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Erfahrungsbericht: Lepra - vergessene Infektionskrankheit
- Was ist zuerst passiert?
- Reise nach Brasilien
- Wann ist es passiert?
- 2006
- Was ist sonst passiert?
- Kontakt mit einem "geheilten" Leprakranken
- Wie endete es?
- mit dem Gedanken etwas tun zu müssen
Meine Familie stammt ursprünglich aus Brasilien. Nach dem Abitur hat meine Familie mir eine Reise nach Brasilien geschenkt!
Es waren so viele neue Eindrücke die ich sammeln konnte. In Brasilien hatte ich zum ersten Mal Kontakt mit Lepra. Ich wusste gar nicht dass es diese Krankheit noch gibt. Ich kannte nur die geschmacklosen Witze. Dort sah ich zum ersten Mal was diese Krankheit überhaupt für den Betroffenen bedeuten kann! Ich war richtig geschockt!!!
Mit Meiner Tante besuchten wir einen entfernten Verwandten, Alejandro, der Landarbeiter ist. Er gilt als geheilt, die Leprabakterien in seinem Körper sind durch Medikamente abgetötet worden.
Alejandro besitzt ein paar Rinder und ein kleines Stück Land, auf dem er Reis, Früchte und Maniok anbaut, was er aber kaum noch kann. Nachdem die medikamentöse Leprabehandlung vor einigen Jahren abgeschlossen war, setzten heftige Abwehrreaktionen seines Immunsystems gegen die absterbenden Bakterien ein. Er bekam heftige Nervenentzündungen im Ellenbogen, die starke Schmerzen hervorruften. Aber nicht dass, das schon alles gewesen sei, er konnte mit den Fingern seiner linken Hand kaum noch etwas festhalten.
Einige zeit später erfuhr ich dass, diese Spätfolgen relativ häufig in Brasilien auftreten, ca 30 % leiden darunter.
Um die Nervenschädigungen von Alejandro zu behandeln und vor allem um die so gefürchtete Krallenhand und drohende Deformation seiner Füße zu vermeiden, sind intensive Behandlung, Krankengymnastik und Physiotherapie notwendig. Es kann sogar sein, dass eroperiert werden muss. Das ist natürlich alles extrem teuer, und durch die mangelnde Krankenversicherung kann sich Alejandro die nötigen Behandlungen nicht leisten!
Zum Glück gibt es humanitäre Organisationen, die eine adäquate Behandlung, auch für Alejandro möglich machen!
Am Standrand von Caceres im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso lernte ich Pilar kennen, die aufgrund einer Aufklärungskampagne, wie sie mir berichtete bestens über die Hansenaise, so wird die Lepra in Brasilien genannt bescheid wusste. So konnte sie bei dem Auftauchen der ersten hellen Hautflecken, sofort den Basisgesundheitsdienst aufsuchen. Dieser Aufklärung hat sie es zu verdanken dass, sie früh mit der Therapie, bestehend aus mehreren Antibiotika, der so genannten Multi-Drug-Therapy beginnen konnte und somit keinerlei Folgeschäden davon getragen hat
Nur eine gute Aufklärung und die nötigen Medikamente können Helfen, und die verdeutlichte mir nur noch mehr, wie nötig ärmere Länder unsere Hilfe haben!
Stichworte (Tags): Lepra, Leprabakterium, Leprainfektion
Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren
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