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Erfahrungsbericht: Blindenfußball ist genauso spannend
- Was ist zuerst passiert?
- mein Freund Alex trat dem Blindenfußballverein bei
- Wann ist es passiert?
- vor einem Jahr
- Was ist sonst passiert?
- er schießt viele Tore
- Wie endete es?
- ... hoffentlich bald mit dem Meistertitel
Ein Bekannter von mir, der Alex, spielt Fußball. An sich wäre das ja noch nichts wirklich Neues und Spannendes. Es gibt ja Tausende von Männern (und natürlich auch Frauen), die Fußball spielen. Alex hat aber gegenüber diesen vielen anderen Fußballern eine Besonderheit: Er ist blind. Ihr schaut jetzt bestimmt ganz entsetzt (oder vielleicht auch leicht amüsiert) daher. Aber ehrlich: Alex ist blind und offiziell mit dem Schweregrad B1 eingestuft. Das heißt er sieht nichts, zero, nada, kein bisschen ... Und trotzdem spielt er Fußball. Blindenfußball nämlich. Und er ist richtig gut darin. Weil ich immer wieder auf Leute treffen, die noch nie etwas von Blindenfußball gehört haben, will ich diesen kleinen Erfahrungsbericht schreiben.
Also Blindenfußball unterscheidet sich ein kleines bisschen vom „normalen“ Fußball. Aber nicht viel. Gespielt wird mit 5 Spielern pro Team (4 Spieler und 1 Torwart). Der Torwart ist der einzige auf dem Feld, der nicht blind ist. Hinter jedem Tor steht ein Guide der gegnerischen Mannschaft, der die eigenen Spieler von dort aus in Richtung Tor dirigieren kann. Daher geht es beim Blindenfußball auch etwas lauter und geschwätziger zu als beim Nicht-Blindenfußball. Ein weiterer Grund ist, dass der Ball im Inneren mit Rasseln bestückt ist. So können die Spieler ihn auch ohne Sehen orten. Das klappt wirklich ganz gut. Ich schaue Alex öfter zu und bin immer wieder überrascht und begeistert, wie er und die anderen Spieler den Ball so gut finden können und ihn dann anscheinend problemlos zum gegnerischen Tor dribbeln können. Faszinierend! Einfach toll! Ich habe super viel Respekt vor diesen Menschen, weil sie sich nicht von ihrer Einschränkung unterkriegen lassen, sondern so aktiv am Leben teilnehmen wie Nicht-Blinde. Manchmal so gar aktiver, habe ich das Gefühl, denn es gibt ja genug Nicht-Blinde, die auch nur den ganzen Tag auf der Couch hängen und fernsehen.
Blindenfußball wird vorwiegend in der Halle gespielt, weil dort die Akustik einfach besser ist. Wir als Fans müssen aber ruhig sein, um die Spieler nicht zu verwirren. Eine Besonderheit gibt es noch: Die Fußballer müssen durch Rufen anzeigen, wo sie sich befinden. Besonders wenn sie im Ballbesitz sind und auf das Tor stürmen. Und mit Stürmen übertreibe ich nicht, denn die Spieler laufen schon recht schnell übers Feld. Es ist also nicht so, dass alle langsam durch die Halle schleichen. Da ist schon Action drin im Blindenfußball. Natürlich kann es auch mal zu Karambolagen kommen. Das ist eingeplant. Und deswegen tragen einige Spieler auch einen Kopfschutz, der sie vor Schlimmeren bewahrt.
Tja, aber ansonsten geht es auch beim Blindenfußball natürlich um eine Sache: um Tore. In Deutschland gibt es Blindenfußball erst seit etwas über zwei Jahren. Viele größere Städte (Berlin, Würzburg, Hamburg, Stuttgart, Main, Dortmund, Essen, Marburg, Chemnitz u.a.) haben Teams und nehmen aktiv an der Blindenfußballbundesliga teil. Es gibt sogar internationale Wettkämpfe. Brasilien ist hier ganz weit vorn.
Zum Schluss bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, was ich auch schon am Anfang erwähnt hatte: Blindenfußball ist genauso spannend und actionreich wie Fußball von Nicht-Blinden. Informiert euch doch mal und schauts euch selbst an.
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Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren
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