mein Vater hat COPT-Lungenkrankheit, was kann er tun?

geschrieben von bettcy Female vor mehr als 3 Jahren (09.08.2008 11:00) - Andere Fragen in diesem Monat

mein Vater hat COPT-Lungenkrankheit, was kann er tun?

Tags: Hilfe bei COPT

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4 Antworten

  • Hallo bettcy,

    eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist zwar nicht schön, aber es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu lindern. Zum besseren Verständnis:

    Schauen wir uns doch mal unsere Atemwege an. Das beginnt ganz oben, bei unserer Nase bzw. unserem Mund, dann gehts abwärts in die Luftröhre die sich irgendwann in die beiden Hauptbronchien aufspaltet. Ab hier sorgen Flimmerhärchen dafür, das der Dreck, den wir täglich mit einatmen, nach oben transportiert wird, damit wir ihn abhusten können. Noch weiter unten verzweigen sich die beiden Hauptbronchien in mehrere Lappenbronchien und diese wiederum enden in noch feineren Bronchiolen. Dort gibt es allerdings leider keine Flimmerhärchen mehr, die reichen nicht so weit hinab. Daher wird der Dreck, der ganz unten sitzt, auch nicht mehr hinauftransportiert. Um Deinem Vater zu helfen, hast Du nun die Möglichkeit, ihn abzuklopfen. Dazu muß Dein Dad sich bäuchlings über irgendein Polster legen, so dass sein Hals sich tiefer befindet als sein Brustkorb. So können die Verschleimungen bergab fließen. Als nächstes produzierst Du mit Deinen Händen (ganz sanft und vorsichtig) einen leichten Trommelwirbel und zwar auf seinem Rücken in Höhe der Lungen. Dadurch löst sich der Schleim von den Bronchialwänden ab. Wenn Du zu leicht trommelst, bleibt er haften und wenn Du zu fest trommelst, klatscht er nur an die gegenüberliegende Seite und bleibt dann dort hängen. Daher ist bei dieser Übung viel Fingerspitzengefühl nötig, dass Du aber schnell bekommst wenn Du es regelmäßig jeden Tag machst. Um den Schleim zu verflüssigen, damit er besser abfließen kann, sollte Dein Vater etwa eine Stunde vorher noch einen Becher Tee trinken, den Du mit den Blüten der Schlüsselblume (Primula officinalis)

    ansetzt. Etwa 1 gestrichener Esslöffel voll mit 1/4 lWasser überbrühen und 10 Min. ziehen lassen. Gibts in der Apotheke aus kontrollierten Anbau. Dem Tee hinzu fügst Du noch eine Messerspitze Anissamen. Das steigert die Tätigkeit der Flimmerhärchen. Der Tee wird dann mit dem Teelöffel laut vernehmlich gescglürft, damit möglichst viele der ätherischen Öle im Atemtrakt landen und nicht nur im Magen. Dann kommt das Abklopfen wie oben beschrieben und wenn alles geklappt hat, dann wird Dein Vater, mit dem Kopf bergab liegend, auf einmal jede Menge Schleim abhusten können.

    Um das Ganze abzurunden, sollte Dein Vater sich abends, vor dem Zu Bett gehen, die Brust mit Pinementol, Tigerbalsam oder etwas Vergleichbarem Einreiben. Das fördert die Aktivität von körpereigenen Fresszellen, die zusätzlich Dreck aus den Lungen herausschaffen. Ausserdem atmet Dein Vater dann im Schlaf heilkräftige ätherische Öle ein. Wenn Du noch weitere Fragen hast, schick mir einfach eine Nachricht

    :-> und alles Gute für Dich und Deinen Vater









    geschrieben von JuergenApitzsch vor mehr als 3 Jahren (09.08.2008 14:21)

  • '''''Wow,

    ich bin beeindruckt von Jürgens Antwort, wird Dir sicher weiterhelfen.

    Noch ein bisschen was zum Verständnis: COPD bedeutet Chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Chronisch kennst Du sicher, bedeutet anhaltend bzw. fortbestehend, geht nicht mehr weg. Obstruktiv bedeutet, dass sich etwas verlegt oder verengt, jedenfalls dass ein Hindernis besteht. Bezogen auf die COPD bedeutet es, dass die Luft nicht mehr so gut ausgeatmet werden kann wie bei Gesunden, hingegen klappt das Einatmen meist gut. Asthma ist sehr verwandt, aber nicht ganz das Gleiche.

    Was noch nicht angesprochen wurde: Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entstehung, Unterhaltung und das Fortschreiten der COPD. Klartext: Rauchen ist Gift, auch passives Rauchen.

    Was kann man noch tun, außer dem was Jürgen empfohlen hat?

    - Gewicht reduzieren bei Übergewicht

    - regelmäßig Ausdauersport wie walken, schwimmen etc.

    - inhalieren

    und weitere Tipps findest Du sicher auf den Seiten der Selbsthilfegruppen, wenn Du COPD eingibst.

    lg ive

    geschrieben von ive Female vor mehr als 3 Jahren (09.08.2008 19:33)

  • Ich bedanke mich für die Tipps, leider bin ich alleine und habe niemanden der mir entsprechend den Rücken beklopfen könnte. Wie könnte ich mir helfen? Inhalationen (Pari, mit Ensersalz und ein paar Tropfen Tacholiquin haben eine totale Verengung ausgelöst. Ich trinke kein Alkohol, rauche nicht, sehr gesunde Ernährung.Jetzt komme ich kaum mehr den Berg hoch und war eine begeisterte Sportlerin. Versuche jetzt das Blutdrucksenkmittel Delix(Ramipril) auf Olmetec (Olmesartan) umzustellen. Da ich außerdem an einer chronischen Sinusitis mit Polypenbildung leide. Mußte schon 6 TotalOPs über mich ergehen lassen.
    Für jede Hilfe wäre ich sehr, sehr dankbar.
    Frau Birge Ehret (63 Jahre)
    E-Mail Adresse: resome@web.de

    geschrieben von behret vor etwa 1 Jahr (12.01.2011 14:24)

  • Hallo, war sehr interessant was ich hier gelesen habe!
    Nur kann ich mir nicht vorstellen, dass die Mittel, die
    Jürgen geschrieben hat, meiner Mutter noch helfen können, ich werde die Mittel allerdings ausprobieren!
    Meine Mutter hat mittlerweile schon die Pflegestufe 1 durch die verfluchte Krankheit! Ohne Sauerstoff gehts gar nicht mehr und mehrmals täglich und Nachts legt sie sich die Atemmaske an! Trotzdem schnauft sie so heftig nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen! Kann nicht mehr aus dem Haus, bekommt Angstzustände, nicht mal mit dem Rollstuhl! Ist seelisch am Ende, obwohl sie immer versucht tapfer zu sein! Jede kleinste Anstrengung ist für sie die Hölle, selbst das Zähneputzen und Ankleiden erfordert größte Mühe!
    Und infektanfällig ist sie obendrein auch noch, mind. 1 mal im Monat nimmt Sie ein Antibiotikum.
    ich weiß nicht mehr weiter! Es muß doch etwas geben, das ihr Leben etwas lebenswerter macht, das sie einwenig mehr Luft bekommt.
    Was haltet Ihr von Lungentransplantation?
    Wäre super, wenn ich mir jemand ein paar Tipps geben könnte!
    Danke im Voraus
    liebe Grüße, Sandra

    geschrieben von sakre vor etwa 1 Jahr (02.02.2011 16:31)

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