Jeder ist selbst schuld
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Eigentlich war ich dafür schon zu alt, aber ich musste ja schon immer alles ausprobieren und ich hatte es ja auch geschafft vom Alkohol loszukommen, also würde das mit den harten Drogen, auch kein Problem darstellen.
Um das Jahr 98, hatte ich einen schweren Unfall und wurde schon im Krankenhaus auf ein wunderbares schmerzmittel gesetzt, das ich mir per Knopfdruck in meinen Körper jagen konnte. Es war ein wunderschönes Gefühl und ich verbrauchte viel mehr davon, als ich sollte.Die Ärzte sagten aber nichts dagegen und ließen mich machen. Ich war sowieso kaum mehr ansprechbar und wenn Eltern und Freundin zu Besuch kamen, schlief ich meistens, oder bekam nur wenig mit. Meine Eltern fuhren für diesen Besuch 200 km.
Als ich aus dem Krankenhaus kam, wurde ich auf Tramal gesetzt, anfangs noch in Tablettenform, Kapseln und später flüssig. Zum Schluss kam es schon mal vor, das eine große Flasche auf einen tag weg war und ich ziemlich tot.
Mein Hausarzt übernahm die Verantwortung nicht mehr und gab mir nur noch was mir zustand.
Ab hier fing ich gleich mit Heroin an. Um einen kick zu erreichen , brauchte ich anfangs schon ein halbes Gramm, wobei ich aber sagen muss, das ich mich niemals gespritzt hatte. Egal wie ich in den nächsten Jahren drauf war, spritzen konnte ich mich nie. Darum auch die großen Mengen, die ich verbrauchte.
Und weil das zeug nicht gerade billig war, fing ich selbst zu dealen an, so hatte ich anfangs meine Dosis umsonst. Doch auch das hielt nicht lange an. Ich dosierte mich immer höher und wenn dann die Geschäfte schlecht liefen, musste ich das zeug nehmen , das zum verkauf gedacht war. Und so konnte ich bald nicht mehr neu einkaufen. Um an Geld für meine sucht zu kommen, fing ich daher an, Straftaten zu begehen, die mir mehr oder weniger einbrachten. Eines Tages hatte ich die glorreiche Idee, Geld zu fälschen und damit Drogen einzukaufen. Ab hier hatte ich auch noch meine Freundin mit hineingezogen.
Und es ging auch prompt schief und wir landeten im Knast. Für mich eine Erfahrung, die ich im nachhinein nicht missen möchte, denn dort lernte ich wieder zu arbeiten :
Als ich entlassen wurde, fing ich wieder mit Tramal an, arbeitete aber dazu. Ich redete mit einem Substitutionsarzt darüber, wie ich es anstellen soll, nicht wieder Heroinabhängig zu werden.
Er stellte mich dann auf Subotex und Schmerzmittel ohne Opiate ein und ab hier ging es aufwärts. Innerhalb von 2 Jahren, schaffte ich es in meinem job wieder als Vorarbeiter tätig zu sein. Durch das Subotex hatte ich die kraft dazu.
Leider musste mein Arzt dann alle Subotex – Leute, auf Suboxone umstellen, mit dem ich überhaupt nicht klar kam. Es schmeckte fürchterlich, wie Hustenbonbons, die ich nicht mag und auch die Wirkung war eine, die ich mit der von Subotex , nicht vergleichen kann. Mir war schlecht, musste mich übergeben, hatte Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit. Mein Arzt sagte, das sei noch die Umstellung, aber ich sah jetzt meinen Job und alles erreichte, in Gefahr.
Doch nur wegen mir, konnte und wollte mein Arzt keine Ausnahme machen und mir weiterhin Subotex geben. Es gab nur die Möglichkeit für Pola. Ich nahm das Angebot an und bekam Pola, das ein noch besseres schmerzmittel für mich ist und ich deshalb sonst nichts mehr dazu nehmen muss. Der Nachteil ist, das es sehr sehr müde macht, sobald man sich irgendwo hinsetzt und sich gehen lässt. Ich kann meine arbeit weiterhin ausführen, muss jedoch dauernd auf den Beinen sein, damit die Müdigkeit nicht die Oberhand gewinnt. Aber ich bin zuversichtlich, das ich es auch weiterhin schaffe.
Natürlich sagen viele, ich muss doch irgendwann weg von dem Zeug, doch das wird nicht möglich sein. Aufgrund meiner schmerzen, die in den Jahren immer schlimmer werden, ist es nötig etwas zu nehmen was wirkt. Ein Heilpraktiker oder Geistheiler hat hier keine Chance. Ich wäre sofort wieder auf Tramal oder ein anderes Opiat angewiesen. Und dann würde vielleicht alles noch mal von vorne beginnen.
Und davor habe ich Angst.
