ich kann euch beide so gut verstehen
diese mangelnde akzeptanz von nicht betroffenen tut weh. sie begreifen nicht das sie mit dieser haltung immer wieder aufs neue verletzen. wie sollen sie auch, sie haben diese erfahrungen ja nicht.
wie sollen sie wissen wie weh es tut? wie es ist immer wieder unter flashbacks zu leiden, nachts wach zu liegen weil die erinnerungen einen quälen. sie begreifen ja nicht einmal wie glücklich sie sein können das es ihnen anders besser ergangen ist.
meine mutter hat uns "nur" im stich gelassen. sie war vorher nicht wirklich schlecht zu mir. und doch hat dieses im stich lassen, weg gehen zu einem anderen mann, etwas in mir zerstört, nämlich vertrauen auf zu bauen, das gefühl mich auf jemanden völlig verlassen zu können. ich begann schon mit 14 nur für mich selber da zu sein, nur mir selber zu vertrauen.
es ist ein wenig besser geworden, doch auch heute fällt es mir schwer vertrauen auf zu bauen, beziehungen und freundschaften zu knüpfen.
doch wie soll dies jemand verstehen, der dies nicht erlebt hat, der in einem glaskasten umhüllt von wattebällchen aufgewachsen ist.?
kaputte knochen kann man sehen, eine kaputte seele leider nicht. deshalb ist die akzeptanz in der öffentlichkeit nicht gegeben, heißt es immer noch viel zu häufig du spinnst, reiss dich zusammen etc.......
aber ein wenig sind die opfer auch selber schuld. ich sehe es an mir, jahrelang habe ich geschwiegen, niemanden etwas erzählt. als ich es dann tat war das unverständnis seitens der familie groß. doch vor zwei jahren war in wuppertal auf einer fortbildngsveranstaltung. mein mann hatte mich mitgenommen, weil betroffene daran teilnehmen durften. es ging um das thema depressionen. kolleginnen meines mannes waren auch anwesend. es kam ein punkt in derdiskussion wo ich nicht mehr ruhig sein konnte. ich stand auf und outete mich.......es war schwer, aber es tat so gut vor so vielen menschen mein elend raus zu lassen. eigentlich wollte ich dnach nur noch nach hause. aber es ging nicht. in einer pause kamem die kolleginnen meines mannes und gratulierten mir zu meinem mut. sie hätten es an meiner stelle sicher nicht geschafft dies zu tun. sie fanden es prima, und boten mir auch ihre hilfe an.
müssen wir also einfach nur viel offener mit unserer erkrankung umgehen? müssen wir die "gesunden" viel mehr damit konfrontieren? hört es dann irgendwann auf, das wir dumme sprüche ernten?
ich wünsche uns allen die kraft diese dummen sprüche zuertragen und ganz schnell wieder zu vergessen
gabi
