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Erfahrungsbericht: Fleckfieber - wenn die Laus im Mantel zwickt
- Was ist zuerst passiert?
- Kleiderläuse sind typisch Überträger des Bakteriums
- Wann ist es passiert?
- früher auch in Europa recht verbreitet
- Was ist sonst passiert?
- vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen
- Wie endete es?
- ohne Therapie und Verbesserung der Hygiene bei 1 von 5 tödlich
Eine bakterielle Infektion mit sehr schwerem Krankheitsbild ist das epidemische Fleckfieber (Typhus exanthematicus - wegen dem Hautausschlag -), auch klassisches Fleckfieber, Läusefleckfieber oder einfach nur Flecktyphus genannt. Die gemeine Kleiderlaus dient als Überträger des Bakteriums mit Namen Rickettsia prowazekii. Diese Bakteriengattung nutzt vor allem Zecken, Flöhe, Milben und Läuse als Zwischenwirt, um als Parasit in den Menschen zu gelangen.
Auslöser des klassischen Fleckfiebers sind desweiteren schlechte hygienische Bedingungen, welche erst zur vermehrten Häufung von Insekten, Gliedertieren und Parasiten führt. Einmal von der Kleiderlaus gebissen, nistet sich das Bakterium in der Regel 10 bis 14 Tage, manchmal schwankend in 5 bis 23 Tagen im Körper des Menschen ein. (Inkubationszeit)
Nach dem Einleben und Wachsen der Bakterienkultur entwickelt sich ein klinisch recht schweres Krankheitsbild beginnend, wie typisch für Infektionen, mit:
- hohem Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
Am 4. bis 6. Tag entwickelt sich an Händen und Füssen des Infizierten ein aufblühender Hautauschlag (als petechiales Exanthem oder Roseolen bezeichnet), gefolgt von einer teils deutlichen Schwellung der Milz und starker Gefäßentzündung infolge der Einwanderung der Bakterien.
Im weiteren Verlauf können sich beim Infizierten durch die Überschwemmung des Körpers mit Bakterien Symptome wie Schüttelfrost, Bewusstseinsstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme entwickeln. Nicht selten sogar:
- Enzephalitis (Gehirnentzündung)
- Kreislaufkollaps durch multiple Sepsis (Blutvergiftung)
welches nicht selten in der 2. Woche nach Krankheitsausbruch zum Tode führen kann. Bei längerem Verlauf tritt öfters in der 4. bis 5. Woche eine undefinierte, allgemeine Nervenentzündung beim Betroffenen auf (Polyneuritis).
Überlebt der Infizierte bei rechtzeitiger Behandlung oder starker Abwehr und milden Verlauf das klassische Fleckfieber, so besteht zwar lebenslange Immunität gegen eine erneute Infektion von außen. Aber es können Rickettsien (der Erregerstamm) in das Knochenmark einwandern und 3 bis 40 Jahre später einen Spätrezidiv (späten Rückfall) von Fleckfieber auslösen! (Brill-Zinsser-Krankheit)
Da der Krankheitsverlauf ohne Therapie in 20% aller Fälle tödlich endet, ist ebenso wie bei anderen schweren Infektionskrankheiten Schnelligkeit bei der Diagnose und sofortige Bekämpfung der Bakterien geboten. Die Therapie erfolgt mit recht starken Antibiotika (Tetracyclinen) vorwiegend mit Doxycyclin. Damit verhindert man bei langanhaltend und erfolgreicher Bekämpfung auch enen möglichen Spätrezidiv.
Desweiteren ist im Ausbruchsgebiet die Bekämpfung der Kleiderlaus durch Insektizide und durch Verbesserung der allgemeinen, hygienischen Bedingungen (Lebensstandard) angebracht, durchzuführen. Der Bevölkerung wird oft in diesen Ausbruchsgebieten schnellstmöglich, wenn verfügbar, mit Impfstoff die Schnellimpfung gegen den Fleckfiebererreger angeboten.
Durch die übergreifenden Maßnahmen, ist die Infektion mit Fleckfieber eher zu einem (gefährlichen) Risiko bei einer Urlaubreise in vor allem Hochgebieten tropischer Regionen geworden (Individualreisen). War sie früher häufig in Ost- und Südeuropa anzutreffen, sind mittlerweile keine Mehrzahl an Ausbruchsfällen in Europa mehr zu verzeichnen.
Daher ist bei möglichen Reisen in die Hochgebietsregionen Südamerikas oder Asiens das Einholen von Informationen über die Hygienezustände in der Region wichtig und vorsichtshalber eine Schutzimpfung gegen Fleckfieber als Prävention ratsam. Denn auch bei rechtzeitiger Behandlung besteht weiterhin das nicht geringe Risiko daran zu versterben. Daher gilt auch in diesem Fall: Die beste Therapie ist Prävention.
Fleckfieber ist eine meldepflichtige, bakterielle Infektionskrankheit, weiterführende Informationen finden Sie auf den offiziellen Seiten des Robert-Koch-Instituts: http://www.rki.de
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Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren
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