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Erfahrungsbericht: MPS - PTBS - Borderline - Epilepsie - Morbus Crohn - unerfüllter Kinderwunsch - Heimweh
- Was ist zuerst passiert?
- MPS - PTBS - Borderline - Epilepsie - Morbus Crohn - unerfüllter Kinderwunsch - Heimweh
- Wann ist es passiert?
- ab dem 20.02.1990
- Was ist sonst passiert?
- drei gemeinsame Therapien in einer Psychosomatischen Fachklinik
- Wie endete es?
- Ich wurde "sitzen gelassen": Ein Ende mit Trennung und Scheidung :-(
Hallo zusammen, liebe Freunde bei IMEDO:
Hier ist ja eigentlich Raum für eigene Erfahrungsberichte, aber in diesem Falle muss ich etwas "ausweiten", denn für ...
MPS - PTBS - Borderline - Epilepsie - Krampfzustände bis hin zum Atemstillstand - Morbus Crohn - unerfüllter Kinderwunsch - Heimweh
... bin ich jetzt nicht selbst nicht der Patient, wohl aber der Angehörige einer solchen Betroffenen, einer Überlebenden! Diesbezüglich habe ich mich hier bei IMEDO in verschiedenen Foren auch bereits als "Angehöriger einer Überlebenden" zu verschiedenen Fragen und Themen geäußert, worauf mich manches Mitglied schon direkt fragte, woher ich diese Fachkenntnis habe.
Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Erfahrungsbericht hier offen einstellen sollte oder doch lieber nicht, aber ich kam nun zu dem Schluss, dass es mir - auch im Rahmen der Verarbeitung - nicht schadet und die Persönlichkeitsrechte meiner Ex-Frau nicht verletzen werden. Aus diesem Grund habe ich auch beschlossen, nun nicht zu sehr ins Detail zu gehen.
Wir lernten uns beide als Patienten in einer Fachklinik für Psychosomatik im Jahr 1990 kennen.
Es ist befremdlich, wenn man nie zuvor von den o. g. Erkrankungen etwas gehört oder unmittelbar zu tun hatte. Die meisten der Symptome kannte ich ja schon während unserer gemeinsamen Kur, doch so richtig kam alles später heraus. Wichtig ist es mir, aber auch zu sagen, dass alle Erkrankungen ja bereits vorlagen, ehe wir uns kennen lernten.
"Gleich und Gleich gesellt sich gern!", so heißt es in einem alten deutschen Sprichwort, und in der Tat denke ich, dass im Allgemeinen Menschen, die selbst eine oder gar mehrere Krankheiten mit sich tragen, auch ein viel höheres Verständnis für andere kranke und behinderte Menschen haben.
So machte mir alles nichts aus - unser Alltag wurde geprägt von "switshes", "flashes", "blackouts", Tetanien, Krampfanfällen, Bewusstlosigkeiten, Atemstillständen, Reanimationen, Notarzteinsätzen, Krankenhausaufenthalten uvm.
Sie zog zu mir, ich sorgte für einen reibungslosen Arbeitsplatzwechsel und nachdem meine eigene erste Ehe geschieden war, heirateten wir schließlich.
Im Jahr 1994 traten wir gemeinsam unsere zweite Rehabilitationsmaßnahme in einer Psychosomatik an, wobei die Anfälle, die mir bisher immer nur als Begleiterscheinung zum Morbus Crohn verkauft wurden, erstmals als eigenständige Krankheit - nämlich als Epilepsie - diagnostiziert wurden. Die Anfälle waren so krass und lebensbedrohlich, dass ich ständig mit Diazepam zur Krampflösung bereit stand, denn bei solch einem Anfall kam es auch im Rahmen des "gand mal" zu Atemstillstand: Der Brustkorb verkrampfte sich so sehr, dass ich beim Versuch der Atemspende wirklich mit aller Gewalt beatmen musste.
Bei unserem dritten gemeinsamen Aufenthalt in der gleichen Fachklinik für Psychosomatik im Jahr 1996 - wir hatten beim letzten Mal gleich beide einen so genannten "Wiederholungsantrag" für das darauf folgende Jahr mitbekommen, was das Antragsverfahren deutlich vereinfachte, kamen schließlich ihre Ärzte und Therapeuten auf die Idee, die Verantwortung für meine Ehefrau nicht mehr weiter tragen zu wollen und sie der Reha-Klinik zu verweisen, damit sie in einem Akutkrankenhaus behandelt werden könne: Jedenfalls sei unsere Reha-Klinik dieser Aufgabe - also die sich mehrfach tagtäglich wiederholenden epileptischen Anfälle - nicht gewachsen bzw. man könne sich dort nicht angemessen um um die Patientin kümmern. Es war beispielsweise auch nur ein einziges Einzelzimmer für Notfälle vorhanden, das in der Nähe des Schwesternzimmers lag, aber mehr als ein altertümlicher Überwachungsmonitor stand nicht zur Verfügung. :-(
Während ich also für zwei Tage von der Klinik befreit wurde, um meine Frau zu ihren Eltern zu bringen, die beim nächst besten Anfall über den Notarzt die Einweisung ihrer Tochter in die Neurologische Abteilung eines großen deutschen Klinikums veranlassen sollten, musste ich wieder nach einer Übernachtung zurück in die Reha-Klinik fahren: Ein Grund, welcher mir den Abbruch meiner Kur gerechtfertigt hätte, lag nicht vor - unter Umständen hätte man mir in der Zukunft sonst bei meiner Antragstellung eine solche Reha-Maßnahme sogar abgelehnt. :-(
Rückblickend könnte es aber auch gut möglich gewesen sein, dass dies das (von mir nicht beabsichtigten!) Ende unserer gemeinsamen Zeit bedeutete und eine abgekartete Sache war! Wann immer ich bei meinen Schwiegereltern anrief und mich nach ihr und ihrem Gesundheitszustand erkundigte, hieß es, dass sie entweder schlafen würde und sich ausruhen müsse oder aber dass sie gerade nicht zu Hause sei, aber es ginge ihr gut.
Kurze Zeit später - ich befand mich noch immer in der Reha-Klinik - erhielt ich einen Brief, worin mir von meiner Frau mitgeteilt wurde, dass sie sich von mir trennen und die Scheidung einreichen würde. Wenn ich Interesse hätte, dabei zu sein, wenn sie ihre letzen Habseligkeiten zu Hause abholen würde, dann solle ich am nächsten Samstag nach Hause in die bisherige eheliche Wohnung kommen. Er ergab sich an jenem Samstag nicht einmal die Gelegenheit zu einer Aussprache unter vier Augen, da sie "ihre Leute von ihrer Heimat" zur Durchführung ihres Um- oder Rückzugs mitgebracht hatte.
Als dann nach dem Trennungsjahr im Jahr 1997 die Scheidung beim zuständigen Gericht ausgesprochen wurde, sah ich sie zum ersten Mal wieder - auch hier kam kein gemeinsames Gespräch zustande. Stattdessen wurde mir aber bereits der zukünftige neue Ehemann präsentiert, aber erst nachdem wir den Gerichtssaal verlassen hatten: Er wartete bereits direkt an der Tür des Gerichtssaales. Ich hatte zwischenzeitlich schon gewusst, dass sie einen neuen Lebenspartner hatte!
Ihr unbändiger Kinderwunsch und meine Angst, ein behindertes Kind zu bekommen - weil wir beide ja chronisch krank waren und es auch weiter sind und weil sie aufgrund der Epilepsie starke Medikamente einnehmen musste, die als häufige Nebenwirkung eben auch die Gefahr in sich bargen, zu einem behinderten Kind ("offener Rücken") zu führen - hatte unsere Ehe schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt!
Wäre ich jetzt gehässig, könnte ich mit den gemachten Erfahrungen auch nachträglich behaupten, dass ich als Partner meiner Angetrauten den Kinderwunsch nicht erfüllen konnte und darum wegen Nichterfüllung der Hoffnungen und Erwartungen von ihr - ganz wie bei einem Geschäft - wegen Nichtgefallen zurückgegeben bzw. umgetauscht worden bin!
Seitdem bin ich - wie sollte es auch anders sein - wieder solo! :-(
Wichtige weiterführende und vertiefende Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Morbus_Crohn
http://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie
http://de.wikipedia.org/wiki/Grand_mal
http://de.wikipedia.org/wiki/Offener_R%C3%BCcken
http://de.wikipedia.org/wiki/Multiple_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung
http://de.wikipedia.org/wiki/Unerf%C3%BCllter_Kinderwunsch
(Hinweis: Alle Angaben entsprechen der Wahrheit. Nähere Angaben wie Namen der Patientin und der betreffenden Kliniken usw. wurden zum Schutz meiner ehemaligen Ehefrau nicht näher angegeben.)
Stichworte (Tags): MPS - PTBS - Borderline - Epilepsie - Morbus Crohn - unerfüllter Kinderwunsch - Heimweh - Überlebende
Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren
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