Kommentare für Erfahrungsbericht Ich hatte Brustkrebs und ich habe ihn besiegt

Was ist zuerst passiert?
mein Partner hat einen Knoten ertastet
Wann ist es passiert?
vor zwei Jahren
Was ist sonst passiert?
Brustkrebs wurde festgestellt, OP, Chemo, Strahlentherapie
Wie endete es?
ich habe den Krebs besiegt

Ich hatte Brustkrebs und ich habe ihn besiegt

Ich (39) hatte Brustkrebs und habe ihn besiegt. Das kan ich heute nach erfolgreicher Therapie voller Stolz berichten. Es war eine schreckliche Erfahrung, die ich machen musste. Doch jetzt im nachhinein hat mich das Erlebnis stärker denn je gemacht. Ich bin froh und genieße mein Leben viel mehr als vorher. So hatte der Krebs sogar etwas Gutes. Ich versuche ja auch immer das postive in allem zu sehen. Wenn man nur negaitv denkt, kommt man nicht weiter. Ich habe meine Erfahrungen mal zu einem Text zusammengefasst (da ließe sich natürlich lcoker ein Buch darüber schreiben).

Es ging los als mein Partner einen Knoten in meiner linken Brust ertastet hatte. So fängt es ja bei vielen an. Ich habe gelesen das viele Brustkrebse so festgestellt werden. Ich habe natürlich sofort einen Termin bei meiner Frauenärztin ausgemacht. Dort wurde ich zur Mammographie überwiesen, wo ein knapp 2cm großer Knoten erkannt wurde. Ich muss ehrlich sagen dass ich wie aus allen Wolken gefallen bin. Krebs? Ich? Auch wenn mir versicherte wurde dass es nicht ubedingt bösartig sein muss. Ich hatte ganz schreckliche Angst. Mein Partner stand mir immer bei. Ganz lieben Dank. Es ist schon wirklich viel wert, wenn man Rückhalt von den engsten Vertrauten bekommt. Ich möchte mal behaupten das sich so die Krankheit viel viel leichter überstehen lässt.

Ich kam ins Krankenhaus, wo eine Gewebsprobe entnommen wurde. Das Ergebnis lag wenige Tage später vor. Leider ist es bösartig teilte mir eine mitleidige Stimme am Telefon mit. Alles wurde dunkel und dumpf um mich herum. Es war so als wär eich nicht mehr in der Realität. Warum ich? Wieso? Das ist nicht gerecht. Meine Gedanken liefen heiß. Ich war fertig mit den Nerven. Und das obwohl ich eigentlich eine Frohnatur bin. Ich lache gerne und habe gern Spaß. Ich konnte meine Tränen einfach nicht zurückhalten.

Nach einigen Tagen hatte ich mich gefangen und meine Lebensenergie wieder gefunden. Ich habe mir bewusst gemacht dass ich den Krebs besiegen kann wenn ich nur will. Man muss positiv denken denn sonst hat man von vornherein verloren.

Ich ging zum zweiten Mal ins Krankenhaus. Diesmal stand die Entfernung des Tumors auf der Tagesordnung. Ich kann euch sagen: Mir war alles andere als wohl. Ich versuchte zwar die witzige Seite sehen (Warum bekomme ich Krebs? Ich bin doch Sternzeichen Waage) aber die Angst ließ sich nicht unterdrücken. Als ich die Betäubung verabreicht bekam drückte ich mir selbst ganz fest die Daumen dass alles gut geht. Mein Partner war ständig bei mir un hat mir beigestanden. Das war mir sehr sehr wichtig. Als ich wieder aufwachte fragte ich den Pfleger im Aufwachraum zuerst wie denn das Wetter draußen sei, was der total witzig fand. Normalerweise wollen die Leute ja erst wissen, wie es gelaufen ist. Das wäre meine zweite Frage gewesen, um nicht nur über das Wetter zu sprechen sagte ich ihm. :-) Es sei noch zu früh um klare Aussagen machen zu können aber die OP an sich verlief komplikationslos sagte er mir.

Um das mal etwas zusammenzufassen: Nach der OP stellte sich heraus dass der Tumor mitsamt einigen Lymphknoten entfernt worden war. Ich hatte die OP gut vertragen und war nach einigen Wochen bereit für die nächste Stufe der Behandlung: die Chemotherapie. Das war eine wirklich schwierige Zeit, weil ich alle Symptome hatte, die man vom hörensagen kennt. Übelkeit, Erbrechen, Haaraufall was aber normal sein soll und so weiter. Meine Perücke, die ich mir schon vor der Chemo ausgesucht hatte, passt perfekt. Von dunkelblond wechselte ich meine Haarfarbe zu rotbraun, was mir auch ganz gut steht. Das sagen jedenfalls meine mir Nahestehenden und denen vertraue ich einfach mal. Die sagen das bestimmt nicht nur um mir einen Gefallen zu tun. :-)

Die Chemotherapie war eine schwere Zeit, in der ich gelernt habe wie viel wert es doch ist gesund zu sein. Und damit meine ich im großen und ganzen gesund zu sein. Ein kleines Wehchen hier und da ist ein Kinderspiel im Vergleich mit Brustkrebs. Wer das einmal durchgemacht hat, weiß das Leben nahher viel mehr zu schätzen. Man genießt das was man hat einfach viel mehr. So ging es mir jedenfalls.

Noch schlimmer als die Chemotherapie war alelrdings die Strahlentherapie. Sechs Wochen nach er OP fing ich damit an. Das muss man bei einer Brust erhaltenden OP durchmachen um eventuell noch vorhandene Turmorreste zu beseitigen und das Rückfallrisiko zu senken. Meine Haut wurde ganz rot. Ich hatte Kopfschmerzen und mir war ständig übel. Völlegefühl, Bauchschmerzen und Blasenschwäche gehörten noch zu den geringeren Übeln. Irgendwie habe ich auch die zwei Monate durchgehalten auch wenn es nicht immer leicht war. Ich kann es nur noch einmal betonen. Mein Partner und meine Familie standen mir in dieser schwiergen Zeit immer bei.

Ich bin jetzt in der Nachsorgephase und habe bisher keine weiteren Horrormeldungen bekommen. Bisher ist alles gut und ich hoffe es bleibt auch so. Natürlich will ich nicht so blauäugig sein und denken jetzt kann mir keiner mehr etwas anhaben. Ganz im Gegenteil. Ich bin mir nun vielmehr bewusst das es mich jeder Zeit wieder treffen kann. Wer einma Krebs hatte ist eben mehr gefährdet. Ich genieße jeden Tag in vollen Zügen mache Dinge die ich vorher immer aufgeschoben habe und bin aktiver geworden. Ich möchte behaupten der Brustkrebs hat mich stärker gemacht. Und so hatte er auch etwas Gutes!

Wenn euch der Bericht gefallen hat würde ich mich über einen Kommentar freuen. Ansonsten alles Gute undviel Gesundheit euch!

Eure
Antje




Stichworte (Tags): brust, Brustkrebs, Chemotherapie, knoten, nachsorge, OP, positives Denken, Strahlentherapie, symptome, tumor

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

Dieser Erfahrungsbericht wurde 3857 mal angezeigt.

  • Hallo Antje

    Ich habe mir Deinen Bericht heute zum 1. mal durchgelesen, Du schreibst einfach toll über die Gefühle, die eine Frau mit dieser Diagnose durchmacht. Kann nicht sein, warum ich, ich glaube es nicht, das sind alles Fragen die in Sekundenschnelle durch den Kopf sausen. Glaube mir, ich kenne dieses Gefühl. Bei mir war eben dann sofort der Gedanke da, aber mich nicht, ich kämpfe. Danke, daß du so offen über diese Abläufe geschrieben hast, ich würde mir wünschen, dass die Frauen diesen Bericht lesen und auch zur nötigen Vorsorge gehen.

    Lg. Gigsi

  • Auch ich bedanke ich für Deinen tollen Artikel. Habe den Brustkrebs auch erst einmal besiegt. Als sich herausstellte, dass der Tumor bösartig ist, habe ich erstmal Chemo bekommen, damit brusterhaltend operiert werden konnte. Für mich war die Chemo wesentlich schlimmer als die Strahlentherapie. War nach jeder Chemo 1 Woche lang nicht richtig bei Sinnen. Von übergeben bis entz. Zahnfleisch, schlechte Blutwerte, Durchfall war alles dabei. Aber auch die Glatze machte mir fürchterlich zu schaffen. Es hat lange gedauert bis ich mit meiner Perücke auf die Straße gegangen bin. Da danke ich meiner Freundin, denn die hat mich "geschuppst".

    Alles Gute für Dich und weiterhin soviel Optimismus

    Ronja 64



  • Ich 43

    Vielen Dank

    Für deinen tollen Bericht

    Bin auch etroffen,kann mitfühlen,bei mir wird zuerst eine Chemo gemacht um den Tumor zu verkleinern,es tut sich auch was (echt übel ).Dann kommt die OP,dann

    Bestrahlung. Ich wünsch dir alles gute,vor allem Gesundheit.

    Kannst stolz auf dich sein

    Viele Grüße sonnilein

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