalter spricht man von dem sogennanten Schräglagesyndrom, da die Wirbelsäule C-förmig verkrümmt ist, weswegen der Säugling auch den Hals schief hält.
Tritt die Skoliose später auf kommen die Patienten meist erst zum Arzt, wenn die Eltern die Fehlstellung entdecken, da Schmerzen zu Beginn nur selten auftreten. Erst im 3. Lebensjahrzehnt kommt es bei einer Skoliose zu starken Beschwerden. Dies liegt daran, dass die dauerhafte Verkrümmung der Wirbelsäule zu einer verstärkten Abnutzung der Wirbelkörper führt. Somit nehmen die Beschwerden (bzw. Schmerzen) mit der Zeit zu. Durch die anhaltende Verkürzung des Rumpfes treten bei der unbehandelten Skoliose auch Komplikationen, wie eine verminderte Leistung von Herz und Lunge, auf.
Diagnose
Hauptsächlich kann die Verkrümmung der Wirbelsäule bei der körperlichen Untersuchung ertastet werden, sollte eine Skoliose vorliegen. Bei Skoliosen im oberen Brustbereich sind auch die Schultern nicht auf einer Höhe. Ist die Skoliose im Lendenwirbelbereich sieht man einseitig eine Lendenwulst.
Besteht der Verdacht auf eine Skoliose wird mittels einer Röntgenuntersuchung das genau Ausmaß und die Form der Skoliose beurteilt. Im Kindesalter werden auch die Handknochen mittels Röntgen aufgenommen um das Skelettalter zu bestimmen. Dies hilft die Prognose anhand des verbleibenden Wachstums beurteilen zu können. Um die Ursache abzuklären werden oft weitere Untersuchungen durchgeführt.
Therapie
Es gibt verschiedene Therapieansätze, die sich vor allem nach dem Alter des Patienten, dem Ausmaß der Skoliose und der Ursache richten.
Die Säuglingsskoliose lässt sich oftmals durch konsequente Bauchlage und Krankengymnastik ausheilen. Bei älteren Patienten (also Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen) ist das Behandlungskonzept meist dreistufig.
Eine leichte Skoliose wird vor allem mittels Krankengymnastik therapiert. Dadurch wird der Muskelaufbau gefördert und die Haltung verbessert. Auch eine elektronische Stimulation bestimmter Muskelgruppen kann helfen. Die Fehlstellung soll so weitgehend korrigiert werden.
Bei einer fortgeschrittenen Skoliose wird zusätzlich zur Krankengymastik das Tragen eines Korsetts notwendig. Dies ist für Kinder sehr belastend, da es ständig getragen werden muss. Aber nur so kann ein Behandlungserfolg eintreten - später wird der Körper dann vom Korsett entwöhnt. Das Korsett sorgt für ein gerades Wachstum der Wirbelsäule und korrigiert Fehlstellungen durch Druckausübung. Dies funktioniert aber nur mit konsequenter Krankengymnastik!
Schwere Skoliosen lassen sich generell nur operativ behandeln. Vor der OP wird die Wirbelsäule und die umliegende Muskulatur durch einen am Schädel angebrachten Metallring gelockert - dies nennt sich Halo-Schwerkraft-Traktion. Dadurch ist es leichter die Fehlstellung operativ zu korrigieren und die Wirbelsäule in ihrer neuen Form zu stabilisieren. Bei anschließender Reha mit Krankengymnastik sind die Erfolgsaussichten gut.
Fakt ist, je später die Skoliose festgestellt wird, desto schwerer lässt sich sich behandeln! Bei Anzeichen einer Verkrümmung sollte ein Orthopäde aufgesucht werden.
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geschrieben von
xSkyx
vor
etwa 1 Jahr (09.06.2010 20:09)
Bei der Korsetttherapie wird ein Korsett an den Körper und an die Skoliose angepasst. Das Korsett muss um den Oberkörper geschnallt werden, es hat Druckstellen die die Bögen in der Wirbelsäule korregiren sollen. Es muss ab ca. 20° Krümmung getragen werden, in den meißten Fällen 23 Stunden am Tag. Das Korsett wird durch einen Gipsabdruck der betroffenen Person angefärtigt.