Erfahrungsbericht: Was mir Kraft gibt. Oder so ähnlich.

Was ist zuerst passiert?
-
Wann ist es passiert?
-
Was ist sonst passiert?
-
Wie endete es?
-

Ich schreibe oft von den Dingen, die mir Kraft nehmen. Natürlich gibt es auch Dinge, die mir Kraft geben oder gar beides tun.

Zum Beispiel Musik: Einerseits führt sie einem vor Auge, wie grausam Alles ist oder sein kann, andererseits schwingt auch die bittere Hoffnung mit, dass es bald zu Ende bzw. vorüber ist, aber auch von Neuem anfängt.

Allerdings gibt es auch entscheidende Dinge, die mir Kraft geben. Die Worte meines Bruders, der nur wollte, dass ich ihn nicht Alleine lasse, und auch wenn ich in diesem Moment nichts sagte, gab ich irgendwie stumm mein Versprechen, mir niemals wieder das Leben zu nehmen.

Die Hintergründe meiner Suizid-Gedanken waren früher immer jene, meine Umwelt von mir zu befreien. Ihnen diese Schande meiner Person zu nehmen und sie nicht mehr leiden sehen zu müssen. Das spielte nicht nur eine Rolle im Bezug zu Freunden und Familie, sondern auch in Beziehungen, wobei sich aber genau hinsichtlich dessen die Gedanken teilweise änderten. Ich dachte manchmal, dass mein Partner ohne mich glücklicher werden würde und dass ihm das Leben leichter fallen würde ohne mich. Und mittlerweile denke ich aber, dass mir Alles zuviel wird. Dieser ganze Stress. All diese Tränen und Verletzungen, die scheinbar ewig in mir bleiben wollen.

Und dann will ich Alles beenden. Aber da Suizid zu einem Tabu wurde, war es das Schluss machen, dessen ich mich bediente.

Vor ein paar Tagen lag ich in meinem Bett und dachte darüber nach, was wäre, wenn ich mich jetzt einfach aus dem Fenster stürzen würde. Ich wohne im dritten Stock und fragte mich dann natürlich auch, ob ich denn sicher sterben würde oder man sicher gehen sollte, in dem versucht, mit dem Kopf aufzukommen. Und dann denke ich nur daran, ohne es zu tun. Wegen meinem kleinen Bruder und seinen Worten.

Und dann frage ich mich aber immer wieder, ob es all dieser Schmerz wert ist, überhaupt weiter machen “zu wollen”. Oder ob es gar solche Gedanken legitimiert.

Aber was gibt mir, neben diesem berühmten Worten, noch die Kraft es nicht zu tun?

Ich weiß es gar nicht so genau… Musik? Hoffnung? Sehnsucht? Sehnsucht nach was? Nach der Liebe? Nach dem Tod? Das Wissen, dass es so oder so irgendwann vorbei ist und man das nicht beeinflussen kann?

Stichworte (Tags): Bipolar, kraft, manisch-depressiv, selbstmord, Selbstvertrauen, suizid

Vor mehr als 2 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 2 Jahren

Dieser Erfahrungsbericht wurde 1023 mal angezeigt.

Danke sagten 0

Kommentare

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu schreiben. Login

Bisher wurde noch nicht kommentiert.

© 2007 - 2011 imedo GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Die unter www.imedo.de angebotenen Dienste und Inhalte sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt und können in keinem Fall professionelle Beratung oder die Behandlung durch einen Arzt ersetzen