Erfahrungsbericht: "Ein großes/kleines Wunder, JEROME"

Was ist zuerst passiert?
plötzliches Einnässen,Erbrechen,Kopfschmerzen
Wann ist es passiert?
Oktober2006
Was ist sonst passiert?
Sofortige Klinikaufnahme
Wie endete es?
Op´s

Wir waren gerade aus der Stadt gezogen,in einen ruhigeren Ort-dort wo alles irgendwie besser werden sollte. Wir hatten eine schöne Dachgeschosswohnug auf 100 qm und einen tollen Kindergarten für Jerome gefunden.

Alles schien perfekt,die Arbeit,dass neue Leben in der Kleinstadt und doch machte ich mir Mitte September einige Gedanken über das plötzliche Einnässen meines Kindes (er war mit 2 Jahren komplett trocken) Anfangs dachte ich,die Umstellung, die neue Situation im Kindergarten? Aber irgendwie passte das nicht zu meinem aufgeschlossenen und neugiriegen Jerome.Recht bald danach fing er urplötzlich an zu erbrechen,ohne ersichtlichen Grund und Infektzeichen. Ich suchte mehrere Kinderärzte auf,die mich alle beruhigten und meinten eine ernstere Sache als ein eventueller Magen-Darminfekt würde nicht dahinter stecken.Dann fiel mir auf,dass er nicht mehr schaukeln wollte,auch der Spielplatz insgesamt wollte er meiden.Treppen abwärts gehen wollte er nicht mehr. Niemand konnte mir sagen,was plötzlich mit ihm los war,auch erschien er mir dann müder und abgespannter als sonst.

Diesen Tag werde ich nie mehr vergessen können:

Es war einer dieser Oktobertage,die Sonne schien die Luft wurde kälter,die letzten Blätter wollten nun auch so langsam fallen.

Ich brachte Jerome wie immer an diesem Freitag in den Kindergarten,dort war Herbstfest...als ich ging hörte ich noch lange die schallende Musik die im Hof spielte und die Kinder dazu lachten,einige mitsangen...

Ich hatte Spätdienst in der Notaufnahme. An diesem Abend wollten wir noch zum Geburtstag eines Bekannten.

Zum Schichtende rannte mir mein kleiner Floh noch in die Arme und rief wie immer "Mama".

Beim Geburtstag war er merkwürdig still,saß teilnahmslos am Kindertisch.Ich hatte meinen Blick direkt auf ihn gerichtet,zwinkerte kurz und dieser Moment kam mir wie in Zeitlupe vor... Ein gekreische....Jerome....Jerome... Jerome???? Ich sprang vom Tisch hervor,sah Jerome nicht mehr....kein weinen...nichts...nur rumlaufende panische Menschen...Jerome war still.Ich weiß ab diesem Moment nichts mehr,aber ich spürte Angst,Angst um mein Kind. Ich hielt seinen Kopf in meinen Händen und schrie ihn an "JEROME",klatschte ihm ins Gesicht,sah hoch zu den Leuten und rief "Notarzt,wir brauchen einen Notarzt...es war nur noch ein funktionieren... Aber Jerome kam zu sich und weinte,konnte nicht mehr sprechen,nicht mehr laufen.Wir fuhren auf eigene Faust in die Klinik,die ich vom Auto aus vom Zustand meines Kindes informierte.Die Fahrt war der Horror. In der Klinik wurde er sofort versorgt,ein Notct des Schädels erfolgte.Die erste Diagnose:womöglich ein Hirntumor,im MRT zweifellos zu 99% nachgewiesen. Sofort wurden wir nach Göttingen überwiesen.In der Uni angekommen ging es Jerome etwas besser,die Sprache kehrte allmählich zurück... Die Ärzte fassungslos über das Ausmaß in Jerome´s Kopf,welches der Tumor anrichtete,eine männerfaust große Zyste nahm die Hälfte seines Schädels ein,das Gehirn total verdrängt. Ein Wunder das Jerome diese Entwicklung nahm.Er war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 3 Jahre alt. Die erste Op: Zystenfensterung mit inplantierter Rickhamkapsel.Mehrere Tage Intensivstation.Zweite Op: Shuntanlage um Massen an Hirnwasser abzuleiten.Mehrer Tage Intensivstation.

Wie ich diese Situationen überstand in Angst,Fassungslosigkeit und Sorge um meinen Jerome,weiß ich heute nicht mehr. Ich erinner mich an eine Mutter die ich am zweiten Tag kennenlernte und die mein Schicksal teilte,zu der ich sagte"Wie soll ich das jetzt alles schaffen?" Sie sah mich an und antwortete" Du wirst sehen wieviel du schaffst,wenn du mußt..."Ich sah sie mit Tränen in den Augen an,denn es klang so abgeklärt und hart... Sie sah mich an und sagte"Du schaffst das"

Heute würde ich sagen,sie hatte Recht. Man darf nur nicht darüber nachdenken,wie man das in so einer Situation schafft.

Jerome wurde in den beiden Operationen vorerst geholfen,es ging ihm von da an allmählich besser,wenn auch das ein Kampf war.



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Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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