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Erfahrungsbericht: Mensch ärgere Dich (nicht?)
- Was ist zuerst passiert?
- Erste Anzeichen der Krankheit
- Wann ist es passiert?
- 2003 bis heute
- Was ist sonst passiert?
- Ärger mit Arbeitsamt
- Wie endete es?
- Das Ende ist immer noch offen
2003 begannen die ersten Anzeichen meiner Krankheit, die mich 2004 in die Pflegestufe II und in den Rollstuhl brachten.
Zu dieser Zeit war ich im Aufbau meines Betrieb´s und machte mir einen Kopf über allen Sachen, nur nicht über die Gesundheit. Während meiner kurzen Selbständigkeit (4Jahre) konnte ich kaum Rücklagen bilden, wenn man dabei von Rücklagen sprechen möchte. Nun könnte man sagen das es doch Versicherungen gibt. Stimmt, ich hätte mich rundherum versichen können aber der Betrieb stand bei mir an erster Stelle und wer rechnet schon damit. Außerdem kosten Versicherungen eine Menge Geld, Geld was ich zu der nicht übrig hatte da ich den ganzen Aufbau aus eigener Tasche und mit eigenen Händen Finanzierte. Der große Topf für die Unterstützung der Selbstständikeit ist nur denen vorbehalten die schon selber etwas haben (Sehr paradox finde ich).
Nun ist es eben mal Passiert und meine Frau und ich machten uns auf dem Weg zum Sozialamt. Die Leute auf dem Amt waren sehr zuvorkommend und die Grundkosten waren gesichert, bis das Harz IV eingeführt wurde. Beim Arbeitsamt wurde ich plötzlich als arbeitssuchend geführt und bekam auch promt eine Einladung (Vorladung) zum Gespräch, mit all ihren förmlichkeiten (Wenn du nicht kommst dann...) Wir hielten dieses Schreiben für eine Versehen und Antworteten schriftlich per Post. Wenig später bekam ich ein Schreiben worin stand das ich bei einem Fortbildungslehrgang mitmachen müsse, sollte ich mich dort nicht einfinden würde uns das Geld gestrichen. Das machte uns nun doch stutzig und wir verschickten den Kopierten Schwerbehindertenausweis mit ein paar Zeilen um den Irrtum vom Amt auszuräumen aber irgendwie stimmt die Chemie zwischen uns und dem Arbeitsamt nicht den es gab keine Reaktion seitens des Amtes. Wir beauftragten unsere Tochter, die in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitet, ein Fax mit dem Briefkopf der Kanzlei an das Arbeitsamt zu schicken, in der Hoffnung das doch wenigstens jetzt das Amt meldet. Sie haben sich gemeldet, mit dem Bescheid das das Arbeitslosengeld gestrichen werden würde wenn wir nicht zu einem Gespräch kommen. Meine Frau packte mich sehr widerwillig in den Rollstuhl und wir fuhren mit dem Bus zum Amt. Nun ist das mit dem Bus fahren so ähnlich wie mit einer Lotterie denn wir wissen nie wann ein unterflur Bus oder einer mit Eingangsstufen fährt.
Beim Amt gab es sogar einen Eingang für Behinderte mit einen Fahrstuhl für die zweite Etage (vom ersten Stockwerk zu erzählen möchte ich nicht, da es mir keiner glauben würde). Im übrigen würde ich sagen das es eher eine Lieferantenzone mit einem Serviceaufzug war, denn in den Fahrstuhl passte ich nur alleine und meine Frau musste folgen. Am Ziel angelangt kam eine Dame, die als sie uns sah auf der Stelle kehrt machte und meinte sie müsse sich erst einmal unsere Akte besorgen. Ich bin wirklich eine sehr besonnener, geduldiger und nachsichtiger Mensch (siehe Profil) und mich bring wirklich nichts so leicht aus der Ruhe, aber nachdem diese Frau meine Akte "gesichtet" hatte und ihr nichts besseres einfiel als mich zum Medezinischen Dienst des Arbeitsamtes zu schicken gingen doch so einige Pferde mit mir durch.
Zum Glück bemerkte meine Frau das sich mein Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Sie beendete das Gespräch und brachte mich zum ZOB, wo sie auf einen niedrigen Bus hoffte. Wir hatten schon wieder Glück (Ich weiß es klinkt schon sehr sarkastisch) und wir kamen nach ca. 4 Stunden wieder nach Hause. Die nächsten drei Tage hatte ich mächtige Schmerzen und der Arzt sagte er hätte mir ja auch ein Attest schreiben können, aber was nutzt einem ein Attest wenn es keiner list.
Einige Tage später bekamen wir wieder Post vom Arbeitsamt, in der, neben eine kleine Entschuldigung für diverse Missverstände, stand das sich nun meine Frau arbeitslos melden müsse damit das Geld weiter gezahlt werden kann. Gemacht und getan. Meine Frau gilt nun als arbeitssuchend.
Nun ist das so, das es nicht nur meine Ehefrau sondern auch meine Betreuerin ist die mich rund um die Uhr Pflegt.So ist das auch im Pflegebericht des Pflegeamtes hinterlegt, worauf sie vom Amt die Rentenversicherungsbeiträge bezahlt bekommt. Diese fand das Arbeitsamt nicht so prickelnd und meinte meine Frau könne sich ja auch eine Arbeit suchen und wir sollten uns dann eine Pflegekraft für mich besorgen. Ich mag Menschen mit orginällen und kreativen Ideen (zwei Fliegen mit einer Klappe) nur in diesem Fall nicht, da die Sache noch einen Harken hat von dem das Arbeitsamt doch Kenntnis hat, oder auch nicht, ich bin mir da wirklich nicht mehr so sicher. Meiner Frau wurde vor Jahren zwei drittel der Bauchspeicheldrüse entfernt worauf hin sie zur Diabätigerin wurde und damit nur bedingt arbeitsfähig ist. Das scheint dem Amt wenig zu interessieren und meint einen 1 Eurojob könne sie ja wohl schaffen. Möchte doch manchmal wissen auf welcher Wolke diese Leute schweben.
Das ganze zieht sich nun schon seit Jahren hin und es will einfach kein Ende finden. Unseren neue Antrag zum nächsten Quartal 2009 z.B. haben wir noch nicht zurück.
Es machen sich wieder Existenzängste breit und wir fragen uns ob denen nun wieder etwas neues einfällt.
Allen den es genauso ergeht wünsche ich sehr, sehr viele gute Nerven, Ausdauer und eine Partnerin wie ich sie habe, die mit mir durch dick und dünn geht.
Zitat : Ausdauer wir früher oder später immer Belohnt.
Für die meisten erst später.
Conrad Adenauer
Ich hoffe das wir dieses später auch noch erleben werden.
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