Ich hab nen Magenbypass bekommen im Oktober 2007
Ich hatte bei meiner Kasse überhaupt keine Probleme, die Zusage zu bekommen, ich hab alle Ärzte, von denen ich betreut werde, um ein schriftliche Stellungnahme gebeten, und alle haben mich da total super unterstützt und motiviert. War selbst echt baff. Ich fragte damals die Ärztin vom MDK, wie lange es dauern würde, bis ich was von der Kasse hören würde. Sie sagte mir, das es so 4 - 6 Wochen dauern kann. Ich dachte dann so, ok, da musst du nun auch noch durch...noch 6 Wochen warten *argh*. Nach nur !!! 2 Wochen !!! bekam ich den Brief von der Kasse. Ich dachte erst, das die abgelehnt hätten, aber nein....ich öffnete den Brief und war einfach nur glücklich, das es funktioniert hatte. Die Kasse sagte mir die Kostenübernahme zu!!!
Vor dem Eingriff braucht man keine Angst zu haben, das sind in Gera echte Profis und wenn man von Prof. Manger betreut wird, dann hat man schon so gut wie gewonnen, da er der Fachmann schlechthin ist. Er ist sowas von lieb und einfühlsam, das haut einen echt um, bei mir war es jedenfalls so. Ich rief also in der Klinik an und teilte denen mit, das der Bescheid da wäre. Dann machten wir den Termin zum Einrücken klar. Vorher bin ich noch in Dresden zur Magenspiegelung, da der Befund für die OP benötigt wurde. War total locker und entspannt. Das Procedere mit der Anmeldung hatte mich extrem geschlaucht, mir war eh schon schlecht vor Aufregung und dann diese ewige Warterei!!! Dann sollte mir Blut gezogen werden.....aber meine Venen spielten absolut nicht mit.Also liess man mich eine Einverständniserklärung zum Legen eines ZVKs (zentraler Venenkatheder) unterschreiben, so dasss im Fall des Falles alles gemacht werden konnte. Ich dann erstmal hoch auf Station und mein Zimmer bezogen.
Dann sind meine Eltern, die mich begleitet hatten, auch los, da mir eh nicht wohl war und wollte dann nur noch zur Ruhe kommen. Am späten Nachmittag entschieden dann die Ärzte, das sie mir nun einen ZVK legen, ich hatte echt gehofft, ich komm so davon, aber nix da. Ich also mit den Ärzten runter in den OP und dann gings los, nach 30min ca. lag der ZVK und ich dann wieder rauf aufs Zimmer.
Am nächsten Morgen war er dann da, der Moment, wo ich den Chirurgen kennenlernen sollte. Professor Manger kam rein und ich dachte so: WOW, was für eine Persönlichkeit!!! Der war nett, mit dem kommste bestimmt gut klar, dachte ich mir so. Ich ahnte zu dem Zeitpunkt ja noch nicht, das der Mann mich mit einer kleinen Geste um den Finger wickeln würde. Er guckte sich meinen Bauch kurz an, gab sein OK und war dann verschwunden. Am Nachmittag bekam ich dann Zeugs zu trinken zur Darmentleerung, das war sooo grauenhaft, das ich mich bei jedem Schluck fast übergab. Ich also nach der Schwester geklingelt und nach Brausetabletten gefragt, dann war der Geschmack besser und ich hab das Zeug dann auf Ex hintergekippt...je schneller umso besser!!!
Danach traf ich mich dann mit Frau Dr. Stroh und meinen Eltern zum OP-Gespräch und ich gab ihr eindeutig zu verstehen, das mir schon bissl schlecht is vor Aufregung. Sie beruhigte mich dann auch gleich und erklärte mir dann genau, was am nächsten Tag passieren wird. Ich muss sagen, das ich die Nacht vor der OP komischerweise voll gut geschlafen habe.
Am nächsten Morgen um 6.30Uhr gings dann los, zum Duschen, OP-Kleidung anziehen, etc. Meine Eltern waren da, um mich zum OP zu begleiten, das hatte ich mir echt gewünscht, und ich hab dann oben auf der Station doch noch geheult, weil ich so ne Angst hatte und was ich so süß fand, war, das die ganze Zeit ne Schwester mit dabei war, ich war nie allein und das fand ich voll lieb. Ich nahm dann noch meinen Glücksbringer mit, da ich den von unseren Freunden geschenkt bekommen hatte, und ich hab da echt dran geglaubt, das er mir Glück bringt. Am OP hiess es dann Abschied nehmen von meinen Eltern und dann ging es los, rein in die Schleuse und dann in den OP ( komischerweise hab ich mir die Nummer des OP-Saals gemerkt, es war Saal 6 *ggg*, frag nicht warum, ich weiss es nicht *lach*).
Im OP wurde ich dann relativ schnell ins Land der Träume geschickt. So gegen 13Uhr kam ich zum ersten mal wieder zu mir und ich befand mich auf der Wachstation. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen, nur die Magensonde raubte mir etwas den Nerv, da mein Hals eh schon wehtat, wegen dem Beatmungsschlauch während der OP. Ich bekam teilweise echt keine Luft mehr und bekam dann nen Sauerstoffschlauch gelegt, damit ich besser Luft bekam. So döste ich vor mich hin und meine Mutti kam dann auch und sagte mir, das die OP gut verlaufen sei. Sie hatte auch schon mit Prof. Dr. Manger gesprochen. Ich war den ganzen Tag meehr oder weniger nur am pennen.
Am nächsten Morgen kam dann Prof. Dr. Manger zur Visite und was macht er: Er streichelte mir zur Begrüßung ganz lieb die Wange und fragte mich, wie es mir geht (damit war es dann um mich geschehen, ich schmolz echt dahin, damit hatte ich echt nicht gerechnet). Ich fand die Geste so lieb von ihm und er hatte damit mein Herz im Sturm erobert. Die Schwester, die mich früh weckte, hatte allerdings ein Organ, davon wurden Tote wieder lebendig *ggg*, voll laut. Is schon fies, stehst noch voll unter Stoff und die brüllt da rum wie ne Besengte, sie meinte es ja nicht böse, aber der Kreislauf sollte schnell wieder in die Gänge kommen. An dem Tag musste ich noch zur Durchleuchtung (so ähnlich wie Röntgen) und da musste ich ein Kontrastmittel trinken. Mit dem Effekt, das ich denen da erstmal den Tisch vollreierte, sehr unangenehm für mich... warum können die nich geschmackstechnisch an dem Zeug was machen, da bekommt man es besser runter!!!!

Jeden Morgen kam Prof. Manger zur Visite und ich war jedesmal hin und weg, So lag ich da ne gute Woche und meine Schmerzen im Hals wurden immer schlimmer, ich dachte echt, ich krepier daran. So nach und nach durfte ich was trinken, aber die Schwester, die den Tee kochte, hab ich dann auch verflucht, es gab nur Kräutertee.....nach 4 Tagen hatte ich das Zeug so satt.
Am vorletzten Tag auf der Wachstation kam es zu einer der Visiten, die ich nie vergessen werde. Sowas urkomisches hab ich noch nicht erlebt. Professor Dr. Manger kommt rein und ich guck ihn an und denk so: Oh mein Gott, der Mann hat nen Clown gefrühstückt (ich muss dazu sagen, das ich einen der Stationsärzte des öfteren gefragt hatte, ob denn die Magensonde bald rauskommt, es hiess aber immer das der Professor das entscheiden muss, da er der behandelnde Arzt ist)! Erst waren die anderen Patienten im Zimmer dran, als letztes ich. Als er die Entscheidung fällte, das die Sonde gezogen werden kann, war ich sichtbar erleichtert und strahlte ihn an. Und was sagt er zu mir: "Wenn sie Dr. Hohmann (hat im OP assistiert) schöne Augen geamacht hätten, wären sie die Sonde schon längst los". Ich hab den angeguckt und was macht der, grinst über das ganze Gesicht und sagt zu mir: "Ok, also heute entschläuchen (was für ein Begriff *schlapplach*) wir Sie"!
Er ging dann ins Nachbarzimmer und eh ichs mich versah, war die Schwester da und befreite mich nun endlich von der Sonde und allen Schläuchen, bis auf den Blasenkatheder, der musste noch drin bleiben bis zum nächsten Tag, was aber nicht schlimm war. Die Visite war dann zu Ende und die Ärzte standen auf dem Flur, durch das kleine Fenster grinsten mich 2 Gesichter an, Prof. Manger und Frau Dr. Stroh, die grinsten sich da einen ab, das war nicht zum Aushalten, ich grinste ganz frech zurück.
Am nächsten Tag bekam ich dann die volle Dröhnung, was die Visite anging. Prof. Manger kam zu mir und natürlich auch die anderen Oberärzte. Er dann so zu mir: "Ich hatte ja das große Glück, ihre Mutter kennen zu lernen" und was sagt Frau Dr. Stroh zu ihm: "Als Frau Fügner hier ankam, hatte ihre Mutter soooo einen Stapel Akten mit" (sie machte dazu die Geste mit Daumen und Zeigefinger). Boaaah, ich wusste ja nich, das das in einem Hammer-Lachanfall enden würde. Sämtliche Ärzte, die dabei waren, haben sich scheckig gelacht und mir liefen echt die Tränen vor Lachen.
Nach weiteren 3 Tagen der Erholung auf der normalen Station wurde ich am Sonntag entlassen.
Die ersten Tage und Wochen waren echt hart, da mein Kreislauf total im Keller war. Bei meinem ersten Besuch beim Hausarzt nach der OP bin ich dann auch prompt umgekippt. An Essen war nich wirklich zu denken. Ich brachte in der ersten Zeit alles wieder raus, aber so nach und nach legte sich das dann auch. Ich hab bei der KK noch ne Ernährungsberatung durchgeboxt, war aber kein großes Problem. Ich habe nun gelernt, wieder vernünftig zu essen, was mir sehr schwer gefallen ist. Aber nun habe ich es geschafft und esse nun pro Tag 4 Mahlzeiten, was mir auch soweit ganz gut bekommt.
Ich hab seit der OP mein Gewicht von 155kg auf 77kg reduziert!