Was passiert genau bei einer Psychotherapie?Ich soll eine machen,will aber eigentlich nicht hin.

geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (06.01.2008 21:27) - Andere Fragen in diesem Monat

Was passiert genau bei einer Psychotherapie?Ich soll eine machen,will aber eigentlich nicht hin.

Tags: Psychotherapie

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24 Antworten

  • Wenn du nicht selber einsiehst das du Hilfe, sprich eine Therapie, brauchst, hat es weinig Sinn. Du wirst vielleicht eine Weile hingehen, aber die seelischen Sperren & Barrieren, die sich gebildet haben, um dich zu schützen, kannst du damit nicht erreichen. So ging es mir nämlich auch vor 4 jahren. Mittlerweile weiß ich, das ich Hilfe brauche, habe die ja auch in der Klinik gesucht. Also werde dir ersteinmal klar, will ich das überhaupt? Wenn du dich innerlich sperrst wird es nix bringen eine Therapie zu beginnen, denn erst mußt du es einsehen und auch selber wollen, das man dir Hilft. Erst dann funktioniert es.
    Bei der Psychotherapie werden Themen wie Kindheit, Jugend und alles was dich belastet durchgesprochen, also nocheinmal auf den Tisch gebracht, nur aus einem anderen Blickwinkel beschaut um es dann mit Hilfe der Therapie zu bearbeiten.
    ich hoffe es hilt dir.

    GLG Winterhexe72

    geschrieben von Winterhexe72 Female vor mehr als 4 Jahren (06.01.2008 21:35)

  • Danke Winterhexe für Deine rasche Antwort!Seit Wochen stöbere ich in allen möglichen Foren herum um Anworten zu finden, heute habe ich endlich den Mut mich mal hier anzumelden.Ich bin so verzweifelt und habe Angs, daß ich mein bisher überaus glückliches Leben (Mann, 3 Kinder)nicht mehr wiederbekomme.Bin (war) ein absolut optimistischer, offener und kontaktfreudiger Mensch. Viele Freunde,sehr sportlich, in mehreren Vereinen mit Freude aktiv, Karneval auf der Bühne (was im Moment ein riesiges Problem für mich ist!Kann meine Kollegen da doch nicht hängen lassen und meine Programmpunkte schmeißen), kann auf fast jeder Party kein Ende finden etc. Alles vorbei!!!! Ganz schlimm finde ich das tägliche Verstellen meinen Kindern gegenüber. Mein Mann weiß über meinen Zustand bescheid und verhält sich ganz, ganz toll!! Wenn ich ihn nicht hätte, wäre es eine Ecke schwieriger für mich.Vor ca. 5 Wochen habe ich völlig aufgelöst bei meinem Hausarzt gesessen und nur geheult.Hatte da schon eine schlimme Woche hinter mir.Das Schlimme ist, ich habe absolut keine Erklärung für meinen Zustand. Mein Arzt, der mich schon viele Jahre kennt, hat mir ein Anidepressiva verschrieben und mich dann jede Woche kommen lassen, um zu sehen wie es mir geht.Und mir jedesmal geraten einen Therapeuten aufzusuchen. 3 Wochen war schrecklich, dann ging es besser. Und ich habe ihn gebeten das ich die Tabletten absetzen kann, er hat sie dann durch pflanzliche ersetzt. Winterhexe, du mußt wissen, ich bin ein Typ, der alles schon irgendwie hinbekommt. Auch zum Arzt gehe ich wirklich nur wenn es sein muß. Krank bin ich eher selten und Tabletten sind mir verhasst.Jetzt habe ich 6 kilo abgenommen (in diesen 5 Wochen),habe überhaupt keinen Apetitt und muß morgen wieder den Alltag schmeißen, weil die Schulen wieder anfangen.Horror!! Heute hatte ich einen rabenschwarzen Tag, habe nur im Bett gelegen(mein Mann war zum Glück mit den Kindern unterwegs, weil er gemerkt hat, wie es mir geht)und hatte das erste Mal auch schlimme körperliche Beschwerden, das Herz schlug mir minutenlang bis zum Hals und mein ganzer Körper fühlte sich warm und schwer wie Blei an.Da habe ich dann auch beschlossen morgen vielleicht doch noch mal zu meinem Arzt zu gehen. Ich hoffe Du bist noch wach und kannst mir antworten!!
    Liebe Grüße
    Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (06.01.2008 22:04)

  • Ich kenne das, du hast eine akute Depression! Ich kenne das, da ich vor 3 Monaten ganau so drauf war. Klar hatte ich immer mal Tage, wo ich durchhing, aber so schlimm wie da? Nee oder ganz, ganz selten! War 11 Tage auf Station (schrieb ich ja schon) und etwas über 3 Wochen in der psychiatrischen Tagesklinik, wo dann durch eine umfassende Dignostik festgestellt wurde, was mit mir los ist. laß dir helfen, wenn es sein muß mit Tabletten, auch wenn du keine magst. Ich versuche es z.Zt. mit bachblüten, da ich bedingt durch´s Stillen nichts nehmen kann... Mir geht es sehr wechselhaft z.Zt. gestern hatte ich wieder so einen Abend wo ich nur geheult habe und sogar an Suzid dachte...
    Deshalb hoffe ich ja, das bei der Therapeutin, die ich bald sehen werde, und mir die Chemie stimmt.
    Warst du wirklich so glücklich? Deine Depression MUSS einen Auslöser haben! Meine kam auch nicht ganz so plötzlich. Sondern, ich habe sehre große Probleme nur verdrängt und nie bearbeitet, deshalb hat mein Körper und meine Seele die Notbremse gezogen! Könnte es bei dir auch so sein? *ganzliebgefragt*

    GLG Winterhexe72

    geschrieben von Winterhexe72 Female vor mehr als 4 Jahren (06.01.2008 22:25)

  • Liebe Lutzi,
    ich kann mich winterhexe72 voll anschließen, hab selbst jaaaahrelang mein Trauma hinter der Fassade von Fröhlichkeit versteckt und wollte auch sehr lang keine Therapie machen, weil sonst der Kindsvater mir was angehängt hätt und als Alleinerziehende will man ja keinen Konflikt. Mir haben in dieser therapielosen Zeit Bachblütentropfen geholfen, zwar nicht die üblichen Notfalltropfen, sondern die die man individuell zusammenstellen kann. Das kannst Du in jeder Apotheke machen lassen.
    Mittlerweile hab ich eine Therapie angefangen, weil der Kindsvater mich sonst auf die Palme bringt und ich mit Kokosnüssen schießen könnt. Jetzt haben sogar die Dritten, die er gegen mich aufhetzen will, keine Chance weil ich denen die Stirn biete.
    LG

    Heidi

    geschrieben von Kraeuterfreundin vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 09:58)

  • Hallo Luzie, wenn ich Deine Geschichte lese finde ich mich genau darin wieder..Mir ging es vor einigenen Jahren ganz genau so..War immer fröhlich ,hatte zu allem Lust,viele Freunde und hobbys und auf einmal war alles vorbei..erst Stimungsschwankungen und Gewichtsabnahme,die wie ich mittlerweise weiss,von innerem Stress kommt..Dann kamen ganz plötzlich die körperlichen Beschwerden hinzu(Herzrasen,Herzschmerzen,Luftnot)..Das sind übrigens Panikattacken..Habe mir dann auch ärztliche Hilfe gesucht und Bücher zum Thema Angst und Panik gelesen(haben mir sehr geholfen weil man dann erstmal genau weiss was mit einem los ist))..War dann auch in stationärere Behandlung..Habe anschliessend mein ganzes Leben umgekrempelt..Heute bin ich genau wieder der Mensch der ich vorher war..Arbeite an dir und such dir einen guten Therapeuten ..L.G.Vanessa..

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 10:48)

  • Hallo Luzie, wenn ich Deine Geschichte lese finde ich mich genau darin wieder..Mir ging es vor einigenen Jahren ganz genau so..War immer fröhlich ,hatte zu allem Lust,viele Freunde und hobbys und auf einmal war alles vorbei..erst Stimungsschwankungen und Gewichtsabnahme,die wie ich mittlerweise weiss,von innerem Stress kommt..Dann kamen ganz plötzlich die körperlichen Beschwerden hinzu(Herzrasen,Herzschmerzen,Luftnot)..Das sind übrigens Panikattacken..Habe mir dann auch ärztliche Hilfe gesucht und Bücher zum Thema Angst und Panik gelesen(haben mir sehr geholfen weil man dann erstmal genau weiss was mit einem los ist))..War dann auch in stationärere Behandlung..Habe anschliessend mein ganzes Leben umgekrempelt..Heute bin ich genau wieder der Mensch der ich vorher war..Arbeite an dir und such dir einen guten Therapeuten ..L.G.Vanessa..

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 10:48)

  • Hallo, Ihr Lieben, komme gerade vom Arzt.Der hat mich erst einmal auf die Pritsche gelegt und mir eine Infusion verpasst, weil mein Körper ziemlich am Ende war.Dann hat er gleich telefoniert und mir für Morgen einen Termin bei einem FA für Neurologie und Psychiatrie besorgt.Da gehe ich auf jeden Fall auch hin, weil ich merke, wie schnell sich mein Zustand verschlechtert hat in den letzten Tagen.Das macht mir schon ein bischen Angst.Dann werde ich gleich erst einmal unsere Karnevalschefin anrufen und fragen, ob ich aus irgendwelchen Nummern wieder raus kann.Ist bestimmt möglich. Es belastet mich im Moment sehr, Texte lernen, zu den Proben gehen und einen auf fröhlich machen, obwohl mir gar nicht zum spaßen ist.Was soll ich da als Erklärung vorbringen? Mir geht es nicht gut, ich habe eine Depression? Ich weiß nicht.Außerdem habe ich echt Hemmungen mein Problem an die große Glocke zu hängen.Weil es gibt ja auch ein paar wenige Tage wo es mir dann mal besser geht.
    Winterhexe, du hast mich gefragt ob ich wirklich so glücklich war. Das kann ich mit einem glasklaren ja beantworten.Ich habe einen wunderbaren Mann, den ich heute am Tag wieder heiraten würde,Kinder die ohne Probleme durch die Schule rutschen und uns auch sonst keinerlei Sorgen machen.Familienleben ist uns allen sehr sehr wichtig und so leben wir auch. Und finanzielle Sorgen gibt es auch nicht.Also, ich weiß da echt nicht wo da ein tieferes Problem sitzen soll. Auf jeden Fall tut es sehr gut mich mit Euch auszutauschen. Liebe Grüße Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 11:19)

  • Hallo Lutzi,hast ja schon mal ein paar Entscheidungen getroffen..Das ist gut so.. ich habe damals auch mehrere Infusionen bekommen weil mein körperlicher Zustand so schlecht war..Steh einfach zu Deinem momentanen Zustand bei den anderen und Du wirst sehen oder hören wieviel andere das gleiche Problem haben oder hatten.. Das Dich in diesem Zustand alles belastet ist ganz normal.. Mache Dir nicht soviel Gedanken über ein tiefersitzendes Problem ,sowas kann auch aus heiterem Himmel kommen und auch eben so schnell wieder verschwinden..l.G.Vanessa

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 11:40)

  • Dann ist es sicherlich eine Depression aus einer Überlastung heraus. Die hatte ich akut im Oktober. ch habe auch immer versucht, ja niemanden hinter meine maske blicken zu lassen. habe meine Probleme meist mit mir selber ausgemacht. Was hat es gebracht? Psychiatrie, weil ich Angst hatte ich könnte meinen Kindern etwas antun! Es wurde eine Überlastungsdepression diagnostiziert. Weil immer mußte alles klappen, hatte gar keine Zeit mehr wirklich nur für mich, das hat mein Körper und meine Seele nicht mehr mitgemacht und angefangen zu streiken! Wünsche dir für deinen morgigen Termin alles gute, und verschweige nicht deine Probleme, auch wenn du nicht gern drüber reden magst... ich habe heute endlich geschafft meine schlimme Erfahrung von vor 23 jahren aufzuschreiben und zu veröffentlichen!

    GLG Winterhexe72

    geschrieben von Winterhexe72 Female vor mehr als 4 Jahren (07.01.2008 11:47)

  • Mein Termin gestern war irgendwie doof!!Der Arzt hat mir Fragen zu meiner aktuellen Lebenssituation gestellt, mir Trevilor75 verschrieben und will mich in 2 Wochen noch einmal sehn. Das Ganze hat so ca. 15 Minuten gedauert. Ist das normal beim ersten Mal? Ich habe die ganze Nacht vorher nicht geschlafen, weil ich dachte daß der sofort mein inneres nach außen krempeln will.Ich soll jeden morgen eine Tablette nehmen. Fühle mich ziemlich angeschossen, weil ich ja auch nichts essen kann.Habe aus schlechtem Gewissen einen Kakao getrunken, weil ich Angst habe, daß ich mir sonst den Magen mit den Dingern kaputt mache.Das wars erst einmal, habe jetzt keine Lust mehr zu schreiben, der Tag heute wird nicht der Brüller.
    Gruß Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 10:42)

  • Hallo Lutzi,sage Dir aus eigener Erfahtung das Tabletten nicht viel helfen..Sie stellen Dich nur ruhig und machen müde..Hast Du schon mal an Bachblüten gedacht?? Dein Arzttermin war wirklich komisch..ich finde ein Therapeut der dich nach fünfzehn Minuten mit einer Schachtel Tabletten nach Hause schickt ist kein guter Arzt..Das du in Deiner Situation nichts essen kannst ist völlig normal..Hast du mal nach Büchern Ausschau gehalten? Treibst du eigentlich Sport?? Mir hat Bewegung,vor allem Joggen sehr gut getan.. L.G.

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 11:04)

  • Übrigens,bei mir hat ein Termin beim Therapeuten immer 30-45 Minuten gedauert..

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 11:06)

  • Hallo!

    Jetzt will ich mich hier auch mal einklinken. ;-)

    Zunächst mal scheint mir hier ein Missverständnis oder so vorzuliegen. Termine beim THERAPEUTEN sind in aller Regel Einzelstunden - die dauern grundsätzlich 45-50 min ... oder Doppelstunden - die dauern grundsätzlich etwa 90 min. Der Turnus hängt dabei von der Art der Therapie ab: Bei der einen Therapieart hat man 3-4 Wochenstunden ... bei einer anderen meist ein Termin alle 1 bis 2 Wochen ... und läuft sie langsam aus oder ist keine so intensive Arbeit mehr nötig, gibts vielleicht bloß alle paar Wochen einen Termin

    Lutzi war jedoch bei einem ARZT - und da dauern Termine sehr unterschiedlich lange. Ein Arzt ist ja "nur" für den Körper zuständig - die Seele interessiert ihn weniger. Leider. Sicher, bei einem Erst-Termin sich nach 15 min im Wartezimmer wiederzufinden - mit einer Tablettenschachtel ... das ist echt nicht das Wahre ... und da würde ich mir auch überlegen, evtl. den Arzt zu wechseln. Sofern das denn möglich ist - und es überhaupt noch andere Ärzte in Deiner Umgebung gibt, die Dich drannehmen. So dicht gesät sind die ja leider nicht.

    Und dann zum Thema Depressionen:

    Ja, es gibt sogenannte endogene Depressionen - die aus irgendwelchen inneren, körperlichen Prozessen oder so heraus entstehen. Wo es also nicht wirklich irgendwelche Lebensumstände, Verhaltensweisen, Denkmechanismen oder so zu verändern gilt - sondern einfach nur irgendwelche fehlenden Stoffe zuzuführen sind. Oder welche, die zu viel sind, neutralisiert werden müssen. Oder sowas eben.

    Das jedoch lässt sich kaum in einem 15-min-Gespräch abklären - sondern erfordert eine ausführliche und kompetente Diagnose mit umfassender Datenerhebung.

    Sollte sich dabei dann herausstellen, dass es doch irgendwelche Ursachen im Leben gibt - dann ist Deine Entscheidung gefragt, @ Lutzi: Willst Du was daran ändern - dann wirst Du Dich selbst um eine Therapie bemühen. Willst Du das nicht wirklich aus tiefstem Herzen - brauchst Du Dir eigentlich auch keine aufdrängen lassen. Sie wäre eh relativ sinnlos - und die Kliniken sind voll von solchen Leuten, die dann eh nichts Dauerhaftes erreichen und in X Monaten eben wiederkommen.

    Auch wegen dieses Dilemmas gibt es manchmal Medikamente - um dem Patienten überhaupt erstmal die Chance zu geben, eine eigene Entscheidung treffen zu können. Und manchmal sind auch erstmal beruhigende Mittel nötig - damit der Patient eben die umfassende Datenerhebung für die Diagnose überhaupt durchstehen kann.

    Es kann also sehr viele sehr verschiedene Herangehensweisen geben - und keine ist zwingend von vornherein falsch oder schlecht. Und ich würde mir von hier aus jetzt auch nicht anmaßen zu beurteilen, ob der Arzt nun ein total schlechter ist - oder ob er seine Gründe dafür hat, die er vielleicht "bloß" nicht ordentlich erklärt hat.

    Ich persönlich weiß nur eins: Wenn mein Arzt irgendwas mit mir tut oder so, was ich nicht verstehe, mir nicht sinnvoll erscheint oder sowas - dann rede ich mit ihm darüber, frage ihn, nehme mir ggf. auch einen Zettel mit meinen Fragen mit usw.

    Manchmal klärt sich dann einiges auf - und plötzlich ergibt sich doch ein Sinn hinter allem. Manchmal stellt sich aber auch heraus, dass der Arzt einfach nicht zu mir passt oder so ... ich mit ihm nicht kann ... oder sowas ... und dass ich mir eben besser einen anderen suche.

    Ein ganz anderes Kapitel ist die Selbsthilfe:

    Gerade bei Depressionen (warum auch immer - und wodurch auch immer ausgelöst) ist Bewegung wirklich wichtig. Und möglichst draußen an der Luft und im Hellen. Am besten sowas wie flottes Spazieren, Wandern, Laufen, Joggen, Walken, Skifahren oder sowas. Oder als Alternative auch mal Schwimmen. Wenn einen die Menschen und Regeln nicht überfordern - vielleicht auch lockere Ballspiele mit anderen. Aber nicht zu ernsthaft und ohne Druck.

    Auch sowas wie mein Sternchenbuch (siehe mein Erfahrungsbericht dazu) kann helfen ... die oft etwas verrutschte Wahrnehmung wieder bissel auf "positiv" trainieren ... eigene Fortschritte bewusst machen ... usw.

    Und überhaupt ist ein Tagebuch sehr hilfreich. Also irgendein Heft oder Block oder auch ne Liste im PC, wenn Dir das lieber ist - wo Du Deine Verfassung einträgst ... möglichst mit ner Note auf der Skala von 1-10 bewertest, WIE gut oder WIE schlecht es Dir gerade geht ... damit Du Unterschiede wahrnimmst ... festhalten, was eher verschlechternd wirkt - und was eher verbessernd wirkt ... Gutes häufiger im Tag einbauen - und für Schlechtes evtl. Belohnung, Ausgleich oder so finden oder gar ganz streichen, wenn möglich ...

    Auch hier bei imedo war Selbsthilfe bei Depressionen schonmal Thema - hier die Links dazu: http://www.imedo.de/group/topics/show/1403-depression-selbsthilfe
    http://www.imedo.de/group/topics/show/54117-depression-selbsthilfe
    http://www.imedo.de/group/topics/show/53622-buchempfehlung-zur-selbsthilfe-zur-unterstuetzung-und-zur-kuenftigen-vorbeugung

    Und das Thema, wie man Glück und Zufriedenheit (wieder) lernen kann, gabs auch schon manchmal - z. B. hier:
    http://www.imedo.de/group/topics/show/53670-glueck-und-zufriedenheit-neu-erlernen
    http://www.imedo.de/community/questions/show/1922-was-kann-ich-gutes-fuer-meine-seele-tun-damit-es-mir-wieder-besser-geht-und-mein-selbwertgefuehl-zurueck-kommt

    So, und nun hab ich genug getippt. ;-) Will Dich ja nicht "zuschütten".

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

    geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 11:48)

  • Ich war bei einem Neurologen/Psychologen, an den mein Hausarzt mich überwiesen hat.Ich gehe in 2 Wochen noch einmal hin und wenn ich mich dann nicht wohl fühle, werde ich vielleicht wirklich wechseln. Hat jemand Erfahrung mit Trevilor75? Dauert es wirklich ca. 2 Wochen bis es wirkt? Wie waren Eure Nebenwirkungen?
    Liebe Grüße
    Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 13:42)

  • Hallo Lutzi!

    Vorweg: Ich selbst kenne das Mittel nicht aus eigener Erfahrung.

    Aber so allgemein gilt für das Zeug: Venlafaxin wirkt stimmungsaufhellend und angstlösend. Der angstlösende Effekt tritt in der Regel schnell ein, während die stimmungsaufhellende Wirkung erst nach etwa zwei Wochen einsetzt.

    Ach ja, ein Tipp noch: Pass gut auf Dich auf, bau Dir ein Netz aus Helfern/Beobachtern - und lass regelmäßig Deinen Blutdruck checken. Bei manchen Menschen haben Antidepressiva ganz allgemein ... und konkret besonders die SNRI ... und eben auch das Venlafaxin ... ziemlich heftige Nebenwirkungen. Manche vertragen es aber auch ganz gut.

    Wikipedia: "Venlafaxin soll bei unter 25jährigen Anwendern die Suizidalität (Selbstmordneigung) im Vergleich zu Scheinmedikament (Plazebo) um den Faktor 5 steigern. (...) Wegen des besonderen Suizidrisikos und der im Vergleich zu anderen Antidepressiva höheren Toxizität sollte Venlafaxin nach Ansicht einiger Experten nicht mehr zur Erstbehandlung der Depression verwendet werden. In Großbritannien wurde die Leitlinie zur Depressionsbehandlung überarbeitet, um den besonderen Risiken von Venlafaxin Rechnung zu tragen."

    Das größere Problem wird es wahrscheinlich erst dann geben - wenn Du das Zeug irgendwann mal wieder absetzen sollst oder willst. Im Bezug auf "Absetzen von Venlafaxin" hab ich bisher nur Katastrophenberichte gehört/gelesen. Vor allem dann, wenn der Doc nicht sensibel genug ist, das Zeug extreeeeeeemst langsam auszuschleichen.

    Ich drück Dir auf jeden Fall alle Daumen! Gut

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

    PS: Wenn ich persönlich Näheres zu einem Antidepressiva oder so (also Häufigkeit + Ausmaß der Nebenwirkungen, Tipps + Probleme beim Absetzen, ...) wissen möchte - schaue ich bei www.adfd.org nach. Ich mag die Seite und finde sie sehr kompetent.

    geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 14:03)

  • Ich habe damals auch ein Antidepressiva bekommen..Bei mir waren die Nebenwirkungen bleierne Müdigkeit bis in die Mittagsstunden(war zu nichts fähig deswegen)..Hinzu kam ein guter Apetitt was zur Folge hatte das ich mindestens 10 Kilo zugenommen habe.. Antidreppesiva kann man nicht mal einfach so nehmen und wieder absetzen sondern man muss es wie Gänseblümlein schon sagt, langsam wieder absetzen...Wenn der Arzt zu dem Du gehst ein Psychologe ist sind 15 Minuten gerade für ein Erstgespräch viel zu kurz.. MfG Vanessa

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 14:59)

  • Hmmm, es gibt sehr verschiedene Antidepressiva - die auch ganz verschiedene Wirkungsweisen, und damit auch ganz verschiedene Nebenwirkungen haben. Hier also von irgendeinem (zudem unbenannten) Antidepressiva irgendwelche Nebenwirkungen aufzuzählen - hilft Lutzi kein bisschen weiter. Womöglich ist es nicht einmal ein SNRI gewesen - und somit kein Stück vergleichbar.

    Und selbst wenn es eines war - gibt es einige sehr verschiedene SNRI´s. Und selbst ein und derselbe Wirkstoff wirkt bei 100 Patienten 100mal anders. Das ist ja eines der Probleme mit dem Zeugs. ;-)

    Aber zumindest gäbe es einige wichtige Fragen an den Arzt - jedenfalls hätte ich die, wäre ich Lutzi:

    * Warum verschreibt er als erstes (!) Mittel der Wahl und offenbar ohne umfassender Diagnostik (!) ausgerechnet Venlafaxin? Wenn es doch eigentlich wegen der Gegengründe nur für melancholische Depressive, die auf besser dokumentierte Medikamente und Verfahren nicht ansprechen, eingesetzt werden sollte?

    * Und wann soll die umfassende Diagnose erarbeitet werden - wenn der erste Termin so auffallend kurz war?

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

    geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 15:33)

  • Hallo Gaensebluemin,bin genau deiner Meinung..Bei jedem Antidrepessiva und bei jedem Patienten sind die Nebenwirkungen anders..das hatte ich vergessen zu erwähnen..Will auf keine Fall Lutzi verunsichern..MfG Vanessa...

    geschrieben von Vanessa vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 16:43)

  • Hallo Vanessa und Gänseblümin, danke für Eure Tips!Der Tag heute war einfach schrecklich!!!!!Gestern und heute je eine Trevilor.Ziemlich starker Schwindel, das Gefühl mit einem Finger in der Steckdose zu stecken und eine leichte Art von Berauschtheit. Mir graut jetzt schon vor morgen früh, wenn ich die nächste nehmen muß.Nach ca. 5 bis 6 Stunden wird das besser und dann kommt die Übelkeit.Ich habe heute eigentlich nur geheult, so gut wie nix gegessen und jede Gelegeneit genutzt mich hinzulegen.Kann aber dann nicht schlafen, sondern bin einfach nur k.o.Wenn mir jemand sagt, halte durch, das ist nur die ersten 5 Tage so,will ich das wohl tun.Aber auch hier wird es sicher so sein, daß es bei jedem anders ist.Das ist ja der Mist!!
    Vanessa, Du hast mich gefragt, ob ich Sport treibe. Bis vor 6 Wochen ungefähr habe ich ca. 3 mal die Woche Sport gemacht.2 mal war minimum.Krafttraining im Fitnessstudio und/oder Ausdauer.Nordik Walking bei fast jedem Wetter. 1 Stunde pro Einheit. Ich habe meinen Sport geliebt. Wenn ich einen Tag habe, wo es mir gut geht(die werden leider immer seltener), renne ich sofort wieder los.Aber an den anderen Tagen habe ich einfach keine Kraft.
    Bücher habe ich mir noch nicht besorgt.Verspreche mir eigentlich nichts davon. Oder hast Du eins was Du mir besonders empfehlen kannst?
    Liebe Grüße
    Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 22:52)

  • Meine Buch-Empfehlung hab ich oben schon verlinkt. ;-)

    Wünsch Dir, @ Lutzi, dass die unerwünschten Arzneimittelwirkungen möglichst nur kurz bleiben!

    Beste Grüße, Gänseblümin.

    geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 23:13)

  • Ach ja, eins noch:

    Wenn Du keine Kraft für Deinen gewohnten Sport hast (was okay ist und auch kein Drama) - versuch Dich wenigstens (fast?) jeden Tag für eine klitzekleine Spazierrunde aufzuraffen. Jedenfalls, wenn Dich die Nebenwirkungen irgendwie auf den Beinen lassen.

    Möglichst tagsüber, wenn es hell ist. Egal, ob die Sonne scheint oder nicht - die wirkt. Vielleicht gibts ja ein Geschäft im näheren Umfeld - wo Du dann eben einen Apfel, ein Brötchen oder sonstwas kaufen gehen kannst, was eh gebraucht wird. Oder Dir fällt ne "bessere Ausrede" dafür ein, dass es eben nötig ist. Oder Du gehst wenigstens zum Briefkasten runter und eine Runde ums Haus, um die Schneeflocken oder sonstwas zu zählen. ;-)

    Das ist aus mehreren Gründen wichtig und hilfreich - und hinterher wirst Du froh sein, es geschafft zu haben. Ganz bestimmt! *diraufmunterndzulächel*

    geschrieben von Gaensebluemin vor mehr als 4 Jahren (09.01.2008 23:18)

  • Hallo, wollte mich nur zurückmelden. Habe ziemlich schlechte Wochen hinter mir. Das Trevilor ist mir überhaupt nicht bekommen und hat mich ziemlich fertig gemacht.Das Problem war, der der es mir verschrieben hat, zu dem wollte ich nicht mehr hin und mein Hausarzt war in Urlaub. Also habe ich es zwei Wochen trotz starker Nebenwirkungen weiter genommen, man darf es ja nicht so einfach absetzen. Da ich ja sowieso schon sehr wenig gegessen habe, war nach diesen zwei Wochen gar nichts mehr mit Essen. Nachdem ich dann fünf Tage NICHTS(!) gegessen habe und am Ende war hat mein Mann mich ins Krankenhaus gesteckt. Da war ich dann die ganze letzte Woche. Jetzt werde ich wohl oder übel in zwei Wochen in eine psychosomatische Klinik gehen. Mit dem Essen das klappt immer noch nicht. Mit Mühe und Not ein trockenes Brötchen oder eine Schnitte am Tag. Habe jetzt in 9 Wochen 11 Kilo abgenommen. Hätte nie gedacht, dass es so schnell mit einem bergab gehen kann. Grüße an alle,
    Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (05.02.2008 19:07)

  • Oje, Lutzi, da hoffe ich doch mal das dir dort geholfen werden kann.
    Drück dir dafür die Daumen.

    GLG Hexe

    geschrieben von Winterhexe72 Female vor mehr als 4 Jahren (08.02.2008 23:19)

  • Hallo Winterhexe,Vanessa,Gänseblümchen und alle anderen! Nach vielen, vielen Wochen wollte ich mich doch jetzt erst einmal zurückmelden. Meine oben gestellte Frage kann ich mir nun selbst beantworten. Seit 6 Wochen bin ich nun in einer psychosomatischen Klinik, ein endgültiger Entlasstermin noch nicht in Sicht. Es gibt noch zu viele Täler in die ich immer wieder hineinstürze. Aber die Tendenz geht nach oben und das ist entscheidend. In der Klinik fühle ich mich sehr gut aufgehoben und die dortigen Behandlungsmethoden erscheinen mir sinnvoll. Ein Medikament, was mir gut bekommt habe ich nun auch endlich gefunden. Leider stehe ich mir nur selber noch zu oft im Wege und könnte etwas mehr Geduld gebrauchen.
    Als mein Problem vor einiger Zeit losging und ich mich im Internet schlau gemacht habe, habe ich oft gelesen, dass so eine Therapie anstrengend ist. O.K., dachte ich, man hat einige Termine, aber was soll da so anstrengend sein? Nun weiß ich es, alles was mit Gesprächen, Gruppentherapien oder Situationen, in denen man sich mit sich selber auseinandersetzten muß, zu tun hat ist extrem anstrengend. Danach bin ich immer fix und fertig!
    Also, wer Fragen hat, ich kann sie Euch jetzt recht gut beantworten, glaube ich. Euch allen da draußen ein wunderschönes Osterfest!!
    Lutzi

    geschrieben von Lutzi vor mehr als 4 Jahren (23.03.2008 05:34)

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