Kommentare für Erfahrungsbericht meine Geschichte (Achtung triggert)

Was ist zuerst passiert?
Erster Heimaufenthalt
Wann ist es passiert?
mit 3 Jahren
Was ist sonst passiert?
Prügel, Missbrauch
Wie endete es?
Im Heim mit weiterem Missbrauch

Jetzt habe ich die letzten Tage so viel gelesen und bin erschrocken, wievielen das auch passiert ist. Tja, den ersten Heimaufenthalt habe ich meiner Mutter zu verdanken. Mein Vater war wieder mal spurlos verschwunden und sie war völlig überfordert. Sie prügelte auf mich ein, weil ich mir in die Hose machte. Sie schubste meinen Bruder mit dem Gesicht ins Essen, wenn er nicht mehr wollte. Sie schlug mich mit einem Handfeger. Sie schlug meinen großen Bruder, weil mein "kleiner Bruder" mich ins Wasser schubste und ich fast ertrunken wäre. Irgendwann schaltete ein Nachbar das Jugendamt ein und wir wurden daraus geholt. Mein ältester Bruder kam zur Großmutter und mein jüngerer Bruder wurde mit mir zu einer Pflegefamilie gegeben. Ich dachte jetzt wird alles besser. Der Pflegevater war in Ordnung aber die Pflegemutter war sehr streng. Der Pflegevater starb bei einem Autounfall. Danach wurden wir von meiner Mutter wieder nach Hause geholt. Da fing alles an. Ich war 7 Jahre alt. Meine Eltern waren wohl wieder zusammen. Sie hatten Freunde eingeladen. Meine Mutter machte gerade Frikadellen und war für einen Moment mit etwas anderem beschäftigt. Die Dinger fingen Feuer und ich wusste nicht was ich damit machen sollte. Als ich sie rief und sie die verkohlten Dinger sah, kriegte ich erstmal wieder Prügel. Sie rastete völlig aus. Von da an musste ich lernen zu kochen, waschen, putzen und bügeln.

Dann fing es an. Mein Vater kam eines Nachts zu mir ins Bett. Hielt mir den Mund zu und drohte mir meine Familie umzubringen wenn ich irgendetwas erzählen würde. Ich hatte eine riesen Angst. Er zog meine Hose aus und drängte sich zwischen meine Beine. Ich wusste vor Schreck gar nicht mehr was ich machen sollte. Also ließ ich es über mich ergehen. Von da an machte er es fast täglich. Meine Mutter ging arbeiten und sobald er freie Bahn hatte, ging es los. Außerdem war er Daumenlutscher. Er schämte sich nicht, meine langen Haare zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen und damit in seiner Nase herumzubohren. Ständig hatte ich seinen Rotz in meinen Haaren. Es war einfach nur ekelig. Ich bat meinen Urgroßvater mit mir zum Frisör zu gehen, damit ich mir meine Haare abschneiden lassen konnte. Damit das aufhörte. Doch als ich mit kurzen Haaren nach Hause kam, gab es erneut Prügel. War mir egal. War ja schon daran gewöht. Schlimmer gings eh nicht mehr. Arbeit war für meinen Alten auch ein Fremdwort. Aber alles haben wollen. An irgendeinem Tag kam mein Onkel zu Besuch. Ich musste wieder mal alles putzen. Ich fragte nur warum meine Schwester nicht auch mal was machen kann, da rastete er völlig aus. Er prügelte mich die Treppe rauf, packte mich am Hals und schlug mich damit an eine Querstrebe von einem Etagenbett. Das ging solange, bis mein Onkel in der Tür stand und dazwischen ging. Ich hatte Todesangst und einen angebrochenen Nackenwirbel. Mein Urgroßvater konnte mir nicht helfen, er war auf meine Eltern angewiesen. Irgendwann sind wir dann einmal zu meinem Onkel zu Besuch gefahren und mussten dann dort übernachten. Ich dachte nur:" eine Nacht ohne..." Doch Fehlanzeige. In dieser Nacht fiel mein Onkel über mich her und es hat angeblich keiner mitbekommen. Ich wusste nicht mehr was ich noch machen soll. Also fing ich an mich nicht mehr zu waschen. Ich dachte dann lässt der Alte das. Aber das schreckte ihn auch nicht zurück. Ich habe so gestunken, dass meine Freunde sich auch von mir abwendeten. Dann sind wir in ein neues Bundesland gezogen. Ich hoffte jetzt wo ich meine Periode hatte, würde das aufhören. Aber nichts dergleichen. Meine Mutter ging nach wie vor immer arbeiten und er tat nichts. Bis ihr der Kragen platzte. Sie ließ ihre Wut immer wieder an mir und meinem Bruder aus. Sie schlug ihm sogar mit einer Dachlatte ein Loch in den Kopf. Anschließend sollt ich die Schuld auf mich nehmen. Hab ich dann auch. Eines Tages war meine Mutter verschwunden. Sie war einfach weg, ohne ein Wort oder Brief. Da hatte mein Alter dann einen Freifahrtsschein. Er machte sobald niemand da war mit mir was er wollte. Er verkaufte mich auch an andere Männer. Irgendwann, nachdem mein Vater meine Schwester ins WC einsperrte, und sie um Hilfe schrie, rief mein Bruder die Polizei. Die nahm die beiden mit und steckten sie in ein Übergangsheim. Ich war an diesem Tag nicht da. Schon wieder allein mit dem Alten. Doch ab da ließ er von mir ab. Er schoß nur einmal mit dem Luftgewehr auf mich und verfehlte meinen Kopf nur ganz knapp. Da war ich 11 Jahre alt. Kurz nach meinem 12. Geburtstag kam ich ins Heim. 22 Jungs und ich als einziges Mädchen. Dort ging dann die ganze Scheiße weiter. Ich konnte wieder nichts dagegen machen, sonst hätten die meinen Bruder zu Brei geschlagen.

Dort ging es dann auch bis ich 16 Jahre alt war. Dann habe ich mich zur Wehr gesetzt. Ich habe angefangen zurückzuschlagen. Dann flog ich da raus. Musste zur Mutter zurück. Lernte dann mein Mann kennen.(über 20 Jahre älter als ich). Nur weg von zu Hause, dachte ich. Dann starb der Alte und ich hatte endlich den Mut meinem Ex-Mann davon zu erzählen. Doch auch der nahm keine Rücksicht. Nach 8 Jahren Scheidung. Seitdem alleinerziehend und am Ende meiner Kräfte. Vor 12 Jahren hatte ich schon mal eine Therapie angefangen, doch als es zum Thema kam, konnte ich einfach noch nicht darüber reden.

Stichworte (Tags): Gewalt physich und psysisch, Missbrauch, Trauma

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

Dieser Erfahrungsbericht wurde 1121 mal angezeigt.

  • Es tut mir weh, das zu lesen :(

    Hallo Caancito!

    Nun hab ich auch deinen Erfahrungsbericht gelesen und ich bin zutiefst erschüttert. Habe nur mehr Tränen in den Augen. Es ist so schrecklich zu wissen oder zu erfahren, dass sowas so vielen passiert.

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen, was in dir vorgehen muss. Man fühlt sich einfach nur machtlos. Und dass du bei deiner Therapie vor 12 Jahren nicht über all das reden konntest, ist nur allzu verständlich.

    Mir fällt es jetzt noch schwer Mansches auszusprechen. Ich bin auch deshalb in meinem Erfahrungsbericht erst gar nicht so ins Detaill gegangen.

    Mir ist es dieses Jahr während eines 3monatigen Therapieaufenthalten das 1. Mal gelugen über eine solche Situation wirklich drüber zu sprechen. Es ist nur auch, dass man sich einfach zu sehr schämt, aber glaube mir: du brauchst dich für nichts zu schämen.

    Schämen sollen die sich, die dir das alles angetan haben.

    Fühl dich von mir herzlich umarmt und gedrückt !

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg diese traumatischen Erlebnisse aufarbeiten zu können.

    Alles Liebe, Charmi

  • Es tut mir so leid

    Mir fehlen die Worte und ich muß weinen!!

    Mehr als tausend Worte... eine ganz mitfühlende Umarmung!!!

    Deine Sonja

  • Antwort Meine Geschichte (Achtung triggert)

    Liebe Caancito, es tut mir so leid, was Dir alles passiert ist. Kaum vorstellbar. Aber ich glaube Dir. Dass da keiner eingegriffen hat, Dir zu helfen! Ich könnte sie alle an die Wand klatschen!

    Versuche, Dir jetzt alles Gutes zu tun. Lass Dir von Deinem Hausarzt eine Erholungskur verschreiben oder Psychosomatische Kuren. Such Dir ein schönes Kur-Haus aus, wo Du Dir vorstellen kannst, dort verwöhnt zu werden. Deine Seele braucht Balsam ohne Ende. Du brauchst ja die psychosomatische Gespräche erst noch nicht mitzumachen, wenn Dir nicht danach ist. Nur lasse Dich verwöhnen, verwöhnen, verwöhnen. Das kann ja kein Mensch aushalten. Und so von allen Menschen in Stich gelassen zu werden und missbraucht zu werden. Unfassbar. Ich schäme ich für all' diese Männer, diese Schweine! Und auch die Ämter haben mal wieder versagt!!! Hoffentlich erhalten die ihre gerechte Strafe.

    Liebe Caancito, ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Gute und nimm jegliche Hilfe an. Verklage alle, die Dir das angetan haben.

    Alles Liebe, Amely

  • Antwort Meine Geschichte (Achtung triggert)

    Liebe Caancito, es tut mir so leid, was Dir alles passiert ist. Kaum vorstellbar. Aber ich glaube Dir. Dass da keiner eingegriffen hat, Dir zu helfen! Ich könnte sie alle an die Wand klatschen!

    Versuche, Dir jetzt alles Gutes zu tun. Lass Dir von Deinem Hausarzt eine Erholungskur verschreiben oder Psychosomatische Kuren. Such Dir ein schönes Kur-Haus aus, wo Du Dir vorstellen kannst, dort verwöhnt zu werden. Deine Seele braucht Balsam ohne Ende. Du brauchst ja die psychosomatische Gespräche erst noch nicht mitzumachen, wenn Dir nicht danach ist. Nur lasse Dich verwöhnen, verwöhnen, verwöhnen. Das kann ja kein Mensch aushalten. Und so von allen Menschen in Stich gelassen zu werden und missbraucht zu werden. Unfassbar. Ich schäme ich für all' diese Männer, diese Schweine! Und auch die Ämter haben mal wieder versagt!!! Hoffentlich erhalten die ihre gerechte Strafe.

    Liebe Caancito, ich wünsche Dir von Herzen alles, alles Gute und nimm jegliche Hilfe an. Verklage alle, die Dir das angetan haben.

    Alles Liebe, Amely

  • Liebe Caancito

    Ich wollte nich nur bei Dir für Deinen Bericht
    und ich wollte Dir alles gute und viel kraft für Deine Therapie und Dein leben wünschen. und ich hoffe dass es Dir bald besser Geht als es in deinem Profil steht.
    Liebe Grüße Majona

  • OH Gott wo leben wir eigentlich ??Nicht zu glauben da du soviele Jahre so etwas erleben musstest ohne wirkliche hilfe --das ist zum Schreien ...was machst du jetzt ? wie geht es dir momentan ?

    Ich weis man stumpft ab--man muss ja..aber sag mal gab es nie ein gespräch von dir mit Menschen denen du das anvertrauen konntest..hast du je darüber jemandem was sagen können ?

    Mir fehlen die Worte habe schon viel erlebt gehört und gelesen aber was du hier schreibst....l.G Marion

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