Erfahrungsbericht: Verzweifelt und keine Unterstützung

Thema: Depressionen
Was ist zuerst passiert?
Ich wurde gut 5 Jahre lang in der Schule gemobbt
Wann ist es passiert?
Als ich anfing, depressiv zu werden
Was ist sonst passiert?
viel zu viel
Wie endete es?
Garnicht



Also wie fang ich hier bloß am besten an?

Mein Vater ignoriert mich meistens völlig und meine Mutter versucht ständig, mir klar zu machen, dass ich einfach nur Stimmungsschwankungen hab und weil ich ja jetzt 18 geworden bin erwachsen bin und damit abschließen kann. Aber ich denke ich weiß doch wohl noch am besten ob ich depressiv bin oder nicht.

Anscheinend versteht sie (und viele andere) nicht, dass man über sowas nicht hinwegsehen kann, wenn man von der 5. bis zur 10. Klasse in der Schule durch die Hölle gegangen ist, und zwar täglich. In der 8. Klasse habe ich angefangen, mich zu ritzen, hab es aber irgendwie geschafft, wieder damit aufzuhören. In der 10. ging es dann wieder los, und diesmal komm ich nicht so leicht davon los, denn die Depressionen werden immer heftiger und die Ohnmacht und Wut, die ich immer aufgestaut habe bricht heraus, sprich, ich ticke immer öfter aus.

Ich weiß nicht, was in deren Köpfen vorgehen muss, wenn man - bewusst oder unbewusst - darüber hinwegsieht und es als Stimmungsschwankungen und Pubertät abtut und sie es völlig übergeht, dass ich bereits in so jungen Jahren den starken Wunsch habe, zu sterben.

Anscheinend bin ich ihnen nicht wichtig.

Ich weiß nicht was ich noch tun soll...

Ich bin ernsthaft am überlegen, ob ich zum Arzt gehen soll, mir Schlaftabletten verschreiben lassen soll und meine Eltern mal ein bisschen wachrüttel damit...

Und ich brauche Hilfe, das ist mir klar, doch erbitte ich diese Hilfe nicht allein von Psychologen, bei denen ich mich sowieso selten wohl fühle (Gut, ich habe eine super nette und fähige Psychologin/ Kunsttherapeutin gefunden, bei der ich auch weiterhin bleibe), vllt könnt ihr mir ja etwas helfen.



Stichworte (Tags): depressionen, Selbstverletzung, Todeswunsch

Vor mehr als 2 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • Verzweifelt und keine Unterstützung

    Hallo Nixechan,

    habe gerade deinen Bericht gelesen. Bin an mich erinnert, als ich 16, 18, 23 Jahre alt war. Damals wollte ich mir das Leben nehmen. Ich kann mich sehr gut an den Schmerz erinnern, an den verzweifelten Wunsch doch endlich gesehen zu werden, gehört und verstanden zu werden. Aber damals war ich schon sehr distanziert von meinen Eltern. Meine Mutter ist Alkoholikerin und eigentlich ging es immer nur um sie. Mein Vater flüchtete in seine Arbeitswelt. Ich bin sozusagen verschollen in der Familie und keiner hat es gemerkt, und ich selbst wusste gar nicht was los ist.

    Es hat dann einige Jahre gedauert, bis ich den Mut fand mein Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Im Alter von 18 Jahren mit den Inneren Verletztungen, konnte ich mich nicht gut um mich kümmern. Und ich konnte damals meinen Kummer keinem mitteilen. Ich kam mir immer extrem "unnormal" vor. Bei allen anderen schien die Welt in Ordnung zu sein... Könnte nun viel viel erzählen.

    Ich wünsche dir einfach Mut dich ehrlich mitzuteilen, egal wie schräg du dich fühlst. Zu erzählen anstatt dich alleine damít zurückzuziehen. Das ist nicht leicht. Aber es lohnt sich. Vielleicht findest du nicht sofort erleichterung, manchmal dauert es etwas. Ich jedenfalls kann dich gut verstehen, dich und deine Gefühle.

    pass gut auf dich auf!

    doppelstern

  • Hallo nixechan,

    Die Folgen von Mobbing sind nachweißlich schon in der Literatur/allgemein/erwähnt, dass ist war. Doch nur zu wenige Wissen was dahinter steht, wie sich die Menschen fühlen die Jahrelang "der Fußabtretter" waren. Gerade auch in einer Zeit wo es so wichtig für die eigene Entwicklung der Persönlichkeit ist. (Pupertät)

    Weißt du, auch wenn es nun so klingen mag wie unmöglich und Sinnlos, so ist es doch so das du erkennen musst das du nicht mehr von allem abhängig bist/ angewiesen auf andere. Du hast dein Leben in der Hand du hast dein Handeln in der Hand und du kannst deinen Weg finden. Sprich mit deiner Therapeutin darüber und fang an an dich zu glauben und hast du schon einmal mit deinen Eltern darüber gesprochen? Über das Mobbing über Gefühle über deinen Gefühle, darüber dass du Ihre "Zuneigung" vermisst ein Zeichen das du Ihnen wichtig bist? Bekommen sie von dir das Gefühl das es anders herum auch so ist? Im "Nehmen steckt auch Geben".

    Such dir die kleinen Dinge die dir wichtig sind, Such nach dem was du willst, deine Ziele, auch wenn sie im Moment hinter Wolken liegen und du sie nicht erkennen kannst. Wenn du eines wiederfindest schreib es auf damit du es nicht vergisst. Lass dich nicht von Erinnerungen runterziehen.

    Warum willst du sterben und den anderen zeigen das du da bist, was nützt es dann? Was nützt dir wenn sie doch um dich weinen werden? Aber du dann nicht mehr da bist und sagen kannst das du sie vermisst hast all die Jahre.

    Grüße PiaMana

  • Hallo nixechan!

    Ich kann verstehen, dass die Situation SO grad nicht tragbar ist + auch nicht so bleiben kann.

    Mit nem Suizid-Versuch allerdings zu drohen - "nur" um irgemdwem nen Schreck einzujagen ... das finde ich dann schon etwas krass ... und auch weit jenseits dessen, was ich unterstützen kann. Abgesehen davon: Sowas KANN auch immer "erfolgreich" enden - und dann bist Du selbst die einzige, der Du WIRKLICH geschadet hast ... sei es, weil Du tot bist ... sei es, weil Du irgendwelche irreparablen Hirnschäden davonträgst ... oder wie auch immer.

    Also bitte: Nimm von dieser Idee auf jeden Fall Abstand!!! Das ist ein absolutes NoGo!!!

    Der Gruppenliste nach, wo Du den Bericht hier veröffentlicht hast, bist Du bereits in einigen Gruppen hier drin ... u. a. auch in unserer PTBS-Selbsthilfegruppe. Begegnet bin ich Dir während Deiner langen imedo-Zeit aber noch nicht. Fass Dir doch mal ein Herz - und schreibe dort mit! Es ist eine sehr aktive Gruppe - und es wird mit Sicherheit auch für Dich ein hilfreicher Austausch ... mit Entlastung ... Verständnis ... Trost ... oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein mit alledem.

    Dir jetzt irgendwas hier zu schreiben - was Dir dann ein für allemal weiterhilft ... das wird leider nicht möglich sein ... sowas geht nur mit der Zeit ... und braucht auch in erster Linie Deinen eigenen Einsatz! Denn es ist Dein Leben, was Du doch gerade erst richtig anfangen möchtest - und nur Du selbst steckst wirklich in Dir drin. Wir können Dir hier die Hand reichen ... dort einen Tipp geben ... oder ein offenes Ohr anbieten ... usw.

    Und was Dein Umfeld anbetrifft: Vielleicht ist es einfach Unwissenheit ... viele "da draußen" können sich nicht vorstellen, WIE massiv bestimmte Erlebnisse einen verändern und beeinflussen können ... vielleicht kannst Du Dich ja mit Deiner Mutter mal ganz in Ruhe hinsetzen - und ihr erklären, dass Du wirklich ernste Probleme hast ... und dass Du wirklich Hilfe brauchst - weil Du sonst nicht weiter weißt und kannst ...

    Vielleicht kann auch Deine Thera sie mal mit zu sich bestellen - und sie einfach etwas informieren, was so los ist + wie Deine Mutter Dir helfen kann + was Dir jetzt eher nur noch mehr schadet ... oft ist sowas möglich - und auch hilfreich ...

    Ich sende Dir ein Stückel Gänseblümchenwiese zum Träumen - und einen Engel zur Seite!

    Sonnige Grüße von der Gänseblümin.

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