Hallo annamaria
meine Antwort hat zwei Teile:
den ersten Teil an Dich: Du bist seine Ehefrau. Nicht seine private Krankenschwester, Therapeutin oder Ärztin. Achte auf Dich, Deine Gefühle, die Grenzen Deiner Belastbarkeit. Und stelle Dich ganz bewusst und konkret Deinen Sorgen und Ängsten.
den zweiten Teil für die erste Zeit zuhause, nach Klinikaustritt: Hilfreich kann für diese Zeit eine sorgfältige Austrittsvorbereitung sein. Ein Gespräch am runden Tisch in der Klinik mit dem verantwortlichen Arzt, der Bezugspflegeperson, der Ergotherapeutin und vielleicht der Sozialarbeiterin. Zusammen einen Tages- und Wochenplan erarbeiten mit und für Deinen Mann, individuell ausgewogen zwischen Aktivität und Ausruhen, etwas allein oder für sich selber machen, gemeinsame Aktivitäten als Ehepaar oder mit der Familie. Einen "Notfallkoffer" mit eingeübten Massnahmen, wenns stressig oder düster wird. Und ein Netz von Personen, die angerufen oder kontaktiert werden können, wenn es zu einer Krise oder einer plötzlichen akuten Verschlechterung des Befindens Deines Mannes kommt- rund um die Uhr verfügbar.
Bleib zuversichtlich - es wird ganz bestimmt wieder heller und leichter!
Die Heilung einer Depression / eines Burn-Out ist kein linearer Verlauf, nur nach oben. Es gibt immer wieder kleine Täler, Rückwärts-Saltos, wolkenverhangene, kalte Tage. Aber dahinter scheint die Sonne - ganz sicher!
Lieber Gruss
Ursula
geschrieben von Specht
vor mehr als 3 Jahren (25.07.2008 15:02)