Kommentare für Erfahrungsbericht Man kann es nie vergessen

Was ist zuerst passiert?
Der zweite Schlag ins Gesicht
Wann ist es passiert?
mit 8 Jahren
Was ist sonst passiert?
Die ersten körperlichen Berührungen meines Stiefvaters
Wie endete es?
ich lebte nur noch unter Angst

Ja, es ist schon eine Weile her, wo ich mit meinem Bericht anfing zu schreiben. Aber die Materie ist so umfangreich und beklemmend zugleich, daß es mir schwer fiel da sofort weiter zu machen wo ich aufgehört habe. Nur ein kleiner Anfang hier, ist für mich schon ein großer Anfang. Ein Start vielleicht mit dem Erlebten umgehen zu können. Mein Stiefvater hatte einen Blick, daß er genau das sah, was in seinen Augen für mich verboten war. Erst Jahre später merkte ich, daß es gezielte Angriffe meines Stiefvaters mir gegenüber waren. Es war wieder mal für die Schule und ich mußte einen Aufsatz schreiben. Um alles ohne Fehler und natürlich Ausdrucksstark niederzulegen suchte ich einen Schreibblock, wo ich erstmal die Ideen dazu vorschreiben wollte. Da ich selber keinen hatte, suchte ich, was in diesem Moment auch das normalste auf der Welt für mich war, einen Block in dem Schrank von meinen Eltern. . . Dies sollte mir zum Verhängnis werden. . .! ! ! Mit Erfolg und Freude darüber, das ich einen fand, ging ich zurück an den Tisch, der am Fenster in der Küche stand, und fing an zu schreiben. . . Ich weiß nicht wie lang es dauerte, als ich den Schlüssel im Schloß vernahm und mein Stiefvater wie ein Blitz völlig für mich unerwartet in der Küche stand. Und da war es wieder. . . diese Beklemmung und dieses Herzrasen. . .! Und ohne das ich wußte, warum ich auf einmal Angst und ein schlechtes Gewissen hatte. Aber ich sollte nicht lange darauf warten um zu erfahren warum mich berechtigter Weise diese unerklärliche Angst überkam. Ich höre diese Worte und diesen mir mittlerweile bekannten Unterton meines Stiefvaters: Na. . . was hast du denn da und wo hast du den karrierten Block her. . . Ich zitterte am ganzen Körper und wollte ihm zeigen, wo der Schreibblock lag. . . Nun so weit kam ich nicht. . . es war der zweite Schlag in meinem jungen Leben, den ich in diesem Augenblick im Gesicht verspürte. . . Es sollte nicht der letzte sein. . . Mein Kopf schlug gegen das Fensterbrett. Und ich war für einige Sekunden so benommen, daß es dauerte, bis ich wieder zu mir kam und seine Beschimpfungen in dieser Situation nicht mehr richtig wahr genommen habe. Eins wurde mir jedoch klargemacht und das sollte mich den Rest meines Jugenddasein begleiten, daß das was meinen Eltern gehörte nicht gleich auch mir gehörte! ! ! Ab diesem Tag an, versuchte ich alles richtig zu machen. . . Doch leider, es gelang mir nicht. . . Ich weiß nicht mehr ob es Zeitgleich war oder etwas später anfing, wo mein Stiefvater mich unsittlich berührte. . .? ? ? Ich war klein und gerade mal 8 Jahre. Für mich war er vom Gefühl her immer noch wie mein leiblicher Vater. . . Schon seltsam, wenn man dies mit dem heutigen Wissen betrachtet! Daher war es auch nichts schlimmes, daß er vor jedem Einschlafen mir eine Gute-Nacht-Geschichte erzählte. Und das konnte er wirklich gut! Er saß dabei auf der Bettkante und fing an mich zu streicheln. . . Komisch, ich spürte ein Unbe- hagen und fühlte das irgend etwas nicht richtig war. . . Ich konnte es,< verdammt noch mal > , nicht zuordnen. Nur diese Ohnmacht aus fliehen und da bleiben. . . was war das ? ? ? ICH WAR DOCH NOCH EIN KIND ! ! ! Jede Gute-Nacht-Geschichte machte mir Angst, aber ich ließ es zu. . . Er erzählte und streichelte, erzählte und streichelte. . ., . . . bis hin zu den, für mich heute bekannten unsittlichsten Stellen. . . Natürlich möchte ich hier nicht ins Detail gehen. . . Jeder kann sich mit Bestimmtheit vorstellen, was das zu bedeuten hatte. . .! Er ging soweit, daß er keine Gelegenheit ausließ, und sogar vor meiner Mutter, mir an den Hintern und an den noch nicht vorhandenen Brüsten rum -fingerte,und das ganze mit dem Satz herunter -spielte: "Na so langam fangen die wohl an zu wachsen." Und ich bildete mir das auch noch ein. . . Mittlerweile war die Sandra geboren und ich ein kleines Stückchen älter. "Das war die Ruhe vor dem Sturm!" Mein Leben fing an, nur noch aus Angst,Gewalt, sexuelle Übergriffe, Erniedrigungen, Demütigungen und Verbotenem zu bestehen. Wenn ich heute zurückblicke, kann ich mich nicht erinnern, welchen Tag ich mit einem ruhigen Schlaf ohne Angst beendete und welchen Tag ich mit Freude und einem Hauch von Glücksgefühl begann. ICH VERLOR MEIN ICH . . . wo war es? Dieses unberschwerte; lachende; glückliche und behütete KIND ? ! ? ! ? Es ist soweit, ich kann nicht mehr und werde wenn es mir wieder möglich ist, weiter schreiben. . . ---------------- * 17.09.2008 * ---------------- Ich bin psychisch ganz schön angeschlagen ! Die Vergangenheit belastet mich doch mehr als ich vermutet habe! So wie es momentan in mir aussieht, werde ich wohl eine ganze Weile mit meinem Bericht nicht fortfahren können.

Stichworte (Tags): Angst;Seele; Gewalt;Mein Ich

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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  • 50 Jahre (m) und fühle mich immer noch als Opfer

    Hallo Zuckedrpuppe, aber auch alle anderen Missbrauchten,

    ich versuche viele Erlebnisse zu lesen. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wieviel Ängste und Scham in jedem von Euch steckt. Es ist eine Qual, nicht darüber sprechen zu können und/oder nicht zu dürfen. Ich selbst bin Missbrauchter im Alter von 12 - 15 Jahren von einem ehemaligen entlassenen Mönch und Caritasgeschäftsführer,, den ich nie "verraten" konnte. Bis heute hat er zu meinen Geschwistern Kontakt, die nichts von alledem wissen, weil sie nicht im Heim aufgewachsen sind und auch nicht die Entlassung als mein Vormund mitbekommen haben. Ich habe ihn dann bis zu meinem 18ten Geburtstag nicht mehr gesehen. Ich hatte ja auch wenig Kontakt zu meinen Geschwistern, die mir bis heute so gut wie fremd sind. Wir sind nach dem Tod meiner Mutter als ich 6 war getrennt worden. Alle weit weg. Ich durfte im Heim kein Besuchskontakt haben.

    Trotzdem bin ich jetzt extrovertiert und rede auch in der Öfenntlichkeit darüber. Mir ist jetzt immer mehr egal, ob mich jemand verurteilen will, wie es in unserer Gesellschaft sowohl für unerkannte Täter, als auch für manche Menschen ohne Schuldgefühl und vernünftiger Umgangsweise mit Opfern eigentlich angebracht wäre.

    Sie habe nicht mitgemacht wie ich all die Jahre auch von meinen Eltern und Heimerzieherinnen (Nonnen) durch Gewalt, Erniedrigungen, Demütigungen vor anderen auch Kindern und Bezugspersonenentzug und später durch mein Vormund kein wirklich eigenständiges mit gesunder Überlegung mein Leben meistern konnte.

    Sie wissen nicht wie ich all die Jahre innerlich eine Abneigung gegen fast jeden Menschen entwickelte, weil ich Angst vor weiteren Enttäuschungen hatte.

    Ich wünsche allen, daß sie nach ihrem erlebten Missbrauch so schnell wie möglich anfangen, dies aufzuarbeiten. Ich selbst fühle mich als 50-jähriger jetzt nicht mehr in der Lage, Anschluss an die berufliche oder auch private (keine Familie, keine Freunde, keine Ansprechpartner und auch keine Freundin ) Zukunft zu halten.

    Meine Kinder wurden mir aus vielleicht Rache (ich weiss es nicht) entzogen und jetzt entfremdet. Meine Kinder sind seit ihrem 3ten(weibl. und 6ten(männl.) jetzt im achten Jahr nach und nach entfremdet und manipuliert worden. Das kann meine Ex sehr gut ohne daß dies andere merken.

    Viele Grüße

    lolou



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