Erfahrungsbericht: Diabetes

Was ist zuerst passiert?
Diabetesdiagnose
Wann ist es passiert?
April1978
Was ist sonst passiert?
intensive Zunahme meiner Bulimie
Wie endete es?
Kein Ende in sicht



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Mein Diabeteslebensbericht

Ich bin 1978, 10jährig an Type 1 Diabetes erkrankt. Es war ziemlich heftig für mich da ich panische Angst vor Spritzen hatte. In der Kinderklinik wo ich war, war es die Hölle. Da ich nie wusste wie ich mich verhalten sollte. Bewegte ich mich schimpften die Schwester weil ich im Wege war, doch man durfte ja die Station nur verlassen wenn ein Elternteil dabei war. Legte ich mich hin, wurde ich gemaßregelt da ich ja noch etwas übergewichtig war ( da ich ja seit ich denken kann an einer Essstörung leide). Es gab auch oft Sachen die ich nicht mochte, die man mir aber hinein zwang. Ich hatte einmal alles wieder in die Tasse von mir gegeben und man Zwang mich es wieder hinunter zu schlucken. Man hörte immer wieder Diabetiker müssen Schlank, sportlich und perfekt im Essen sein. Im laufe meiner Zeit hatte ich, da ich ja auch keine Unterstützung hatte, ziemlich viel mist gebaut. Jedes Jahr war ich wegen entgleistem Diabetes in der Klinik. In der Schule wollte ich immer normal sein, deswegen tat ich so als hätte ich keinen Diabetes. Ich naschte mit anderen, spritzte mich oft nicht. In der Schule wurde ich immer als Fixer betitelt. Meine Hbac werte lagen immer, über Jahre hinweg bei 15%. Ich musste auch immer einmal im Monat zum Tagesprofil ins Kliniklabor. Blutzuckergerät bekam ich erst später. Ich habe schon sämtliche Insuline durch, selbst eine Pumpe hatte ich bekommen obwohl ich heute weiß das das bei einer Bulimie falsch ist. Auch häufige Klinikaufenthalte wegen eines Hypo waren öfter an der Tagesordnung. Mit dem Insulin spielte ich auch deswegen oft da ich immer dünn sein wollte. Ich weiß heute da eine gravirende Psychische Störung bekannt ist, das vieles auch in den Kliniken und den Ärzten verpfuscht worden ist. Trotzdem bin ich jetzt nach dreißig Jahren mit meinen Spätschäden noch recht gut weggekomen. Ich habe zwar die Rethinophatie (mit Laserbehandlung und einer Augenop wegen massiver Glaskörpereinblutung, zur Zeit stabil), die Polyneurophatie in beiden Füßen bis zum Knie und eine Magenentleerungsstörung, doch es hätte schlimmer kommen können. Ich habe Gott sei Dank eine Diabetologin gefunden die beides stehen lassen kann. Den Diabetes und die Bulimie. Ich bin schon in psychischer Behandlung und habe wenigstens ungefähr einen Weg gefunden meine Werte einigermaßen in Grenzen zu halten, doch mit Essanfällen, Erbrechen und Hungerphasen ist es schwierig. Wenigstens das regelmäßige Spritzen funktioniert jetzt, auch weiß ich langsam wie ich auf meiner Bulimie reagieren muss. Wo ich oft meine Krise kriege ist wenn ich jedes Mal automatisch mit Type 2 Diabetiker verglichen werde. Früher weil ich dick war, heute obwohl ich 20 Kg abgenommen habe weil ich dieses Jahr 40 werde. Auch guckt heut zu Tage kein Arzt mehr über seine Brille und sieht nicht das wie gerade bei mir ja auch noch andere Faktoren mit hineinspielen wie meine Bulimie und meine Psychische Erkrankung. Leider finde ich auch keine Leute die auch so eine Situation Essstörung und Diabetes haben. Ich kann halt dadurch mit „normalen Diabetiker“ nicht viel anfangen da die nicht meine Probleme haben und so auch nur die „normalen Probleme mit dem Diabetes haben“

Stichworte (Tags): Bulimie, Diabetes

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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