Kommentare für Erfahrungsbericht Total gerädert

Was ist zuerst passiert?
Auf dem Weg in ein normales Leben
Wann ist es passiert?
jeden Tag
Was ist sonst passiert?
reicht das nicht?
Wie endete es?
Geschafft, müde aber glücklich

Ich habe 10 Stunden geschlafen und komm nicht aus dem Bett, ich fühl mich wie gerädert. Ich kenne das langsam von meinem Körper, das macht er nur wenn er weiß, dass wir rausgehen müssen. Ein Kampf den ich nicht täglich gewinne, aber heute!

Ich bin schon lange arbeitsunfähig, aber damit ich nicht depressiv in der Wohnung sitze und mich von meinen nicht vorhandenen Katzen anknabbern lasse, habe ich mir eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer caritativen Einrichtung gesucht. Da arbeite ich 2-3x die Woche, manchmal gar nicht, je nachdem wie es mir geht, heute auch.

Für mich bedeutet das, dass jemand zu mir kommt und mich abholt Den ganzen Weg über ist mir schwindelig, ich zitter, schwitze, will nach Hause. Ich weiß inzwischen, dass diese Ängste nicht real sind, dass ich dagegen ankämpfen muss, aber was nutzt mir das Wissen und alle die klugen Sprüche wenn ich das Gefühl habe zu sterben???

Wenn ich in der Einrichtung ankomme geht es mir nach etwa einer halben Stunde besser und ich kann mich in den Ablauf einbringen. Aber, auch das muss ich sagen, es gibt auch Tage da wird es nicht besser. Da lieg ich dann halt auf einem Sofa und versuche in meiner Panik nicht ruhig, sondern überhaupt zu Atmen, denn die Panik lähmt mich. Ich habe das Gefühl mich nicht bewegen zu können bzw. zu dürfen aus Angst, dass die Symptome noch schlimmer werden.

Wenn ich wieder zu Hause bin, über den selben Weg wie hin, mit Begleitung und Symptomen, ich nehm sie alle wieder mit heim, werde ich totmüde ins Bett fallen, weil die "Strapaze" des Rausgehens mich so viel Energie kostet.

Es ist super anstrengend und ich frage mich mehr als einmal am Tag, warum ich das überhaupt alles noch mache. Viel zu oft denke ich darüber nach, dass es für mich und mein Umfeld leichter wäre, wenn ich nicht mehr da wäre. Aber irgendwo in mir drin ist noch ein kleines Stück von dem was ich mal war und das wird weiter kämpfen, jeden verdammten Tag und irgendwann wird es wieder besser gehen.

Gebt euch nicht auf!

Stichworte (Tags): Todesangst Arbeit Überwindung nicht aufgeben

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

Dieser Erfahrungsbericht wurde 345 mal angezeigt.

  • hallo marie-juana,

    diesen kampf kenne ich auch. er dauerte meiner meinung nach endlos. am liebsten hätte ich mir die decke über den kopf gezogen, um niemanden mehr hören und sehen zu müssen. an vielen tagen habeich mir gewünscht, einzuschlafen und nie wieder auf zu wachen.

    doch ich hatte glück,ich hatte kinder, derentwegen ich durch halten musste.

    heute bin ich froh, das sie mich brauchten, das sie mich forderten. denn zumindest kann ich heute sagen das eigentlich gern lebe. doch immer noch gibt es auch die dunklen tage, an denen es anders ist.

    doch was ich eigentlich sagen wollte.......gib nicht auf........es lohnt sich zu kämpfen, und irgendwann sehen auch menschen wie wir wieder den sonnenschein. irgendwann werden die ängste weniger, man macht vereinzelte schritte auf einen anderen menschen zu.......

    nach beendigung meiner gewalterfahrung habe ich sieben jahre gebraucht um mich überhaupt einmal zu öffnen und mit zu teilen. mittlerweile gelingt es mir immer häufiger.

    ich wünsche dir das auch du durch hälst.........gib nicht auf, es lohnt sich



    liebe grüße

    gabi

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