Kommentare für Erfahrungsbericht Viereinhalb Jahre im Paradies

Was ist zuerst passiert?
Wir haben Deutschland den Rücken gekehrt,Schnauze voll!
Wann ist es passiert?
1996
Was ist sonst passiert?
Viereinhalb wunderschöne Jahre
Wie endete es?
Leider mussten wir aus gesundheitlichen Gründen zurück!




Was zuvor geschah!

Irgendwann im Jahr 1992
Ich wache auf,meine rechte Hand schmerzt,komisch habe mich doch nirgends angehauen oder sonstwas.Der Wecker zeigt 2Uhr,normalerweise bin ich um diese Zeit noch nie aufgewacht.Auf meiner Hand über dem Mittelhandgelenk des Zeigefingers,eine ordentliche Schwellung....
Natürlich fahre ich kurz vor 7 los zu meiner Arbeit,ein ganzer Packen Aufträge,zwei Neugeräte....na denn mal los.Die Schlepperei bringt keine Schmerzverstärkung,aber bloß nicht drankommen,das Dingens ist hoch druckschmerzempfindlich.

Die Wochen vergehen,was jucken mich die Schmerzen,obwohl sie immer intensiver werden.Irgendwann packe ich es doch an,habe eh Urlaub also zum Doc.Der schüttelt bedenklich den Kopf gibt mir netterweise ein Schmerzmittel mit und eine Überweissung zum Orthopäden.Zuhause nehme ich eine Tablette,nach zweineihalb Stunden sind die Schmerzen immer noch mit gleicher Intensität vorhanden.Habe ein seltsames Kribbelgefühl im Gesicht,schaue in den Spiegel und sehe Frankensteins Bruder.Lese den Waschzettel und unter einer Latte von Nebenwirkung steht Gesichtsödem!sehr selten!Ich hab den Salat!!Glücklicherweise klingen die Schwellungen bis zum Abend ab.
Tage später,der Ortopäde schickt mich gleich mal zum obligatorischen Röntgen.Die Bilder bringen kaum Aufschluss,nur der Gelenkspalt ist leicht erweitert.Ich werde zur radiologischen Ganzkörperszintigraphie geschickt,muss einen Liter Radioaktives Gebräu zu mir nehmen,soll 2 Stunden später wieder da sein.Die Untersuchung bringt kein greifbares Ergebnis.Die Schmerzen werden stärker und die Schwellung an der Hand größer.Muss ins Krankenhaus,wegen eines kleinen Unfalls beim aussteigen aus dem Auto,wegen Schnee auf der Einfahrt.Klar doch,ein Indianer kennt keinen Schmerz,ich arbeite noch Drei Wochen.Das Linke Knie wird immer dicker,muss also zum Azt.zwei Tage später ins Kkh.Ein verschobenes Band im linken Knie wird mit einem Endoskopieeingriff zurechtgerückt.Ich bekomme Teilnarkose,möglicherweise durch ein Missgeschick der Amnäsiesistin sehe ich plötzlich meinen Film rückwärtslaufen,ich höre wie nach mir gerufen witd,ist mir eigentlich wurscht,doch nach einigen Minuten bin ich wieder klar.Niemand hat ein Wort über das Geschehene verloren.
Das Knie muss geschont werden,also Urlaub mit dem gelben Schein.Der Boss tobt und hängt das Gesicht runter,nach 7 Wochen gehe ich wieder zur Arbeit.
Bin nicht faul inzwischen,der Orthopäde schickt mich in die Uniklinik Heidelberg,ich muss einen Pack Fragebögen ausfüllen,werde von einem angehenden Assistenzarzt befragt und und........
In meinem Befundbericht,von dem ich,weil zur Gewohnheit geworden,eine Kopie mache steht unter anderem:da Her B. eher zurückhaltend gegenüber medikamentösen Maßnahmen ist,wird derzeit keine Basistheraphie eingeleitet sondern ein abwartendes Verhalten bevorzugt.Wiedervorstellung in 6 Monaten....
Nach 6 Wochen bin ich wieder dort,Schmerzen jetzt auch in beiden Knien und ich muss doch viel auf den Knien arbeiten.Der Chefazt:was wollen sie eigentlich,wollen sie ihre Rente?........erneute Krankschreibung..... .
Vier Wochen danach wieder zur Arbeit da die Schmerzen etwas zurückgegangen sind,der Alte ist stinkig!Egal,suche nach neuer Arbeit!Bekomme einen Arbeitsplatz direkt um die Ecke angeboten und kündige.

Der neue Arbeitgeber weiß Bescheid über meine Wehwehchen,will mich aber unbedingt wegen meiner langjährigen Erfahrung im Kundendienst.Einige Monate geht es gut,dennoch bin ich inzwischen beim Neurologen vorstellig,die Nerven im Schulter Handbereich werden durchgemessen,grausam.Bin einiges an Stromschlägen gewohnt aber das ist fast noch gemeiner.Diagnose: Somatoforme Störung mit latentem Tetaniesyndrom.

Also,deine bestehenden familiären und beruflichen emotionellen Belastungen....bla bla.Eine Verhaltenstherapheutische Behandlung wird mir empfohlen,bekomme einige Medikamente verordnet,die keine negativen Wirkungen hervorbringen,jedoch auch keine positiven!
In beiden Händen rumort es,ich kann meine Finger nicht mehr gerade machen,wie mag das weitergehen?Krankmeldung,nach sechs Wochen immer noch keine Besserung.Immer noch kein Termin bei der Verhaltenstheraphie.Geld kommt von der Krankenkasse.Mein Chef ist froh,dass ich momentan nicht arbeiten kann,denn in der Auftragslage herrscht Ebbe.Inzwischen schreiben wir Juli 1994,der gebuchte Urlaub wird angetreten.Drei Woche La Palma.Ein Traum,die zuvor angsehenen Bilder bei Freunden sind nur ein Abklatsch der Wirklichkeit.Nach vier Tagen lassen meine Schmerzen nach.Nach zwei Wochen sind die Finger gerade die Schmerzen sonstwo!Meiner Frau geht es blendend,nicht ein Anfall seit wir hier sind.Eine Idee wird zum Vorsatz:Irgenwann sind wir hier für immer!!!
Zwei wochen kann ich schon wieder Arbeiten,als die Schmerzen zurückkehren.Ich kann keine E Geräte mehr tragen,macht nix sagt mein Boss geduldig und schleppt die Waschmaschinen und andere Geräte mit einem Lehrling im dritten Jahr hoch bezw.runter.
Meine Frau hat wieder ihre Anfälle,die Zeit vergeht.Ich werde zur vertrauensärztlichen Untersuchung bestellt,weil ich schon wieder einige Monate im Krankenstand bin.Die Vertrauensärztin...so breit wie lang,Stoppelhaarschnitt,schaut mich von oben herab an und plärrt:warum halten sie ihre Finger so krumm?........Den Rest erspare ich dem Leser!!!
Die Krankenkasse will,dass ich mich langsam an wieder an die Arbeit gewöhne,mit drei Stunden täglich fange ich an,kann kaum den Accuschrauber halten,die Arbeit ist eine wahre Qual geworden.Inzwischen sind die Pläne für den Umzug nach Canarias gereift,das Haus steht zum Verkauf an.Ein Trooper und ein Wohnwagen wird gekauft als das Haus in neuen Händen ist.Ich bekomme meine Entlassung,da wieder sehr wenig Arbeit ist.Am 22 September ist der Tag der Abfahrt,und tschüss Deutschland.Durch Frankreich,an der spanischen Mittelmeerküste bis nach Cádiz,dort 5 Wochen Camping bis auf der Fähre Platz für das Gespann ist.19 Oktober 1996 13:50 Abfahrt..Peninsula ade......!
Zwei Tage später raus aus der Fähre,wir sind auf Teneriffa.Punkt 24 Uhr auf das kleinere Ferry nach La Palma.Muss rückwärts reinfahren,wie lange doch die Fähre ist.22 Oktober1996,8:00 wir sind da,eben geht die Sonne auf,runter von der Fähre,habe etwas Schiss,der Wohnwagen ist vollgestopft mit allem Möglichen,überladen auch..wenn ich jetzt auspacken muss.....nichts von dem,wir werden durchgewinkt,eine Stunde später sind wir im Norden der Insel.


Meine Insel,Heimat meines Herzens!Heute,mehr als je zuvor vergöttere ich dich.Deine Gipfel umschlossen vom blau des Himmels und vom weiss der Wolken,deine Täler,voll von Leben,deine Menschen voll herzlicher Offenheit,deine Schluchten,tief und still,umgeben vom tosenden Meer,das den schwarzen Sand deiner Strände beleckt.Meine Insel,wäre ich ein Vulkan,ein Vulkan der Liebe,so könnte ich Dich für immer in meine Arme schließen!

Erinnerungen.

Die ersten Wochen auf der Insel.Behördengänge,Nachweis von der Bank in Deutschland,die Meldebehörde will bestätigt haben,dass monatlich mindestens
1500 DM eingehen,
Antrag bei der Seguridad social, um in das staatliche Gesundheitssystem aufgenommen zu werden.Die Einfuhr des Geländewagens erscheint mir zu Problematisch(1996 noch notwendig da Canarias Sonderstatus in der EU genießt!)Zu viele Überprüfungen zuletzt der spanische TÜV und wenn der nein sagt wegen der vielen Anbauten,sind mindestens 1000DM futsch.Also die Karre zurück nach Old Germany.Die zweite Schiffsreise,wir geniessen sie,dann eine herrliche Fahrt von Cádiz über Madrid,durch Frankreich.Dann der Schock...die Autobahn in Deutschland.Lange Strecken in miserablem Zustand.Zwei Wochen danach,die Kiste ist verkauft,den Rückflug schon vorab bei Viajes Insular günstig gebucht."Endlich wieder Daheim"!Wir können unsere Ausländerausweise,Residencia genannt abholen,wir haben unser Karten von der seguridad social,können damit ins centro medico(Ärztehaus) um Medikamente verschreiben zu lassen,die wir,weil meine Frau E.U.Rentnerin,kostenlos bekommen.Der Arzt fragt wann unser letzter Bluttest gewesen sei.Etwas mehr als ein Jahr.Sofort zur Blutabnahme,in zwei Tagen Besprechung.Ich habe Diabetes 2.
Ein halbes Jahr sind wir schon da,die spanische Bürokratie scheint die Deutsche übertrumpfen zu wollen.Ich habe inzwischen gelernt mich durchzusetzen,weil das VHS Spanisch inzwischen nicht mehr soviel deutschen Akzent trägt und ich einiges dazugelernt habe.Vor allem den Umgang mit spanischen Beamten.
Es geht tatsächlich ohne Auto,eine Bushaltestelle ist sehr nahe,dem gemieteten Häuschen,150DM im Monat und lächerliche Nebenkosten.Die nette Nachbarin hatte uns beim Einzug gleich eine Riesentüte Kartoffeln gebracht,Setzlinge für Kraut,Salat und Paprika.Sie ist überrascht,hat nicht erwartet auf Spanisch begrüßt zu werden.
Alle Pflanzen in die Erde,vulkanischer Lößboden das muss ja werden!Inzwischen habe ich die drei verlotterten Orangenbäume geschnitten,habe ein schlechtes Gefühl,war das zuviel des Guten?
Der Opa aus der Nachbarschaft meint :viel zuwenig geschnitten.
Inzwischen treiben aus den Blumenkästen an der Veranda die schönsten Blumen,dank der regelmäßigen Bewässerung.Es duftet im Garten,die Orangenbäume blühen,Opa Alfredo meint es seien die schönsten O Bäume der Insel,möglicherweisse leicht übertrieben.Ein blindes Huhn findet eben auch mal ein Korn.
Habe eine Bananenstaude besorgt,un hijo,ein Sohn.Der Nachbar rechterhand schüttelt den Kopf wärend er seine Zigarre schmaucht.Eso no sirve para nada,das taugt nichts meint er.¿Por qué no probarlo? erwiedere ich,warum nicht probieren?Nun ja,normalerweisse gedeihen Bananen bis ca 450 meter Meereshöhe.Wir wohnen 520!Fleissig gebe ich meinem Pflänzchen Wasser und es wächst recht schnell.
Wir kriegen Besuch,zwei meiner Wochenendkinder aus Deutschland,dürfen die Pfingstferien hier auf La Palma verbringen.Zum nächsten Strand ist es weit,hier in diesem kleinen Barrio wird nicht viel für Kinder geboten,also miete ich für zwei Wochen ein Auto,bekomme es zum günstigsten Preis,da ich hier schon zweimal im Urlaub das Fahrzeug gemietet hatte.Zwei lebhafte Wochen,wenig Zeit für den Garten,der quittiert meine Nachlässigkeit mit Unmengen an Unkraut,das gibt Arbeit.Carmen mittlerweile 16 Jahre jung hatLiebeskummer,ihr Liebling ....ob er wohl treu sein wird.Ich sage ihr:wenn ich ihn wäre würde ich Dir bestimmt treu sein.Dennoch fließt manche Träne.
Die Gäste sind weg,der Garten atmet wieder freier,inzwischen habe ich die Kartoffeln geerntet und so wie beim Nachbarn abgeschaut,gleich wieder welche gesteckt.Viermal Kartoffelernte im Jahr,der wahre Überhammer.Die ersten Orangen sind schon zu herrlichem Saft geworden.Die Paprikapflanzen tragen wunderschöne Früchte und man höre und
staune,an der Bananenpflanze hat sich ein Fruchtstand gebildet..Am unteren Ende eine grosse Eiförmige Blüte.Wenn man die zwiebelartig angeordneten Blütenblätter etwas anhebt,sieht man winzig kleine Plátanos(Bananen)darunter.Nach und nach rollen sich die Blütenblätter zurück und geben die schon recht groß gewordenen Früchte frei.Die Enden müssen nun mittels eines scharfen Messers von den Blütenansätzen befreit werden,sonst werden sie nicht richtig groß.Und das werden sie,bald muss ich den Fruchtstand unterstützen,mit einem starken geraden Ast der am oberen Ende Gabelförmig ist.Der nette Nachbar meint das sei nicht normal,hier oben Fruchtertrag.Ich erwiedere ihm,dass die dümmsten Bauern mitunter die schönsten Kartoffeln haben,er lacht herzlich und lädt mich in die nahe Bar ein wo er mir einen Pino spendiert.Das ist ein Rotwein in Fässern aus dem stark harzigen Holz ,der kanarischen Kiefer gereift und gelagert.Carrramba sage ich als mir der Wein die Nase von innen kitzelt.
Der hat mehr als 12 Prozent!Vierzehneihalb meint der Camarero,der Mann hinter der Theke und grinst.Er stellt ein Tellerchen mit Oliven her.Er fragt wie es kommt,dass ich so gut spanisch spreche .Ich erkläre ihm ,dass ich einige Semester Spanisch gelernt habe.Wenn man als Ausländer,die Landessprache beherrscht wird das von den Einheimischen sehr honoriert.Prompt werde ich samt Frau eingeladen an einem volkstümlichen Abend teilzunehmen.Der Abend des Festtages rückt näher,man hat uns einen Platz in der ersten Reihe reserviert.Die Fiesta wird grundsätzlich in der Kirche begonnen,ein kurze Ansprache des Pfarrers zwei Lieder,mit Mandolinen und Gitarrenbegleitung,dann wird die Fiesta eröffnet.Zwei sehr bekannte Gruppen sind anwesend es wird musiziert gesungen und getanzt.Schon vor einigen Jahren hatte ich mir Kasetten und CDs mit canarischer Volksmusik besorgt und kenne deshalb die meisten Lieder schon,und so singe ich mit.Das löst Erstaunen aus,ein Ausländer der "unsere Volkslieder" kennt,höre ich würdevolle alte Damen flüstern.Nachdem ich verschiedenen Leuten erkläre,dass ich mich schon sehr heimisch fühlen würde habe ich den Namen"Palmero"was etwas bedeuten mag,die Einheimischen von La Palma heissen eben Palmeros.Von da ab war ich nicht mehr el extranjero(der Ausländer)sondern el palmero.
Für den Export taugen meine Bananen nicht,die Staude sollte normal mindestens 35 Kilo haben,die 31 reichen aber für den eigenen Bedarf.Leider stirbt die Mutterpflanze wenn die Früchte ab sind,aber sie hat zwei hijos ausgetrieben,wovon einer stehen bleibt und bald die zu gedeihen anfängt.
Es wirde laut,gegenüber,Ein Riesenloch wird ausgebaggert,Baulärm von früh Morgens bis in die Nacht.Ein neuer Platz für die Fiestas,mit Bewirtschaftung soll hier entstehen. Da ich schon einige Jahre ,ohne zu wissen was mich quält,an einer ausgeprägten Phonophobie leide,bekomme ich Fluchtgefühle.Einige Wochen später steht der Umzug bevor,es würde nicht der letzte sein!Inzwischen habe ich mir einen gebrauchten Straßenfloh gekauft, und so gehen wir auf Suche .In Gallegos werden wir fündig.Eine "casa antigua" mit Anbau,recht preisgünstig im Norden der Insel.Vor der Haustür herrlicher Ausblick auf den weiten Atlantico.....Der Abschied von San Bartolo ist tränenreich und nur mit vielen Versprechen mal zu Besuch zu kommen lässt man uns ziehen.Man hat aber Verständnis,wenn es für die Gesundheit ist...
Gleich am Abend des Einzugs der Abenspaziergang,allerdings kommen wir nicht weit,schon beim zweiten Haus werden wir angesprochen,herzlich begrüßt und zu einem cafecito eingeladen.Ein herzliches Willkommen.Wir erfahren,dass die unverkäuflichen Bananen an die Schweine verfüttert werden,man wolle uns aber gerne davon abgeben,also holen wir zweimal wöchentlich"Schweinefutter"!

Viereinhalb Jahre Paradis!
Ich werde wach,der junge Tag schaut noch nicht sehr hell durchs Fenster.Ich steige aus dem Bett,zur Dusche.Wärend das Wasser den Rest Schlaf abwäscht genieße ich den herrlichen Blick zum Meer,über Los Llanos das tiefer,so an die 500m über dem Meer liegt,hängen dichte Wolken.Zur Caldera de Taburiente habe ich freien Blick.Schnell den Trainigsanzug übergestreift,es ist noch kühl um 8 Uhr Morgens.Die Sonne ist noch nicht über die Cumbre gekrochen,da wird es 11 Uhr werden.Aus dem Haus,in den Garten,ein Blick über meine 80 Orangenbäume.Was für ein betörender Duft,ich liebe diese Bäume,tragen sie doch gleichzeitig Blüten,unreife und reife Früchte.Ich schalte die Bewässerungsanlage ein,gehe Die Reihen durch,mein Korb ist schon halbvoll,das reicht für den frischgepressten O-Saft.Der Schwarzwurzel kommt mauzend her,streicht mir um die Beine und rennt Richtung Haus.Er kennt meinen Tagesablauf und weiss,gleich gibt es Frühstück.Herrlich,das Frühstück,heute da Sonntag wird es etwas augedehnter als unter der Woche.Kurz vor 11,die Sonne steht schon fast ganz über der Cumbre.die Klamotten sind inzwischen gewechselt,Sporthose und aus.Die Glocken von El Paso sind zu hören.Ein sanfter Wind trägt das Geläut zu uns.Das Mittagessen ist vorbereitet,puchero de verduras,Gemüseeintopf gibt es heute.Diverse Gemüse und ein Stück Chorizo(Spanische Paprikasalamie)ist in Stückchen geschnitten mit drin,hmmm wie das duftet.Auch der Kater scheint sehr interessiert und hat sich schon vor seinem Teller plaziert.Ja,der Schwarzwurzel.Seinen Namen hat er seinem sehr kurzen,abgeknickten Schwänzchen zu verdanken.Als ich Ihn abholte,über Zeitungsinserat bin ich an die Leute gekommen.Regalemos gatitos dulces -süße Kätzchen zu verschenken,las ich im Correo del Valle.Der kleine Schwarze mit dem Stummelchen,so klein und schon einen Unfall gehabt?.Der nette Mann lacht und meint "no,no el tenia ningun atasco,es su raza".Falls es irgendjemand gibt der kein Spanisch versteht:"kein Unfall,das ist so eine Rasse".

Die Sonne steht hoch,gegessen wird unter der grossen Palme,bis zu 4,60 Meter sind ihre unteren Zweige lang,die untere Reihe muss bald abgesägt werden.
Es klingelt,die nette Nachbarin bringt den bestellten Ziegenkäse,geräuchert natürlich.Wie verlockend der riecht.Die Nachbarin wird zu einem Cafecito eingeladen,die Unterhaltung hält an ein zweiter,ein dritter Espresso aus der Cafetera,dann muss sie los,Besuch von den Kindern steht bei ihr an.Ich mache einen ausgedehnten Rundgang durch die Baumreihen,nahezu 50 kilo Orangen,die guten Navelis,das gibt ein hübsches Geld.Die werden gleich Montag früh an die Touristas verkauft.
Montag morgens auf dem Markt:Un kilo "nanchas"(heisst naranjas)wünscht die Dame,wenigstens gibt sie sich Mühe und so kriegt sie noch eine grosse Navelis oben drauf.Schönes Wetter heute,meint sie,ich bleibe aber Palmero(Einwohner von La Palma)und sage si,si señora,buen tiempo.Der nächste Kunde macht seltsame Hanbewgungen und versucht sein halbvergessenes Schulenglisch auszugraben.Ich nehme an er wünscht 2 kilo,ich wiege ab und sage 200 pesetas bitte.Der Unterkiefer klappt ihm runter....
Wieder daheim.Der Ziegenkäse verliert etwas an Gewicht bis das Abendessen,la cena,beendet ist.Einige Schleierwolken werden von der untergehenden Sonn rot gefärbt.Heute läuft De Tenderete,eine Sendung mit musica folclorica de canarias,im TVE1,das wird auf Kasette konserviert.Heute zehre ich davon,frische meine Erinnerungen auf.Viereinhalb Jahre im Paradies!









Stichworte (Tags): Islas Canarias, Kanaren, La Palma

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren

Dieser Erfahrungsbericht wurde 1400 mal angezeigt.

  • sehr schöner Bericht,schadedas es nicht weiter geht

  • Kommentar wurde gelöscht von echedey vor mehr als 3 Jahren
  • Warum...

    ...bist du aus diesem Paradies wieder ausgezogen? Sündenfall??? - Ich beneide dich für die wunderbaren Erfahrungen und danke dir für den ausführlichen Bericht aus dem Paradies.
    Mein Sohn ist vor einem Jahr nach Thailand ausgewandert. Ich zähle die Tage bis zu meinem Rentenbeginn, dann wollen wir auch dorthin. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich dort wieder gesund werde, zumindest aber keine Schmerzen mehr habe.
    Liebe Grüße von Doro

  • Lieber Echedey

    Danke für Deinen Bericht.Diese wunderschönen Erinnerungen kann Dir niemand nehmen.Wenn es Dir nicht gut geht,schließt Du einfach Deine Augen,und bist wieder el palmero und wanderst über Deine geliebte Isla la Palma.Einen lieben Gruß sendet Dir Hobby.

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