- Was ist zuerst passiert?
- Ich habe in der letzten Therapiestunde an einer Angst/Panik vor einer Veranstaltung gearbeitet, die ich morgen abend leiten muss.
- Wann ist es passiert?
- Letzte Woche
- Was ist sonst passiert?
- Ich habe trotzdem wieder ausgeblendet und heute muss ich mich vorbereiten. Ich reagiere mit Panik und Todesangst.
- Wie endete es?
- Mit kinesiologischem Stressabbau konnte ich auf 60% Stresslevel reduzieren. Aber das ist noch zuviel. Meine Ressourcen sind noch zu sehr eingeschränkt.
Ich habe mich jetzt entschieden, mich selber hier am PC durch einen Reimprinting-Prozess zu führen. Eine NLP-Intervention, die eine starke Wirkung haben kann und alte hinderliche Gefühle und Glaubenssätze auflösen kann. In der Arbeit mit Klienten habe ich viel Erfahrung damit. - Es scheint mir die einzige Möglichkeit zu sein, diese Herausforderung morgen bestehen zu können.
1. Thema
Wenn ich mit Menschengruppen in meinem Job arbeite, reagieren ich mit Ausblenden, Panik und Denkstörungen. Ich bin dann unfähig mich auf die Intuition zu verlassen und in der Situation kreativ und ressourcevoll zu agieren.
2. Stabile, starke Ressource ankern, abrufbar machen (innere Kraftquelle)
Als erstes brauch ich innere Distanz, damit ich aus diesem intensiven Stresszustand herauskomme. Ich versuche es zuerst mit Bewegen und bewusstem Dissoziieren der gegenwärtigen Sitzuation. Ich stelle mir mich selber im Kino vor, wie ich mich selber am PC sitzen sehe. Das löst enorm. (Stresslevel unter 10 %). Ich falle schnell wieder zurück, muss mich also immer wieder dissoziieren. Ich überlege mir auch, was diese Frau am PC in ihrer Todesangst und Panik braucht. - Eine Person, die das einfach aushält, die sie sanft am Oberarm berührt und innerlich absolut präsent ist. Das beruhigt und gibt Sicherheit/Vertrauen. Da ich dieses Gefühl kenne, gebe ich es der Frau am PC. Ich schiebe die beiden inneren Bilder oder Filme der Frau am PC mit und ohne Begleitperson ineinander. In mir löst sich ein Prozess aus, der entspannt. Der Frau am PC geht es besser.
Nun kann ich auch in diese Gefühl von Sicherheit hineingehen und in mir auseinander fliessen lassen in ein schützendes grosses Ei oder einen grossen schützenden Kokon. Darin erinnere ich mich jetzt bewusst an mehrere Erlebnisse in der Natur, auch als kleines Kind. Langsam, vorsichtig und sanft lasse ich mich ein, lasse mich berühren von Farben und Formen, von der intensiven bedingungslosen Liebe, die ich auch immer wieder am Meer und in den Bergen, auch in Verbindung mit Blumen, Bäumen und Tieren (unser roter Tigerkater, Rennmäuse) erleben kann. Ich dissoziiere mich wieder bewusst in den Kinosaal und schaue mir zu wie ich die Frau am PC auf der Kinoleinwand sehe. Die Frau auf der Leinwand ist tief gerührt von dieser "Gnade" durch diese bedingungslose Liebe. Sie wirkt wie das Licht der Sonne.
3. Ankern des hindernden Gefühs (Panik/Todesangst bei der Arbeit mit Menschengruppen)
Aus dem sicheren Kokon heraus gelingt es mir, mir das Meer vorzustellen und die Todesangst ganz hinten am Horizont zu halten. Auch da gebe ich einen Sonnenstrahl darauf. Indem ich bewuss tief atme, lasse ich den letzten Rest der Todesangst aus mir hinausfliessen nach vor zum Horizont zwischen Meer und Himmel.
Nun setze ich einen grossen Regenbogen zwischem mich und das Gefühl und verstärke meinen Schutz durch ein mehrer Meter dickes kugelsicheres Panzerglas. Ich dissoziiere mich nochmals zweimal, sehe mich also von aussen, von aussen, von aussen auf der Leinwand, wie ich das Gefühl an den Horizont bringe.
Ich bekomme Herzklopfen und spüre, es geht Wichtiges in mir vor. Sanft gehe ich über zum nächsten Schritt.
4. Früheste Situation suchen und Ressourcen integrieren
Nun lasse ich weit vor Erinnerung auftauchen, in denen ich diese Todesangst und Panik früher hatte.
Eine Seminarwoche, in der ich Moderatoren ausgebildet hatte. Bewusst stärke ich meine Sicherheitsanker und meinen Anschluss an die innere Quelle für bedingungslose Liebe. So gelingt es mir einfacher die schlimmen Gefühle am Horizont zu halten. Ich schaue hin und lasse mir Ideen kommen, wofür mein Unbewusstes - oder Überbewusstes diese Panik wohl brauchte in der Situation. Wieder muss ich mich bewusst mit den Ressourcen verbinden und die Erinnerung mit dem ganzen Gefühl weit hinausschieben. - Es kommen mir keine Erklärungen.
Ich gehe weiter zurück. Eine Erinnerung an eine Woche in meiner Ausbildung zur Lehrerin. Wir mussten in einer Klasse ein Kind beobachten und einen Bericht schreiben. Der Lehrer lud mich ein, selber einen Nachmittag zu unterrichten. Auch dieses Bild aus der Erinnerung schiebe ich weit hinaus an den Horizont. (Das Aufschreiben am PC hilft mir die Struktur des Prozesses einzuhalten.) Wieder bewusste Atemzüge und Verbinden mit den Ressourcen. Sonnenstrahl auf dieses Erinnerungsbild am Horizont. Nun erinnere ich mich an abwertende Bemerkungen darüber, das "noch keine Meisterin vom HImmel gefallen sei" von diesem Lehrer. Ich gebe ihm als Gestalt aus der Zukunft das Wissen, dass diese junge Frau in der Ausbildung sehr verletzt, sensibel und unsicher ist, dass sie sehr viel Ermutigung und Stärkung braucht. Ich versetze mich in die Rolle dieses Lehrers, um weiter zu erforschen, wie es ihm geht, wenn er so reagiert. - Anscheinend hat er selber Schwierigkeiten mit Unsicherheit und ein grosses Kontrollbedürfnis. Das erfüllt er sich mit Kritik und negativen Rückmeldungen. Innerlich gebe ich ihm eine grosse Portion Einfühlungsvermögen, Offenheit und Lebensfreude. Nun fühlt es sich anders an. Nun schaue ich das Bild wieder von aussen an und versetze mich in die Rolle der jungen Frau, die sich als Lehrerin übt. Sie fühlt sich nun sicherer, weil sie aufbauende Rückmeldungen erhält.
Ich gehe nun weiter zurück und suche nach weiteren Erinnerungen, die dazu passen. Dafür brauche ich jetzt eine "Prise" des Gefühls von Todesangst und Panik. Wieder Erwarten finde ich sie nicht mehr. - Nur mein Herz klopft stark.
Nun stelle ich sicher, dass alle Seiten oder Anteile von mir mitbekommen haben, wieviel ich am Missbrauchsthema gearbeitet habe, und dass der Lehrer dieser Klasse (eigentlich ein innerer Lehrer von mir) als Autoritätsperson und als Mann die neuen Informationen hat. Ebenfalls erhält mein jüngeres Selbst die Informationen als (junge) Frau von 18/19 Jahren und als Schülerin. Die Beobachtungswoche verbrachte in einem Winterkurort mit einem "Lover", der dort ein Schneesportlager leitete. Er war 10 Jahre älter als ich. Teilnehmende waren v.a. Mädchen zwischen ca. 12 und 14. Jahren. Ich war die älteste. Ich vermute, dass er oft junge Frauen und auch Mädchen sexuell missbraucht hat. Auf jeden Fall war meine "Beziehung" zu ihm "grenzwertig". Bis vor ein paar Jahren sah ich ihn noch ab und zu als Moderator im Fernsehen. Er war sogar Laienprediger... - Für mich ist es wichtig, dass auch das (Mann-Frau-Ebene / Schülerin-Lehrer-Ebene) im neuen Erinnerungsfilm integriert ist. In der Therapiestunde habe ich nämlich am Missbrauch gearbeitet, der an der Todesangst angekoppelt war.
Nun habe ich noch ein weiteres Bedürfnis. Ganz sanft gehe ich auf meiner "inneren Zeitlinie" zurück bis vor meine Zeugung (einfach gefühls- resp. vorstellungsmässig). Nun liegt mein "ganzer Lebensfilm" auf der dissoziiert vorgestellten Kinoleinwand. Ich steige vor der Zeugung assoziiert in den Film ein und gehe ganz langsam durch den Erinnerungsfilm - und zwar mit all den neugelernten Ressourcen. Ab 2/3 Jahren komme ich zu den Anfängen des Missbrauchs in der Herkunftsfamilie, als mich auch meine Mutter im Stich gelassen hatte. Obwohl ich nur wenig spüre, habe ich das Bedürfnis, meinen "inneren Eltern" als "Gestalt aus der Zukunft" ebenfalls die Information zu geben, was die Folgen ihres Verhaltens für das kleine Mädchen sind. - Nun wird nochmals die (spirituelle) Frage wichtig, wieso diese Erfahrung zu meinem Leben gehört. Sucht sich die Seele solche Erfahrungen? - Die Frage lässt sich für mich nicht beantworten. - Ich muss sie tatsächlich "übergeben". Das löst aber schon etwas wohltuende Entspannung aus. Meine Augen werden ein wenig feucht. Nun gehe ich zuerst in die Rolle meiner "inneren Mutter" - und erlebe Erstarrung. Ich glaube, sie hätte selber "Heilung" gebraucht. Nun verbinde ich mich mit der Erfahrung meines "inneren Weges" mitsamt der Erfahrung der "bedingungslosen Liebe" und bringe ihn der "inneren Mutter" - und auch zurück in viele Generationen unserer Familie. Das braucht nun etwas Zeit - und löst viel Rührung aus - und inneren Frieden. Das prüfe ich nun aus der Perspektive der "Kleinen". - Zu früh, auch der "innere Vater" braucht Lernschritte. In der Rolle des "inneren Vaters" erlebe ich "Abgeschnittensein" - von Gefühlen, Quellen, Mitmenschen - brutal, kein Zugang zu irgendetwas, nur Kälte, Leere, Abgeschittensein, eine Art Totenstarre. Ich erinnere mich an meinen innere Energiequelle, an das innere Feuerwerk, an den Springbrunnen von Lebensenergie und bringe das in die Totenstarre des "inneren Vaters". Zelle für Zelle scheint wieder lebendig zu werden, mehr und mehr kommt Leben und Bewegung in den Organismus. Auch das braucht Zeit. - In der Rolle des Vaters beginnt es zu fliessen, mit der Zeit zu sprudeln. "In mir liessen die Gefühle über." Zärtlichkeit, Rührung, "Heimkommen", Tiefe, Loslassen. - Nachdem ich viele tiefe Atemzüge genommen habe, brauche ich noch mehr Zeit.
Nun taste ich mich sanft nochmals in die Positionen von der "inneren Mutter" und der "Kleinen". In der Kleinen "schüttelt es mich durch". Spannung geht weg, ein riesiger Gefühlsmix geht durch mich hindurch, aber es ist schön. Nun wechsle ich nochmals mehrmals die Positionen von "innerem Vater", "innerer Mutter" und der "Kleinen". - Aber auch die Rollen als "Mann und Frau" sind wichtig. - Wieder lasse ich mir Zeit, viel Zeit. Weitere Bilder, Vorstellungen, Gefühle, Erinnerungen Verhaltensmuster tauchen in mir auf und gehen auf die Kinoleinwand, verflüchtigen sich. - Ich spüre, dass sich da noch vieles neuorganisieren muss in mir. Dem lasse ich einfach Zeit. Dabei erinnere ich mich an Musik, die mir viel bedeutet.
Nun kann ich langsam den "neuen Erinnerungsfilm" aufnehmen - und "im Körper verteilen", integrieren. Er gehört nun in meine Kokon. - Irgendetwas sträubt sich noch in mir. Ich nehme Kontakt mit dieser Seite auf - frage sanft nach, worum es geht. Dieser Teil von mir weiss noch nicht, wie er neu mit solchen Situationen umgehen soll, wo ich mit dieser Todesangst und Panik reagiert habe - und mit Ausblenden. Es geht um die Verletzung. Da ich nun müde bin, bitte ich diese Seite um Geduld und erinnere an die Ressource von Sicherheit, Vertrauen und bedingungsloser Liebe, die ich am Anfang aufgebaut hatte. - Es wird angenommen - zum Glück (grosser Stein kullert vom Herzen, weil ich sehr, sehr müde bin.). Langsam kann ich jetzt durch meine gesamte innere Zeitlinie gehen - und bringe alles Neugelernte in jede Situation, in der ich es brauche. Dabei kann ich endlich das sehr hartnäckige Verhaltensmuster des Ausblendens und Abspaltens würdigen.
5. Future pace
Ich gehe auch in die Zukunft - in die Veranstaltung am Sonntagabend. Ich stelle mir die schlimmsten Auslöser vor. - Es ist viel besser. Stresslevel 10%. - Ich vermute, dass ich noch eine Erlaubnis brauche. Da mich dieser Stress noch in der Halsgegend würgt, bitte ich meine innere Weisheit oder göttliche Führung, sich darum zu sorgen und den betroffenen Seiten von mir beizustehen. - Nun ist es mir wohler. Leider geht der Druck in der Kehle nicht ganz weg.
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neue Erfahrungen, Neuprägung, PTBS, selbsthilfe
Vor mehr als 2 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 2 Jahren
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