Diese Frage ist nun schon etwas älter und ich hoffe, dass es eine positive Änderung gab!?
Ich kann den vielen Empfehlungen nicht ganz beiplichten, denn eine Trennung sollte wirklich nur dann empfohlen werden, wenn es keinen anderen Weg gibt.
Zu oft sehe ich, dass ein Mensch versucht, es in der Beziehung dem anderen "recht" zu machen und rutscht so in eine Dienstleisterrolle, die ggf. mal in einer Opferrolle enden kann. Je nachdem wie der bediente Partner gestrickt ist, wird er die Dienstleistungen gern annehmen, denn für ihn sind es ja zuerst einmal Vorteile.
Nun kann es sein, dass der eine immer größere Erwartungen an den "dienenden" Partner stellt, welcher diese jedoch irgendwann nicht mehr erfüllen kann, ohne sich selbst aufzugeben. Diese Prozesse sind jedoch schleichend und wenn sie erkannt werden, ist das Kind oft schon im Brunnen.
Was passiert ist nach meiner Meinung, dass der "Bediente" den Respekt vor dem "Dienenden" verliert, da der "Dienende" im Zuge der "Selbstaufgabe" irgendwann schleichend in die Operrolle gleitet und auch der Respekt vor sich selbst verloren geht. Somit verliert auch der Partner den Respekt vor seinem "Diener".
Bei einer Freundin war es eine ähnlich beschriebene Situation. Ihr Partner war unhöflich, führte sie vor, sie war schuld, wenn etwas nicht klappte, etc. Sie lies es über sich ergehen, weil sie Angst hatte, er würde sie verlassen, wenn sie sich wehren würde.
Wir haben zusammen viel daran gearbeitet, dass sie zu sich zurückfand und sie wieder auf IHREN Lebensweg zurück kam. Sie schaffte den Schritt aus dieser Opfer-Rolle und sehr schnell veränderte sich auch ihre Beziehung. Sie stellte schnell fest, dass das, was sie über sich ergehen lies, sie mit keinem anderen Menschen machen würde, weil sie es als unmenschlich ansah. Auf die Frage: "Warum lässt du es dann bei dir zu?", kamen wir irgendwann dort hin, dass sie erkannte, wie sie sich Shritt für Schritt aufgegeben hatte.
Während sie sich nun Schritt für Schritt veränderte, merkte plötzlich der Partner, dass wenn sie auf sich achtet, sie sich sein Verhalten nicht mehr gefallen lassen wird. Da er sie nicht verlieren wollte, blieb ihm nur, wieder "runter zu kommen" und ihr mit Respekt zu begegnen.
Sie verschaffte sich neuen Respekt, weil sie sich selbst wieder respektierte und ihren eigenen Weg wieder im Auge hatte.
Sie haben BEIDE Fehler gemacht, die sie fast auseinander gebracht hätte. Die beiden sind heute noch zusammen und erst vor kurzen gab sie mir das Feeback, dass sie glücklich sind.
Vielleicht ein Ansatz?
geschrieben von joergmartin vor mehr als 3 Jahren (13.12.2008 17:42)