Die Nasennebenhöhlenerkrankungen weisen die weltweit am schnellsten wachsenden Erkrankungszahlen auf! Verschiedene Faktoren -Umweltveränderungen, weltweiter Reiseverkehr, Belastungen des Immunsystems, Impfmüdigkeit und zunehmende Zahl allergischer Erkrankungen - scheinen eine Rolle zu spielen.
Auch basiert die chronische Tonsillitis (Mandelentzündung) häufig auf einer nicht erkannten und/oder nicht ausreichend therapierten chronischen Rhinosinusitis (Nasen- und Nebenhöhlenentzündung). Leider kann sich diese verstecken und symptomarm, ohne stärkere Schmerzen verlaufen und lediglich eine sog. postnasale Sekretion (hinteres Nasenlaufen) verursachen. Befinden sich pathogene (krankheitsverursachende) Erreger in der Nase, so kommt es im Rahmen der bei jedem Menschen im Schlaf auftretenden Aspiration (Eintritt von Sekret in die Atemwege) zu einer dauerhaften Belastung der Mandeln und auch der tiefen Atemwege durch das aus dem Nasenraum nach hinten laufende, mit Bakterien und Entzündungsstoffen belastete, Sekret! So entsteht auch die sog. Seitenstrangangina nach Tonsillektomie (Entfernung der Gaumenmandeln), weil nämlich die eigentliche Ursache der chron. Mandelentzündung im Bereich der Nase und Nebenhöhlen (NNH) nicht beseitigt wurde! In vielen Fällen kann, nach Sanierung der NNH auf die Entfernung der Gaumenmandeln verzichtet werden, falls die Operation früh genug - vor Auftreten einer sog.Peritonsillitis (Fortschreiten der Mandelentzündung in umliegende Gewebe) oder gar eines Peritonsillarabszesses - erfolgt!
Die operative Sanierung der Nasennebenhöhlen ist heute - in der Hand eines versierten HNO-Chirurgen kein Problem mehr, schonend und nebenwirkungsarm, da minimal invasiv (d.h. endoskopisch, endonasal, d.h. ohne Schnitte von außen durch die Nasenlöcher).
Warnzeichen für eine chronische NNH-Entzündung sind: hinteres Nasenlaufen, Stimmstörungen, Druckgefühl auf den NNH, "verschleppte Erkältung" über Wochen, chronische und therapieresistente chronische Bronchitis und asthmatische Beschwerden im Rahmen von Infekten.
Komplikationen treten gottseidank meistens erst spät auf und sind durch massive Beschwerden mit schwerem Krankheitsgefühl, Übergreifen auf Auge, Gehirn und Hirnnerven gekennzeichnet!
Aber soweit sollte es gar nicht erst kommen! Bei Verdacht auf chronische NNH-Entzündung sollte heute ein multiplanares CT (CT mit Rekonstruktion verschiedener Untersuchungsebenen) Klarheit bringen.
Ich hoffe diese Info ist für einige Forumsteilnehmer hilfreich!?
Gute Besserung wünscht
Dr.Michael Schedler
geschrieben von docmick
vor 11 Monaten (23.06.2011 15:06)