Hämoglobin (Hb) ist der rote Farbstoff der Roten Blutkörperchen (Erythrozyten). So ein rotes Blutkörperchen kann insgesamt vier Farbstoffkomponenten aufnehmen. Die Aussage eines niedrigen Hb lässt aber noch keine Vermutungen über die Ursache eines Hb-Mangels zu. Um hierzu etwas Relevantes sagen zu können, ist die Angabe eines zu niedrigen Hb Wertes zu wenig, denn ein niedriger Hb kann viele Ursachen haben. Daher benutzt man noch ein paar weitere Angaben, um einen besseren Verdacht zu bekommen – so genannte Erythrozytenindizes (MCH, MCHC und MCV).
Um diese Indizes berechnen zu können, braucht man die drei Messwerte Hb, Hämatokrit (alle Blutzellen des Vollblutes; da die Erythrozyten (Ery) etwa 99% hiervon ausmachen, ist es gleichzusetzten mit dem Erythrozytenvolumen) und die Erythrozytenzahl.
Der MCH gibt hierbei die mittlere Hämoglobinmasse in einem Ery an.
MCHC gibt dagegen die Hämoglobin-Konzentration bezogen auf das Ery-Volumen an.
Und der MCV gibt das mittlere Volumen eines Ery selbst an.
Nach diesen Erythrozytenindizes lassen sich nun die verschiedenen Mangelerscheinungen besser diagnostizieren.
Sind beispielsweise sowohl MCH und MCV erniedrigt, lässt sich dies auf einen Eisenmangel durch chronischen Blutverlust – beispielsweise durch so genannte okkulte Blutungen (also unentdeckte Blutungen) im Stuhl, oder aufgrund von Regelblutungen bei der Frau zurück führen.
Sind dagegen diese beide Werte erhöht, liegt meist ein Mangel an Vitamin B12 vor, wodurch es zu einer Teilungsstörung der Ery-Vorstufen im Knochenmark kommt. Normalerweise kann der Körper genügend Vit.B12 mit der Nahrung aufnehmen, es kann aber aufgrund einer chronischen Entzündung im Magen zu einem Mangel an Intrinsic Faktor kommen, der die Aufnahme des Vit.B12 erst ermöglicht. Würde man hier nun vermehrt Vit. B12 zu sich nehmen, wäre der tatsächliche Effekt viel zu gering. Hier macht lediglich die Aufnahme von Vit. B12 sind, wenn sie unter Umgehung des Magens erfolgt.
Um die Frage beantworten zu können, was man tun kann um die Situation auf Dauer zu verbessern, sollte hierfür unbedingt die Anämieform von einem Arzt genau abgeklärt werden.
Übrigens bezeichnet man als Blutplasma alle Bestandteile des Blutes Proteine (z.B. Gerinnungsfaktoren, Antikörper) und Elektrolyte aber keine Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten), so dass der Hb durch eine Plasmaspende eigentlich gar nicht beeinflusst wird.
geschrieben von Hagelstein
vor mehr als 3 Jahren (14.12.2008 21:24)