Als Freund? würde ich sagen für ihn da sein!Dich über die Burnout Ursachen deines Freundes erkundigen.ich kann dir ein gutes Buch empfehlen"Die Sorge um sich"von B.Gussone &G.Schiepek
Einen Satz möchte ich zitieren:Arbeitsüberlastung kann leicht zu einem Leben aus zweiter Hand führen: Die helfende Person wird zum Voyeur fremder Erfahrungen statt zum Akteur im eigenen Leben.
VG
ein freund hats burn-out syndrom..wie kann ICH ihn helfen?ist krankgeschr und hat schon therapie..
geschrieben von Domi
vor mehr als 4 Jahren (27.08.2007 17:53) -
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Ich habe die schlimmste Phase des burn-out hinter mir. Mein Ehemann und meine Kinder waren der Verzweiflung nahe. Sie wollten mir helfen und konnten es nicht.
Ich habe damals immer mehr das Verlagen gehabt, das dieser Zustand unbedingt aufhören soll. Ich wollte nicht so da hängen, nichts tun, keine Lust zu haben überhaupt irgend etwas zu tun. Ich habe vor dem Fernseher gesessen und nicht gewusst was ich gesehen habe. In Wirklichkeit hasse ich den Fernseher. Er wird bei uns nur angemacht, wenn wir geziehlt einen Beitrag sehen wollen. Also war das Verhalten für mich unnormal.
Ich kann auch nicht sagen warum er an war.Vielleicht war es die Angst vor der Stille, oder das Gefühl nicht allein zu sein. Das Verrückte war, das meine Kinder ( 19 und 26 Jahre alt ) sich sehr viel um mich gekümmert haben und trotzdem habe ich mich allein und verlohren gefühlt. Mein Problem war, dass ich nicht wollte, dass die beiden mich so sehen. So hilflos, untätig, faul.
Ich konnte mich nicht einmal dagegen wehren. Denn jede Diskussion war zu viel für mich. Und weil das rumsitzen und nichts tun können überhaupt nicht meiner bisherigen Lebensweise entsprach, kämpfte ich dagegen an. Das heisst ich habe es versucht. Denn bereits 1-2 Stunden nach dem Aufstehen war ich so müde, dass ich gleich wieder 2-3 Stunden fest schlafen konnte. Das ging so den ganzen Tag und die ganze Nacht. Ich habe jedes Gefühl für einen normalen Tagesrithmus verlohren.
Erst in der Tagesklinik für Psychytrie habe ich gelernt, dass ich nicht faul bin. Ganz im Gegenteil. Ich habe viel zu viel auf meine Schultern geladen. Ich war selbstständig, als Frau im Straßen und Tiefbau mit 30 angestellten Männern.Nebenbei ist meine Tochter sozial abgestürzt und hat ein behindertes Kind bekommen. Ihr Freund war in der rechten Szene aktiv. Sie hat für diesen jungen Mann ihr Abi geschmissen und hat Drogen konsumiert. Mein Ehemann ist die Woche über auf Montage und nebenbei haben wir allein ein altes Haus umgebaut, das 1896 erbaut wurde.
Ich war mitten drin. Für Gefühle war da kein Platz. Ich musste funktionieren. Wie eine Maschine. Morgens den Knopf an und abends den Knopf aus. Einen klaren Kopf behalten. Ich wollte meine Tochter nicht verlieren, mein Unternehmen sollte gut laufen, denn da mussten am Monatsende 90.000,00 EUR Lohngelder auf dem Konto sein, die Auftraggeber wollten versorgt sein, das Material für den Umbau musste organiesiert werden, abends habe ich Abrissarbeite bis in die Nacht gemacht, weil ja am Wochenende wieder was neu aufgebaut werden sollte. Ganz nebenbei habe ich auch noch meinen Sohn gehabt. Er ist als Baby mit 5 Wochen an Leukemie erkrankt. Und bei jedem keinen Bauchschmerz oder Fiber sind bei mir die Alarmglocken an gegangen. Ach ja Ehefrau war ich ja auch noch.Morgens um 3.00 Uhr habe ich meinen Haushalt in Ordnung gebracht, um anschließend meine Kinder versorgen zu können und auch noch rechtzeitig vor meinen Angestellten auf der zu sein. Eben funktioniert. Mehr nicht. Ich bin die Klinik gegangen und habe zum Anfang nicht gewusst was die von mir wollen. Ich habe das doch alles gewusst. Ich habe auch gewusst, dass ich mal mit meiner Familie Urlaub machen müsste, und das ich mir Freiräume einräumen müsste. Das habe ich alles gewusst. ich habe auch gesehen wie schön die Landschaft ist. Ich habe aber nicht mehr gefühlt, so ganz tief in mir, wie schön die Landschaft ist. Ich habe alles nur noch regestriert. Ich habe nicht gefühlt das ich traurig bin. Ich habe nur gewusst dass das eine oder andere nicht so gut ist. Ich konnte mich über nichts mehr freuen, Freude in mir empfinden. Ich habe zwar gelächelt, aber nur mein Gesicht, nicht mein Inneres.
Im Laufe der Jahre habe ich es gelernt oder besser trainiert,die Traurigkeit, Wut, Freude und Liebe zu unterdrücken. Einfach weil ich nicht wollte das mich meine Gefühle erdrücken, oder meine Gefühle mich verraten oder gegen mich verwendet werden können.
Dieser ständige Kampf gegen sich selbst machte mich müde. Erst bin ich von Arzt zu Arzt gelaufen um ein Mittel gegen die Überlkeit und Müdigkeit zu bekommen. Dann konnte ich nicht mehr schlafen. So merkwürdig das auch klingt. Ich konnte einfach nachts nicht mehr schlafen. Am nächsten Tag musste ich aber wieder meine Frau stehen. Und keine sollte sehen wie es in mir aussieht. Also alle Gefühle und Regungen unterdrücken, oder in den " Kessel" und weiter.
Irgendwann ist aber auch dieser Kessel voll. Und wenn man dann versucht dn Deckel drauf zu pressen, kocht er nicht nur über sondern er explodiert. Ich stand da und konnte nichts mehr tun. Jede Arbeit war für mich eine Qual. Mein Akku war leer.Stimmt nicht der Akku war nicht leer, er hatte einen Plattenschluß.
Meine Familie musste zusehen und hat viele Dinge die im Laufe der Therapie mit mir geschehen sind nicht verstanden.
In einem sogenannten Psyodrama, ist bei mir erst zum Vorschein gekommen was überhaupt alles in mir geschlummert hat. Was ich an Gefühlen, die viele unschöne Ereignisse in meinem Leben begleitet haben, in diesen Kessel gesteckt habe.Ich hatte einen super Therapeuten an meiner Seite. Er hat mich behutsam durch diese Psychodrama geführt und geschafft, dass ich die Gefühle raus lassen konnte. Das ich an diesem Tag nicht mehr zu gebrauchen war kann sich vielleicht der eine oder andere denken.
Ich habe erst einmal mit mir selber darüber ins Reine kommen müssen. Ich musste erst einmal verstehen was da die vielen Jahre mit mir passier war. Die Gefühle habe ich bereits als kleines Kind versteckt. Ich war ein Mensch welcher davon überzeugt war, das man sauer sein kann auf das eine oder andere Ereignis und wie es gelaufen ist. Aber das sich diese unterdrückete, zum Beispiel Wut oder Trauer,im Unterbewusstsein so fest setzt, dass man sie als Erwachsener Mensch noch in sich trägt, hätte ich niemals gedacht. Das war für mich quatsch. Denn jeder weiss doch das er als Kind in der einen oder anderen Situation sauer oder traurig war.
Was ich aber nicht gewusst habe, dass ich diese Wut oder Trauer nicht raus gelassen habe. Es sollte nie jemand sehen wie es mir geht. Und das als Kind schon nicht. In dieser Zeit habe ich mir antrainiert meine Gefühle zu unterdrücken, und habe das bis vor kurzer Zeit auch gut gekonnt.
Bis es dann irgendwann nicht mehr geht. Burn- out. Der Körper streikt.
Eigendlicht ist unser Körper, unser Unterwusstes super inteligent. Sie geben uns Warnsingnale. Jedem von uns. Ich konnte sie nur nicht deuten, oder wollte es nicht.
Nun aber zurück zu Deiner Frage. Wie du Deinem Partner helfen kannst.Ich würde aus meiner Sicht sagen , dass Du ihn nicht bedrängen solltest.Sei für Ihn da, aber nicht erdrücken. Wenn er anfängt zu reden höre ihm aufmerksam zu.Versuche für so normal wie immer zu sein. Habe aber trotzdem immer ein Auge auf ihn. Findet beide gemeinsam raus was ihm gut tut, und unterstütze ihn dabei.
Ich weiss es wird nicht ganz einfach sein. Aber glaube mir, der der am aller wenigsten so sein will, wie er jetzt ist, das ist Dein Partner.
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft und Liebe zueinander
Eure Christinegeschrieben von Dubro
vor mehr als 4 Jahren (27.08.2007 22:11) -
Hallo,
es ist schön, dass Du Deinem Freund helfen möchtest. Beim Burnout-Syndrom wird dies jedoch schwierig, weil gerade Personen die dem Betroffenen nahe stehen in der Regel nicht helfen können. Er soll hier unbedingt externe und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine Therapie scheint er ja schon zu machen. Das Einzige was Du machen kannst, sei für ihn da wenn er reden möchte.
Alles Gute
Dirk-Oliver Lange
LifeB | Prävention Burnoutgeschrieben von LifeB
vor mehr als 4 Jahren (30.08.2007 09:48) -
hallo dubro-besser hätte ich keinen vorschlag zur hilfe lesen selber schreiben können--so genau würde ich es auch tuen und selber haben wollen von anderen--man kann einen zustand nicht nur ändern wollen mann muss ihn erst mal akzeptieren-und wenn ich so einem freund laufend nur sage ändern-krank--nicht gut--usw.kann er das nicht verstehn und will es vorallem nicht hören--annehmen-zuhören-und entlasten bei den dingen die ihm zur last fallen-um entspannung langsam wiedererkennen zu können-annehmen zukönnen und geniessen zu können--was du aber selber da für ein leben hattest-oh gott-schön das du soooooo stark bist--
geschrieben von psycho vor mehr als 4 Jahren (26.11.2007 18:41)
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