Hallo. Wer kann mir hier vielleicht helfen, Informationen über Blutarmut zu bekommen?

geschrieben von ERWIPP Male vor mehr als 4 Jahren (09.07.2007 12:46) - Andere Fragen in diesem Monat

Hallo. Wer kann mir hier vielleicht helfen, Informationen über Blutarmut zu bekommen?

Tags: Anämie

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6 Antworten

  • Du fragst sehr allgemein.

    Also versuche ich es auch erst einmal im Überblick zu erklären, ja?

    Bei einer Anämie (Blutarmut) besteht ein Mangel an Erythrozyten (rote Blutkörperchen) oder an Hämoglobin (Blutfarbstoff) oder an beiden.
    Auch Veränderungen in Form, Größe und Färbung der roten Blutkörperchen kommen vor.

    Es gibt akute und chronische Anämien.

    Symptome der akuten Anämie
    Blässe, schneller Puls, Schwindel, Herzklopfen, kalter Schweiß, Unruhe, Durst, evt. Schwarzweden vor den Augen (drohender Schock).

    Chronische Anämie
    Blässe,, allgemeine Leistungsminderung, leichte Ermüdbarkeit, Neigung zu Schwindel, Kälteempfindlichkeit, schlechtes Gedächtnis, Herzklopfen und Atemnot bei Belastungen.

    Ursachen

    Blutungsanämien durch Blutverlust.

    Mangelanämien durch Mangel an lebensnotwendigen Stoffen:Eisen, Vitamin B 12, Folsäure, Intrinsic-Faktor, Eiweiß, z. B. bei erhöhtem Bedarf (Schwangerschaft).

    Hämolytische Anämien durch vorzeitigen Erythrozytenabbau

    Aplastische Anämien durch Störung der Erythropoese (= Erythrozytenproduktion) bei Knochenmarkschädigung.

    Symptomatische Anämien durch infektiöse oder andere toxische Einflüsse. Die Anämie ist dann ein Teil des akuten oder chronischen Krankheitsprozesses, z.B. Krebs, Tuberkulose, Vergiftungen.

    wichtige Laborbefunde
    Das rote Blutbild: Zahl der Erythrozyten, Menge des Hämoglobins und der Hämatokrit
    evt. auch Blutgruppe, Retikulozyten, Eisenspiegel usw.

    Christel

    geschrieben von Christel vor mehr als 4 Jahren (09.07.2007 13:41)

  • Hallo!
    wollte noch hinzufügen, dass eine Anämie auch durch eine niereninsuffizienz ausgelöst werden kann.Das ist dann die sogenannte renale anämie. Die Symptome sind hierbei ebenfalls muedigkeit, herzklopfen, konzentrationsstoerung und blaesse.
    In der Niere wird eigentlich Erythropoetin produziert, manchmal auch erypo oder EPO genannt, das ist das Doping-Mittel aus dem RadsportGut Dieses erypo sorgt für die Herstellung von roten Blutkörperchen. Bei der Nieren-Funktionsstörung wird weniger erypo produziert, also werden auch weniger Blutkörperchen hergestellt.
    Die Therapie erfolgt durch die Gabe von gentechnisch hergestelltem EPO, z.B. neorecormon oder in schwerwiegenderen fällen durch eine nierentransplantation

    Grüße calendula

    geschrieben von calendula Female vor mehr als 4 Jahren (09.07.2007 16:32)

  • Vielen dank für die Antwort. Ich muß aber noch hinzufügen, das ich im Auftrage meines Vaters hier angemeldet bin. Wir sind auf der Suche nach einem Speziallisten für Anämie bzw. eine Klinik,die Anämie behandelt.
    Vielleicht kann ich ja auf diesem Wege neue Informationen bekommen. da mein vater aufgrunf vom MS fast blind ist, übernehme ich diese Sache.
    Gruß Frank

    geschrieben von ERWIPP Male vor mehr als 4 Jahren (09.07.2007 16:39)

  • Hallo Frank,
    Ansprechpartner ist m. E. der Facharzt für innere Erkrankungen, es gibt auch Spezialambulanzen direkt für hämatologische Erkrankungen.
    Aber erst einmal muß der doc deines Vaters herausbekommen, was die Ursache der Anämie ist und dass kann m. E. sogar der Hausarzt, der dann bei speziellen Krankheitsbildern zum Spezialisten überweisen wird.
    Christel

    geschrieben von Christel vor mehr als 4 Jahren (09.07.2007 17:06)

  • Blutarmut (Anämie)

    Anämie bedeutet wörtlich Blutarmut (griechisch); gemeint ist der Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es gibt zahlreiche Ursachen für eine Anämie. In Europa ist die Eisenmangelanämie mit 80% der Anämien die häufigste Form der Anämie. Betroffen sind insbesondere Frauen im gebärfähigen Alter.

    Menschen mit einer Anämie sind oft blass, ermüden rasch, fühlen sich schwach und beklagen Atemnot. Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Blutarmut.

    www.at.aol.de

    geschrieben von Diana2 vor mehr als 4 Jahren (16.07.2007 21:54)

  • Blutarmut (Anämie)
    OA Dr. Siegfried Sormann

    Unter Anämie versteht man einen Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut bzw. eine Verminderung des Hämatokrits (Verhältnis des Volumens der Blutzellen zum Blutgesamtvolumen). Bei der Beurteilung des Schweregrades der Krankheit wird sich der Arzt vor allem am Hämoglobinwert orientieren.

    Genaueres über die roten Blutkörperchen (Erythrozyten)

    Die roten Blutkörperchen sind scheibenförmige Zellen ohne Zellkern. Sie werden im Knochenmark gebildet. Die Anzahl der neu gebildeten Erythrozyten wird vom Erythropoetin reguliert, einem Hormon, das abhängig von der Sauerstoffkonzentration im Blut in der Niere gebildet wird. Ein gesunder Erwachsener hat insgesamt ungefähr 25.000 Milliarden rote Blutkörperchen. Sie unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau, wobei die Lebensdauer eines gesunden roten Blutkörperchens etwa 120 Tage beträgt. Dann werden die alten Erythrozyten vor allem über die Milz abgebaut. Die Zeitspanne zur Bildung neuer funktionsfähiger roter Blutkörperchen aus den Vorstufen beträgt etwa sechs Tage.

    Der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen ist der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Dieser besteht wiederum aus Eiweiß (Globin) und dem eigentlichen Blutfarbstoff, dem Häm, einer eisenhältigen Substanz, die für die Bindung des Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen verantwortlich ist. Ein gesunder Erwachsener besitzt insgesamt etwa 650 Gramm Hämoglobin.

    Die Hauptaufgabe der roten Blutkörperchen ist der Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen der Lunge und dem Gewebe.

    Die Normalwerte für Erwachsene betragen:

    Rote Blutkörperchen:

    Männer: mehr als 4.3 Mio/Mikroliter (mcl)
    Frauen: mehr als 3.9 Mio/mcl

    Hämoglobin (roter Blutfarbstoff):

    Männer: mind. 13.5 g/dl
    Frauen: mind. 12.0 g/dl

    Hämatokrit:

    Männer: 40 Prozent
    Frauen: 37 Prozent

    Ist einer oder sind mehrere dieser Werte vermindert, spricht man von einer Anämie.

    Am häufigsten zeigt sich eine Verminderung all dieser Werte. Bei speziellen Anämieformen können neben einem reduzierten Hämoglobin auch normale Werte für rote Blutkörperchen und/oder Hämatokrit vorliegen. Daher sollte man immer den Hämoglobinwert im Auge behalten.

    Wie bekommt man eine Anämie?

    Es gibt drei grundlegende Mechanismen, wie eine Anämie entstehen kann:

    1. Gestörte Bildung im Knochenmark

    Mögliche Ursachen dafür können sein:

    Eisenmangel
    Vitamin-B12-Mangel
    Folsäuremangel
    Erythropoetinmangel (siehe oben)
    Knochenmarksversagen (aplastische Anämie)

    - Knochenmarksversagen kann angeboren sein oder als Folge anderer Ursachen (sekundär) entstehen, am häufigsten durch eine
    - Knochenmarksschädigung durch Medikamente oder andere chemische Substanzen, aber auch durch
    - Verdrängung durch Tumore - Virusinfektionen - Allergische Schädigung

    2. Vermehrter Abbau der Erythrozyten (siehe hämolytische Anämien)

    3. Blutverlust

    Dieser ist:

    akut (z. B. durch Verletzungen bzw. bei Operationen) oder
    chronisch (z. B. bei langsam blutenden Magengeschwüren).

    Welche Symptome treten auf?

    Anzeichen einer Anämie sind:

    allgemeine Müdigkeit
    eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
    Atemnot und Herzklopfen bei Belastung
    Kopfschmerzen
    Konzentrationsstörungen
    Blässe.

    Wie stellt der Arzt die Diagnose?

    Zur Diagnosesicherung muss eine Blutuntersuchung (Blutbild) durchgeführt werden. Sind rote Blutkörperchen und/oder Blutfarbstoff (Hämoglobin) vermindert, werden zur genaueren Unterscheidung verschiedene Blutwerte wie Eisen, Ferritin, Transferrin, Vitamin B 12, Folsäure, das mittlere Erythrozytenvolumen und die Retikulozyten (Vorstufe der Erythrozyten) im Blut gemessen. Eine Verminderung der Retikulozyten ist ein Hinweis für eine Knochenmarksschädigung bzw. für eine Bildungsstörung, eine Erhöhung für einen vermehrten Verbrauch der Erythrozyten (durch Abbau oder Verlust). Im Blutausstrich werden alle Blutzellen unter dem Mikroskop genau betrachtet. Ebenso werden Veränderungen der Form und Größe festgehalten.

    Wie wird eine Anämie behandelt?

    Die Behandlung ist von der Ursache abhängig und sehr unterschiedlich. Sie ist bei den einzelnen Erkrankungen angeführt.

    www.netdoktor.at

    geschrieben von Diana2 vor mehr als 4 Jahren (16.07.2007 21:56)

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