- Was ist zuerst passiert?
- Schlimme Erfahrung als Kind beim Zahnarzt
- Wann ist es passiert?
- Im Alter von 7 Jahren
- Was ist sonst passiert?
- Angst vor Zahnarztbesuchen
- Wie endete es?
- 2006
Ich hatte schon seit ich denken kann Angst vor dem Zahnarzt. Als Kind der 70er wurde ich von Ärzten behandelt, die nicht so pädagogisch geschult waren für Kinder und Schmerzpatienten, so wie heute. Einmal beim Zahnarzt hat es mir als 7jährige so weh getan, daß ich ihm in die Hand biss, da er einfach nicht aufhören wollte. Da wurde meine Mutter und ich in forschem Ton gebeten zu gehen.
Dann ging ich bis zu meinem 18ten Lebensjahr zu einem Zahnarzt, der von der Art ruhiger war, mir aber leider nicht die Angst nehmen konnte. Ich hatte regelrecht panische Angst, ab dem Zeitpunkt, wo der Termin feststand. Meine Angst und die empfundenen Schmerzen bei Spritzen und alleine das hören des Bohrers ließen mich öfters einen Termin absagen. Ich konnte einfach nicht. Zum Glück habe ich schon immer eine gute Zahnsubstanz gehabt, daß bei mir nie viel zu machen war, wie Zahnstein oder mal ein kleines Loch, aber selbst dass beruhigte mich nicht. Meine Freundinen hatten im Teenageralter oft Zahnspangen, ich war so froh, daß diese Sache an mir vorbeiging, wie auch die Weisheitszähne, habe nie welche bekommen (bin halt nicht weise ;o)). Innerlich bin ich fast gestorben bei dem Gedanken, daß ich diese Prozedur mitmachen und diese Zähne ziehen lassen müsste. Allein, daß ich gesehen habe, wie meine Bekannten litten, das hat mir echt gereicht.
Immer mehr habe ich mich vor einem Zahnarztbesuch gedrückt. Bis zu jenem Tag, als ich mit ca. 18 Jahren solche Schmerzen bekam, daß ich sie nicht mehr aushalten konnte und ich hin musste als Notfall. Die Umstände waren einfach nicht gut, mein langjähriger Zahnarzt hatte mich spüren lassen, daß ich selbst schuld bin, warum ich nicht regelmäßiger zur Kontrolle gekommen bin und los ging es. Die Spritze wurde nicht richtig gesetzt und ich habe einfach nur gelitten. Es wurde eine Wurzelbehandlung notwendig und ich bin in dem Stuhl fast gestorben. Mir wurde auch zu Verstehen gegeben, daß ich einfach nur den Mund aufmachen und es einfach ertragen solle. Mein Hinweis, daß genau diese Stelle nicht betäubt war, wurde einfach ignoriert. Zu den Nachfolgeterminen bin ich hin, aber mit Bauchschmerzen ohne Ende.
So setzten sich meine Erfahrungen auch in der Zukunft fort, meine Begegnungen mit den Zahnärzten lief einfach nicht gut. Ich weiß, daß ich sehr sensibel, ich reagiere sehr auf Schmerzen, auf Geräusche und bin auch dazu noch schreckhaft, wenn etwas in meinem Mund gemacht wird und ich es nicht einordnen kann. Ich erkläre das vorher dem Arzt und empfinde es nicht zu viel verlangt, wenn ich meinen Zahnarzt bitte, bevor er mir irgendwelche Dinge in meinem Mund macht, mir nur kurz vorher zu sagen, was er dann tut, damit beide Seiten wieder lebendig aus der Behandlung gehen. Leider bin ich nie auf einen Arzt getroffen, der dies ernst genommen hat, eher so, ich höre mir das jetzt an, und wenn sie den Mund aufhat, kann sie eh nichts mehr tun.
Eher durch Zufall kam ich 2006 durch eine Freundin an eine Zahnärztin, wo sich wirklich alles änderte. Ich war zu Besuch und bekam Schmerzen, die auch nicht mehr weggingen. Na super dachte ich, dann ist der Urlaub gelaufen. Meine Freundin empfahl mir ihre Zahnärztin und dort sollte ich direkt als Notfall vorbeikommen. Ich habe gar nicht gesehen, wie schön die Praxis war, wie nett die Mitarbeiter und auch die Zahnärztin mich begrüsst hat, es war für mich wie in einem Film, der bald vorbei sein sollte. Laut dem Röntgenbild stand eine Wurzelbehandlung im Raum. Na, dann wusste ich ja, was auf mich zukommt. Zu meiner Überraschung nahm sie sich Zeit für ein Gespräch, in welchem meine Ängste und meine sensiblen Reaktionen besprochen wurden. Wir legten ein Handzeichen fest, wenn ich ich nicht mehr könne, dann würde sie sofort aufhören. Na so ganz beruhigt war ich dennoch nicht, da ich ja noch genau diese Schmerzen im Kopf hatte, denen ich früher ausgesetzt war. Zu meiner allergrößten Überraschung, ich kann es heute immer noch nicht glauben, hat diese Wurzelbehandlung nicht eine Sekunde weh getan! Ausser dem Piks bei der Spritze ... nichts! Ich habe schon fast darauf gewartet, je tieder der Bohrer ging... aber wirklich nichts! Selbst als meine Wurzelkanäle gesäubert wurden. Ich war nach der Behandlung fertiger als vorher, da ich es einfach nicht glauben konnte, wie unterschiedlich Behandlungen ablaufen können und dass ich wirklich 36 Jahre alt werden musste um die Angst vor dem Zahnarzt zu verlieren.
Ich werde diese Zahnärztin nie mehr hergeben ;o) Auch wenn viele Freunde es für absolut schwachsinnig halten, diesen weiten Weg (ca 500km) auf mich zu nehmen. Aber auch keiner von ihnen konnte meine Ängste wirklich nachempfinden. Ausserdem verbinde ich es auch immer mit einem Besuch bei meiner Freundin.
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Angst vor dem Zahnarzt
Vor mehr als 2 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 2 Jahren
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