- Was ist zuerst passiert?
- als Kind nicht trocken gworden
- Wann ist es passiert?
- Tag und Nacht
- Was ist sonst passiert?
- deswegen viele Hänseleien
- Wie endete es?
- so richtig nie
Liebe Forums-Teilnehmer,
warum habe ich mich für 4 Foren angemeldet?
Weil mich alle 4 Themen betreffen bzw. betrafen.
Ich bin 48 Jahre alt und vor kurzem an Prostatakrebs erkrankt. Sehr früh für mein Alter, aber durchaus nicht ungewöhnlich. Inzwischen bin ich operiert worden und leide unter Inkontinenz, dass auch mit einem intensiven Training keine Besserung im Sinne von „Trocken sein“ gebracht hat. Erschwerend kommt hinzu, dass ich bereits an 3 Blasentumoren (gutartig) operiert wurde. Ich muss Tag und Nacht Windelslips tragen und kann damit mein Problem gut verbergen.
Da ich alleine lebe, ist es auch kein Problem, das es durch die Menge des Urinverlustes in der Nacht zu häufigen Auslaufens der Windeln kommt und mein Bettzeug dadurch nass wird.
Der Zustand des Einnässens ist mir leider sehr wohl seit meiner Kindheit bekannt und so kann ich die Sache möglicherweise auch etwas besser verarbeiten, als die Leute die damit neu konfrontiert werden.
Immer schon hatte ich eine sehr schwache Blase. So richtig trocken tagsüber wurde ich eigentlich erst als ich ungefähr 13 Jahre als war. Es gab zwar danach auch immer wieder mal Situationen, in denen ich es nicht geschafft hatte zur Toilette zu kommen, aber weitestgehend kann man sagen, dass war ich trocken.
Allerdings nicht nachts. Bis zum Alter von 19 Jahren war ich ein starker Bettnässer. D.h. ich habe eigentlich jede Nacht in Bett gemacht. Bzw. hatte ich bis zum Alter von ungefähr 12 Jahren die damals üblichen Gummihosen mit einer Windel (geformt aus einem Handtuch) an. Nach dem 12. Lebensjahr, hatte ich aus Gründen die mir heute nicht mehr bekannt sind, keine Windeln mehr, was dann zur Folge hatte, dass ich immer ins Bett gemacht habe.
Dadurch dass ich Tagsüber lange in die Hose gemacht habe, hatte ich natürlich den Spott der anderen zu ertragen. Ich war das Baby und der Pisser der noch immer in die Hose macht. Heute würde man es auch als Mobbing bezeichnen, wenn man, so wir mir geschehen, die Toilettentüre zugehalten wurde. Wenn ich gemerkt habe, dass sich ein Harndrang ankündigt, dann musste es immer sehr schnell gehen. Das haben meine Klassenkameraden gecheckt, mich aber daran gehindert in die Toilette zu kommen. Für die war es dann ein Freudenfest zu sehen, wir meine Hose nass wurde ich in einer Pfütze stand.
Kinder können grausam sein, dass weiß man ja. Aber grundsätzlich ist es ja so, das über dieses Problem nicht geredet wird. Mütter prahlen, wie schnell ihr Kind trocken würde usw. Als Betroffener die einnässt erhält man sehr früh einen erhebliche Druck und man versteht selbst nicht, wie es sein kann das Hose und Bett immer wieder nass werden.
Der Versuch das Problem zu verdrängen, wird einem dann so ausgelegt, als wenn man dem Einnässen gegenüber gleichgültig wäre.
Gut, meine Eltern haben mich des wegen nicht bestraft, sind mit mir auch von Pontius zu Pilatus gelaufen damit herausgefunden wird, warum ich Tags uns nachts einnässe. Eine organische Ursache wurde nie gefunden. Eine Psychische Ursache kam im Prinzip auch nicht in Frage, weil ich in geordneten Verhältnissen aufwuchs.
Als ich dann älter wurde kam es dann schon desöftern zu Dummen Äußerungen von meinen Eltern. Gab es ein Konflikt, hieß es immer –aber noch ins Bett machen. Verstand ich ja irgendwie auch, aber ich konnte doch nichts dafür und es war mein sehnlichster Wunsch endlich in einem trockenen Bett aufzuwachen.
Besonders für meine Mutter war die Situation ja auch sehr schwierig und mit viel Arbeit verbunden. Beinah jeden Morgen war mein Bettzeug nass abgezogen und gewaschen werden. Ich war das einzige Kind in der Familie und trotzdem lief jeden Tag die Waschmaschine. Oft war es auch so, dass nicht nur das Laken nass war, sonder auch der Kopfkissenbezug und der Bettbezug. Nur eine Gummiunterlage verhinderte dass die Matratze Schaden nahm.
Die Frage an Klassenfahrten stellte sich erst nach dem 13. Lebensjahr, als ich ja tagsüber, bis auf kleinere „Unfälle“ trocken war. Aber wegen des Bettnässens war eine Teilnahme unmöglich.
Aber zu Dumm es klingt, so habe ich die Chance erhalten, Leidensgenossen kennenzulernen. Denn statt Klassenreise gab es Unterricht in anderen Klassen. Und was lag nahe die 4 anderen Kinder mit als Bettnässer zu betrachten.
Es hat nicht lange gedauert, als ich mich getraut habe, nachzufragen, warum sie nicht mitgefahren sind. Erst nach und nach haben zumindest 2 es zugeben. Die anderen beiden hatten andere Probleme, die eine Teilnahme an der reise nicht zuließen.
Mit dem einem der anderen Bettnässer, verband mich dann eine jahrelange Freundschaft. Obwohl er zunächst zu denen gehörte die mich, als ich mal wieder in der Schule in die Hose gemacht hatte, gehänselt hatte.
In Absprache mit den unseren Eltern hatten wir jetzt auch die Möglichkeit gelegentlich und abwechselt bei den anderen zu übernachte. Meinem Freund und mir wäre einfach zu peinlich gewesen woanders zu übernachten und auch wenn man das Bettnässen mit einer Windel hätte verbergen können, so hätte es dann auch eine Gegeneinladung geben müssen. Uns spätestens dann hätte die anderen gemerkt, was los ist. Mein Zimmer war sozusagen ein Bettnässerzimmer und der Geruch, trotz sorgsamer Reinigung, sprach Bände und war nicht so schnell wegzubekommen.
Was ich nicht alle an Therapien habe mitgemacht habe. Tabletten, nachts Wecken usw. Besonders in Erinnerung ist mir die Klingelhose geblieben die ich mit etwa 16 Jahren bekam.
Ich habe halt immer schon einen festen Schlaf. Und wenn es losging, dieses schrille Geräusch, ich habe nicht gehört. Es hat Wochen gedauert, als meine Eltern total genervt waren, bis ich überhaupt mal was gehört habe. Einige Male konnte ich sogar, nur mit wenigen Tropfen Urinverlust, auf die Toilette gelangen. Letztlich hat das Ding nicht gebracht.
Genauso wenig etwas gebracht haben die Kuren, die ich machen musste. Bestimmte waren es während meiner Kinder und Jugendzeit an die 6 Kuren die ich durchlaufen bin.
Man muss sich dass vorstellen, wie auch vor allen anderen Versuchen, endlich vom Bettnässen los zu kommen, war meine Erwartungshaltung immer sehr hoch. Hoffentlich klappt es diesmal und meine Träume endlich trocken zu werden wurden dann langsam auch zum Alptraum.
Von den Kuren waren 2 sogenannte Spezialkuren mit einem Sonderprogramm für Bett und Tagesnässer. Die haben machen können, ich wurde einfach nicht Trocken und für mich war es sehr traurig zu sehen, wie es die meisten anderen es schafften nur ich wieder nicht. Ich war zwar auch nicht der einzige der es wieder nicht geschafft hat, aber das war mir auch egal.
Bei den anderen Kuren wurde außer nachts wecken, eigentlich nichts gemacht. Auch gab es meisten viele Hänseleien und dadurch dass ich nicht der einzige Bettnässer war, konnte es einigermaßen ertragen werden. Wir waren halt die Sticker und auch wenn frisch geduscht, hießt es oft: was stinkt denn hier so komisch- Haste wieder in die Hose gepisst?
Irgendwann so etwa mit 19 wurde das Bettnässen weniger und verschwand. Zwar nicht 100%. Bei Alpträumen od. zuviel Alkohol gab es Unfälle.
Eine schwache Blase hatte ich aber zeitlebens. Und jetzt durch die Prostatgeschichte geht halt alles dorthin wo es nicht hingehört. Ich bin ziemlich austrainiert, werde es zwar weiterversuchen, aber ich glaube es ist aussichtslos und ich muss wohl damit leben, den Rest meines Lebens auf Windeln angewiesen zu sein.
Euer
Anton
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Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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