Anonymer Erfahrungsbericht
- Was ist zuerst passiert?
- Mobbing !?
- Wann ist es passiert?
- kann ich nicht genau sagen, es hat sich langsam aufgebaut
- Was ist sonst passiert?
- Essstörung, Depressionen, Selbstverletztung, Ängste etc.
- Wie endete es?
- ... wrid man wohl abwarten müssen ^^"
Hallo,
ich werden schon seit längerem von meinen Klassenkameraden runter gemacht wo sie nur können.
Ich komme aus einer finanziell recht gut bestücken Familie, was für manche schon Grund genug ist, mich als einen schlechten Menschen darzustellen.
Wir haben genauso für unser Geld arbeiten müssen wie andere, mein Vater arbeitet 10 Stunden oder mehr am Tag und selbst meine Mutter arbeitet, wenn auch zu Hause.
In der Grundschule fingen schon die kleinen dummen Kommentare an, von wegen "Millionärstöchterchen", dabei hab ich genauso Klamotten von Aldi etc. getragen, wie andere, nur dass ich auch ein paar teurere hatte. Meine Eltern haben mich nie groß verwöhnt, mich nie dazu erzogen, dass ich etwas besseres bin. Ich bin genauso normal wie jeder andere aufgewachsen. Wenn ich etwas haben wollte, musste ich teilweise etwas für tun und mein Taschengeld, habe ich auch gegen Arbeit bekommen, nie etwas einfach so in den Arsch geschoben bekommen.
Aber das wollte irgendwie niemand einsehen. Unser ganzes Dorf ist schlecht auf uns zu sprechen. Meine Mutter sagt, dass es der Neid sei und nichts anderes. Doch Neid hin Neid her, es ist verletztend, ich bin doch kein Stück anders !
Am Gymnasium war es dann erst mal besser, in meiner Klasse kannte ich ja auch niemanden. Aber so ab der 6 Klasse, hatten sie angefangen, eine Mitschülerin runter zu machen, diese anfang der 7 sogar aus der Klasse geekelt hatten.
Na ja, dann war einige Zeit Ruhe, bis ich es mir mit den "Super Coolen" der Klasse verscherzt hatte.
Normaleweise bin ich ein ruhiger Mensch, ich lasse die Leute in Ruhe und sie mich.
Aber da ich mit einer von den "Super Coolen" befreundet war, mich aber wegen ihrem... seltsamen verhalten allmählich von ihr abgewedet hatte, habe ich mir ziemlich Feinde gemacht.
Sie hat angefangen zu rauchen, zu trinken und so weiter. Es war zwar nicht wirklich nett von mir, mich von ihr abzuweden, aber auf meine Redeversuche war sie nie eingegangen und DAS war einfach nicht meine Welt.
Ich hab immer wieder versucht ihr aus dem Weg zu gehen, ihr gegenüber freundlich zu sein, aber irgendwie, wollte das nicht wirklich funktionieren.
Sie stichelte wo sie nur konnte und brachte natürlich ein ganzes Lager voll `Freunde´ mit.
Es war ja auch einfach über mich zu läster, ich war still, zurückhaltend, hab mich als eine der wenigen der Klasse für Mangas, Animes und Japan interessiert und gerade hübsch war ich auch nicht.
So hat sich das über die Jahre immer mehr aufgestockt, ich hab angefangen mich immer unwohler in dieser Klasse zu fühlen. Das Lieblingsziel, waren meine langen, lockigen und dicken Haare. Sogar einen Spitznamen hatte ich bekommen...
Ab der 8 Klasse wurde es für mich persönlich am schlimmsten. Mein Stuhl war nass vom Tafelwasser oder mein Tisch, manchmal Standen sprüche an der Tafel oder man hat mich halt mit meinem Spitznamen angesprochen oder über mich gelästert. Die halbe Schule kannte mich mitlerweile und selbst die Leute im Bus oder anderen Schulen, sodass ich nach einer Zeit meine Mutter gebeten hatte mich zu Schule zu fahren.
Im Bus wurde ich hin und her geschupst, dumme Sprüche fielen und an der Haltestelle hat man mir Sachen weggenommen und mit rumgeworfen...
Meine Freunde haben mir in dieser Zeit nicht beigestanden, weder meinen Stuhl vorm nass werden beschützt, noch mich verteidigt. In solchen Zeiten merkt man erst mal, wie alleine man doch ist.
Mit der Zeit ging es mir immer schlechter, ich fand mich zu dick, zu groß, zu lockig, zu alles.
Oktober 2007 hatte ich mit einer DIät angefangen (da war ich circa 1,78 m und 56 kg)
Das hat mein Körper dann bis mitte November mitgemacht, da bin ich zu Hause an Kreislaufversagen zusammen geklappt.
Egal was ich in der Schule tat, es wurde höchstens schlimmer, im Bio unterricht hatte mir einer der Jungs eine kleine Haarsträhne abgeschnitten und dauernd davon geredet mir die Haare anzuzünden. Danach hatte ich tierische Angst.
Meiner Mutter habe ich nicht alles erzählt, die hätte sie alle zusammen geschissen, vielleicht hätte ich es ihr gerade deswegen sagen sollen...
Ende November hat es mir dann gereicht, ich hab mir einfach meine Haare schneiden lassen, von Brustlänge auf Kinnläng. Zum Glück war meine Mutter Frisörin und konnte die Frisur passend zu mir gestalten.
Danach war auch erst mal Ruhe, viele meinten, dass mir das wirklich stehen würde, aber die Ruhe hatte nicht lange gedauert.
Im Kunst unterricht, war es uns gestattet Musik zu hören, was ich natürlich auch tat, aber so hatte ich nicht mitbekommen, wie eine der "Super Coolen" laut stark über mich lästerte.
"Ja, die *** find ich so übelst hässlich. Ich kann die auf den Tot nicht ab haben.Ich hoffe wir kriegen die aus der Klasse irgendwie raus, scheiß egal wie. bla bli blubb"
Das sagte sie zwar nur zu ihrer Freundin, aber bei dem... ausgeprägten Sprachorgan hörte man es durch die ganze Klasse... nur ich nicht.
Ich hab gar nicht verstanden, warum mich alle so dämlich mitleidig angesehen hatten, aber es hatte mich ziemlich aufgeregt.
Dann kam ein Mädchen zu mir, mit der hatte ich wenig zu tun und sie meinte, dass sie zwar dabei stand, aber nichts damit zu tun hätte und mich verteidigt hätte wo es nur ging.
Da wurde ich dann schon stuzig und fragte, was denn passiert sein, aber sie meinte nur: "Ach du weißt es nicht ?... Na ja, dann sage ich es dir auch besser nicht."
Und so ging es auch weiter, niemand wollte mir sagen was los war, bis auf eine, die hat es mir dann erzählt.
Ich kam mir so dumm vor, vor allem weil es wieder jeder wusste nur ich nicht.
Und man glaubt es kaum, dieses Mädchen hatte sich wirklich erdreistet zu mir zukommen und zu sagen "Es tut mir leid, wollen wir Freunde sein?"
Die Entschuldigung habe ich angenommen, beim Zweiteren wusste ich nicht ob ich weinen oder lachen sollte.
Das war doch wohl ein Witz.
Die haben mich ein Jahr lang fertig gemacht wo sie konnten, alle gegen mich aufgehetzt und dann sowas?
Na ja, danach war wieder eine Zeit Ruhe, aber auch nur eine Zeit. (ca bis kurz vor den Osterferien 2008)
Das ganze ging wieder von vorne los, was sollte man auch anderes tun ? War ja sonst niemand so dummer außer mir.
Ich hab teilweise zu Hause gesessen irgendwo versteckt im Keller und habe so geweint, dass mir übel wurde und ich mich teilweise übergeben musste. Ich hatte angefangen Angst vor der Dunkelheit zu bekommen und sobald ich alleine war, ging es mir Kreislaufmäßig und auch sonst ziemlich übel.
Die einzige Stütze in der Zeit war meine älteste Schulfreundin. Die ging zwar auf eine andere Schule und der Kontakt war nur noch rege, aber wenn ich sie brauchte, hat sie immer geholfen.
Alles wusste sie natürlich auch nicht, aber noch mal einiges mehr als meine Mutter.
Auch da habe ich wieder angefangen abzunehmen und meine Kreislaufzustände wurden immer schlimmer und ich war mitlerweile 1,81 m groß und habe teilweise 54 kg gewogen, aber es waren zwischendurch auch schon mal etwas weniger.
Im Sportunterricht hatte ich keine Ausdauer und Energie mehr, woher sollte ich sie auch nehmen, wenn ich aller höchstens zu Mittag aß.
In der Zeit habe ich mich immer weiter zurück gezogen nur mit wenigen Leuten noch Kontakt gehabt und meine Geburtstage ausfallen lassen.
Manchmal bin ich regelrecht durchgedreht und fast geplatz vor lauter Emotionen und ich wusste mir nicht zu helfen, ich hatte niemanden mit dem ich rede konnte.
Durch mein teilweise aggressives Verhalten hatte ich immer mehr Konflikte mit meinen Eltern, es tat mir zwar leid, aber ich wollte sie irgendwie nicht bei mir wissen.
Habe mich aber gleichzeitig beschwert, dass sie nicht da sind.
Anfang der Sommerferien 2008 habe ich dann den größten Fehler der ganzen Sache begangen. ich hab angefangen mich selbst zu verletzen. Egal wo mit, haarspangen, allem möglichen, an Messer kam ich teilweise nicht dran.
Doch durch die Schulfreizeit in den Sommerferien, kam ich davon relativ gut wieder weg.
Es ging mir in der Zeit recht gut, zwar aß ich immer noch zu wenig und war schon wieder zusammen gebrochen, aber ich fühlte mich seelisch besser.
Doch irgendwann ging die Schule halt wieder weiter und das ganze ging von vorne los. Ich fing wieder an weniger zu essen, mein Kreislauf wurde schlechter, ich fing wieder an mich teilweise selbst zu verletzen und die Ängste setzten wieder ein.
In Gruppenreferaten, war ich die einzige die alles machen musste, niemand half mir und wenn ich mich beschwerte, bekam ich gleich eins drauf. So viel zu Freunden.
Aber Ende 2008 reichte es meiner Mutter, sie wusste zwar nicht viel, aber was sie wusste regte sie schon ziemlich auf.
In Deutsch (eines meiner Lieblingsfächer), war ich immer schlechter geworden, weil ich mich nicht traute meine eigene Meinung zu sagen, das wirkte sich auf meine Note aus.
Gegen meinen Willen vereinbarte sie einen Termin mit der Lehrerin und erzählte ihr alles, ich musste daneben sitzten.
An dem Tag war ich echt den Tränen nah, ich wollte nicht, dass die Lehrerin dagegen vorging, das würde höchstens alles schlimmer machen.
Aber ich muss wirklich sagen, sie war sehr verständnisvoll und freundlich.
Sie versprach mir, niemandem etwas zu sagen und auch nicht ein zu greifen, daran hat sie sich bis jetzt gehalten.
Es hat mir im Endeffekt wirklich gut getan. Die Lehrerin hat diese Leute jetzt ziemlich auf dem Kicka und haut sie bei jeder Gelegenheit in die Pfanne und zwinkert mir aufmunternt zu.
Mit den Jungs der Klasse komme ich mitlerweile auch ganz gut aus, ich hab ihnen ein paar Mathenachhilfestunden gegeben und seit dem, sagen sie meinen `Spitznamen´ nur noch aus Spaß und damit kann ich leben.
Einige können mich zwar immer noch nicht in ruhe lassen und bewerfen mich (Kindergartenmäßig) im Unterricht mit Radirgummis, aber mit der Zeit lernt man damit zu leben.
So weh es auch tut.
Meine `Freunde´ habe ich zwar immer noch um mich, weil ich sonst in der Klasse alleine wäre.
Aber außerhalb dieser Klasse habe ich mitlerweile wirklich Freunde, die hinter mir stehn und die mir wenn nötig zu hören.
Man kann ja nicht erwarten, dass alles auf einen Schlag besser wird, aber es macht sich.
Ich habe seit Sommer wieder etwas zu genommen und wiege bei selber Größe nun 56,6 kg, auch wenn ich mich unwohl dabei fühle.
Das Essen fällt mir teilweise immer noch schwer und Menschen an mich heranlassen kann ich nicht mehr gut. Daran ist auch meine erste `Beziehung´, wenn man es denn so nennen darf, gescheitert.
Und mit meinem Aussehen habe ich mitlerweile totale Komplexe...
Ich hoffe ich konnte euch zeigen, dass es wirklich ne scheiß Angelegenheit ist ander zu mobben und dass es, egal wie lustig es vielleicht zu sein scheint, den Leuten wirklich weh tut. Und das sind nicht nur die großen Sachen, auch kleine Sticheleien tun auf dauer weh.
Stichworte (Tags):
Aggressionen, Ängste, depressionen, Esssötrung, Falsche Freunde, Komplexe, Mobbing, Selbstverletzung
Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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