Erfahrungsbericht: Brustverkleinerung

Was ist zuerst passiert?
Rückenschmerzen
Wann ist es passiert?
vor einem Jahr
Was ist sonst passiert?
Arztbesuche und Zeit ist vergangen
Wie endete es?
mit einer kleineren Brust

Zunächst wollte ich einmal sagen, dass ich überglücklich bin, diese Operation gemacht zu haben. Ich kann das nur weiter empfehlen und deshalb möchte ich auch diesen Bericht schreiben.

In der Schule wurde ich früher als Tittenmonster und ähnliches bezeichnet, das war mir aber meistens egal, kam immer drauf an,von wem der Kommentar kam. Beim Sport bin ich anstatt zu rennen immer nur schnell gelaufen, und wenn ich mal sprinten musste, dann will ich gar nicht wissen wie das aussah, es tat auch fast schon weh , wenn man so eine riesen last da vorne hat und die sich schnell bewegt.

Ich habe bis zu meinem 19 Lebensjahr keine Bluse getragen, denn so Omablusen wollt ich nicht anziehen und andere haben mir in Größe 46 auch nicht gepasst.

Meine Brust wog auf der einen Seite 1300 g und auf der anderen ca 1500g. Das war Cup E oder F, je nach BH. Naja BH´s zu kaufen war auch kein Spaß, meistens hab ich diese großen Größen dann im Katalog bestellt, denn wie gesagt so Omasachen gingen halt mal gar nicht Naja.

Weitere Schmerzen sind entstanden beim Geschirr spülen zB wenn man da 2 Minuten nicht aufrecht steht, tut einem der Rücken den ganzen Tag weh. Auch alleine nur beim längeren stehen.

Immer wieder mal hab ich über eine Brustverkleinerung nachgedacht ,aber nie so wirklich ernst, das war mehr so ein Wunschtraum. Bis irgendwann mal meine Mutter und ich darüber geredet haben. Wir waren uns beide gleich einig, das es aus unserer Sicht unbedingt notwendig sei, wenn ich ein Stückchen mehr Lebensqualität haben will, schöne Klamotten tragen will und vor allem nicht in ein paar Jahren ein gewaltiges Rückenproblem haben will. Und noch dazu war es wie oben schon beschrieben nicht einfach Sport zu machen und das war auch dringend notwendig bei mir.

Nachdem ich mit der Schule fertig war und sie beendet habe, hatte ich Zeit, da ich kein Studienplatz bekam, so kam da dann schnell eins nach dem anderen. Ich bin zuerst zu meinem Hausarzt gegangen und hab mit ihm darüber geredet. Im Prinzip fand jeder mit dem ich geredet hab die OP für sehr sinnvoll. Nach dem Hausarzt war ich dann beim Frauenarzt, die Ärztin war ebenso für eine OP und meinte auch dass sie möglicherweise auch von der Krankenkasse bezahlt werden würde.

Schließlich habe ich dann einen Termin bei dem medizinischen Dienst der Krankenkasse bekommen.

Ich habe mir davor sehr viele Gedanken gemacht, da ich von vielen Leuten gehört habe, dass man ein Attest vom Orthopäden braucht und noch dazu zu einem Psychologen muss und einen harten Weg gehen muss, bis man dann die Genehmigung bekommt oder eben auch nicht.

Voller überraschen bin ich zum Arzt gekommen, dann wurden meine Brüste gewogen(was nicht so einfach ist, die wurden dann auf eine Waage gelegt und man muss dann halt versuchen nur die Brust darauf zu legen und nicht das restliche Gewicht darauf zu verlagern), sie im Verhältnis zum Körper betrachtet, abgetastet und dann stand der Beschluss auch schon fest.

Die Ärztin meinte, dass sie (trotz meinem nicht schlanken Körper) viel zu groß sind und absolut eine Belastung für meinen Rücken sind. Und es ist ja auch nicht nur das, denn ich bin nicht unbedingt gerne raus gegangen, man weiß ja nie was für dumme Kommentare auf einen warten, zudem war ich einfach sehr unglücklich, auch alleine schon wegen meinen Kleidungsstücken. Aber zurück zum Arzt, die meinte das die Kasse die Kosten übernehmen würden. Ich war überglücklich.

Am selben Tag haben wir dann im Krankenhaus angerufen, und uns einen Termin geben lassen, da musste ich dann etwas länger drauf warten. Ich habe dann 3 Monate warten müssen. Was durchaus angebracht ist, da viele sich dann vielleicht doch nochmal überlegen ob sie das wirklich machen wollen oder nicht.

---------- Zeit ist vergangen ----------------------

Endlich war es soweit, ich war im Krankenhaus und hatte überhaupt keine Angst, ich hatte auch davor keine Angst, mir ist nur generell Krankenhaus und all das drum rum nicht so lieb. Aber ich war super gut betreut.

Wisst ja, Aufklärung wegen Narkose, etc. all dass kam auf mich zu und am nächsten Tag gings dann los. Ich war dann nüchtern da gelegen und sollte ursprünglich morgens gleich dran kommen, dass hat sich dann aber nach hinten verschoben so musste ich bis mittags warten. Was aber im Prinzip nicht so tragisch war, da man ja Beruhigungstabletten bekommt (schon am Abend davor).

Den Weg in den OP hab dich dann aber doch noch in Erinnerung und die Vorbereitung im OP auch. Man liegt da, schaut nach oben und bekommt so ein bisschen was mit, zb das ganz viele Leute an verschiedenen Stellen an deinem Körper rummachen, da ne Spritze setzten, hier eine Infusion vorbereiten. Plötzlich habe ich einen unheimlich ekligen Druck verspürt ich wollte schon sagen, dass ich das Gefühl hab mein Brustkorb platzt auf, und schon war ich friedlich eingeschlafen ;)

Die Operation hat knappe 3h gedauert. War wohl sehr anstrengend die 2.te Brust so hinzu bekommen wie die erste.

Als ich aufgewacht bin standen meine Ma und meine Freundin am Bett, aber ehrlich gesagt weiß ich davon nicht mehr viel. Habe lange geschlafen und die Narkose hab ich auch nicht wirklich gut vertragen (musste mich mehrmals übergeben). Was ich dann leider doch gemerkt hatte, war, dass ich Drenagen hab (das wusste ich zwar vorher) aber ich wusste nicht wie sich das anfühlt. Das war durchaus schmerzhaft und ich kam damit nicht so zu recht. Bei fast jeder Bewegung haben die Drenagen stark wehgetan. Ein furchtbares pieksen. Ich hatte als ich aufgewacht bin natürlich schon den StützBH an und war verpackt und verklebt. Als ich den aber geöffnet habe, war ich im ersten Moment schon ziemlich geschockt/überrascht, da war im Gegensatz zu vorher fast nichts mehr da.

Also Cup C ist wohl genug aber für den ersten Blick wars schwer ungewöhnlich habe ja schließlich sehr lange damit gelebt riesen Brüste zu haben.

Naja das blöde war wie gesagt die Drainagen die sind dann nach 3 Tag raus gekommen ich habe sehnsüchtig darauf gewartet. Hab auch mehrmals geweint, weil ich die Art von Schmerzen nicht ertragen konnte. Ansonsten tat mir nichts weh. In der Phase der Verheilung hat es dann immer wieder mal gejuckt, das war ein wenig unangenehm aber tat keinesfalls weh oder war störend. Ich kam mir vor wie ein Polizist mit ner schusssicheren Weste, da der BH so komische träger hatte. Der spannte am Anfang natürlich auch und war recht fest, das war auch ein wenig unangenehm ab und zu. Aber den kann man dann ja öffnen ne weile und sich wieder beruhigen und dann geht das wieder.

Bin nach 6 Tagen wieder nach hause gekommen. und musste nach einer Weile ich weiß nicht mehr genau ob es 1 Woche oder 2 waren, musste ich wieder ins Krankenhaus um die Fäden ziehen zu lassen. Das war auch überraschenderweise nicht schlimm, hat halt gezogen und geziept aber war gut auszuhalten. Nach 6 Wochen oder 8 (sorry hab das alle snich mehr so genau im Kopf) bin ich dann zur Kontrolle zu meiner Frauenärztin und sie war total zufrieden, wollte eben schauen ob alles gut verheilt und alles richtig ist.

Ich habe mir sobald ich konnte gleich an einem Tag 3 BHs gekauft, ich bin in Laden hab geschaut was mir gefällt und mir dann die BHs gekauft. Das war traumhaft.

Ich habe den Tipp bekommen von einer Freundin, auf die Narben Lavendelöl zu schmieren,das soll gut für die Narbenverheilung sein. Hab ich auch getan.

Ich gehe jetzt auch regelmäßig Sport machen und kaufe auch wieder gerne ein, und vor allem genieße ich es raus zugehen und mein Leben zu genießen.

Ich bin sehr glücklich darüber, dass mich meine Familie und all meine Freunde dabei unterstützt haben. Vielen Dank.

Und falls jemand Fragen hat, darf er mir gerne schreiben.




Stichworte (Tags): Brust OP, Kleidung, narben, Narkose, sport

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren

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