Super, dass Du das alles so berichten kannst.
Ich hoffe, Du bekommst die Therapie, damit Du und Dein Kind in
eine glücklichere Zukunft blicken könnt.
Lieben Gruß Susi
Hallo,
ich bin Franja, 26 Jahre alt und habe heute einen 4,5 jährigen Sohn.
In meiner Kindheit sind viele grausame Dinge passiert, die ich aber mit 12 noch nicht wusste... ich fühlte nur so einen schrecklichen Schmerz in mir.... ich wusste nicht, wozu er gehörte...
Es war ein ganz normaler Sommertag...ich war in der Wohnung bei meinen Eltern. Auf einmal klingelte es an der Tür. Der Bruder meiner Stiefmutter kam zu Besuch... er war öfter da, aber er wollte mich nicht als Nichte anerkennen... er hatte nur zu oft andeuten lassen, dass er mich gern als Partnerin wollte. (Ich war 12 und er um die 30, an die 30..!!!) Da ich ihn nicht mehr "abkonnte" verließ ich das Haus zum Spielen, auf die Balkonwiese. Dort entstand dann das erste Mal dieser unendliche Druck....dieser innerliche Schmerz
Ich kann diesen Schmerz selbst jetzt noch spüren...aber damals wollte ich ihn loswerden, ja ich rutschte in ein ungekanntes Gefühl und geriet in Panik...da haute ich mit einem Stock auf meine Waden und Schienbeine.. ich saß im Schneidersitz. Nach einer Weile, als es blutete, wurde dieser Schmerz in mir weniger und ich kam aus diesem Zustand wieder raus.Von diesem Tag an sollte dieses "Gefühl" öfter kommen, ja sogar zur Gewohnheit werden...
Bald brauchte ich den Anblick von Blut, damit ich beruhigt einschlafen konnte. Ich ritzte damals noch nicht tief, doch dafür musste der komplette Unterarm voll Blut sein...
Erst brauchte ich es nur Abends vorm Schlafen... dann auch Tagsüber, wenn Streß kam... ich nahm meine Klinge immer mit, sie wurde zu meinem verläßlichen Begleiter...Kurz nachdem ich mit dem Ritzen anfing, kam auch der Alkohol dazu und auch das Kiffen wurde in mein Leben involviert. HAUPTSACHE: ich musste nicht dieses Gefühl in mir ertragen... was immer größer zu werden schien.
4 Jahre später entdeckten meine Eltern meine Arme, weil mein Schlafshirt hochgerutscht ist... ich hatte mir in alle Hemden ein Loch für meinen Daumen gemacht, damit es nicht hochrutschen kann. Nun war es also soweit, sie sahen es und schimpften mich so sehr an, dass ich das Ritzen hatte sein lassen können...
Dafür mussten allerdinges noch mehr Drogen und noch mehr Alkohol herhalten. Ich kamm somit auch in komische Kreise... aber das versteht sich wohl von selbst ;-) Es blieb auch nicht nur beim Kiffen...
Mit 17 bin ich dann zu Hause abgehauen, wohnte dann kurz bei meiner leiblichen Mutter und bin bald darauf in eine andere Stadt gegangen.... ohne jemanden zu kennen... ohne eine Wohnung...eine Bekannte brachte mich zu einem Bekannten von sich und dort war ich dann ewrstmal sechs Wochen... In dieser Zeit entwickelte ich eine Psychose, da ich längst nicht mehr soviele Drogen nahm...
doch in meiner Psychose kam dieser unendliche Schmerz wieder und ich erinnerte mich an das Ritzen...nun war ich zwei Jahre davon frei und fing wieder an... nur tiefer...
In meiner Drogentherapie, sollte das Schneiden meine Suchtverlagerung werden.
Puh, da war ich 19!! Jetzt bin ich 26 und habe immer wieder Phasen, in denen ich mich stark verletze... am schlimmsten immer in der Psychiatrie, oder als ich mich von meinem Ex Mann trennte...
Beim letzten schweren Suizidversuch war der Schmerz und Druck für einige Tage ganz weg...ich fühlte mich leicht, als wenn ein Teil in mir gestorben ist... Als dann die Unruhe wieder kam, sehnte ich mich nach dieser Leichtigkeit zurück.... Am liebsten hätte ich wieder so einen Versuch gestartet, aber nur zum Druckabbau...
Meine letzte Selbstverletzung ist ca zwei Wochen her... nun beantrage ich eine stationäre Therapie, in der ich mein Kind mitnehmen kann und hoffe, dass ich bald andere Möglichkeiten finde, mit diesem Druck und Schmerz umzugehen...
Es ist nicht einfach, sich etwas Gutes zu gönnen, aber ich möchte es lernen und ein zufriedenes Leben führen können...
Seid alle lieb umarmt,
Franja
Stichworte (Tags): gefühle, Selbstverletzung, sucht, suizid
Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren
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Super, dass Du das alles so berichten kannst.
Ich hoffe, Du bekommst die Therapie, damit Du und Dein Kind in
eine glücklichere Zukunft blicken könnt.
Lieben Gruß Susi
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Meine güte!!
Erst mal große Bewunderung, dass Du soviel und so intensiv über dich schreiben kannst!!
Und dann viel Glück weiterhin mit dem aufarbeiten.
lg
der begeisterte Sucher
Hey ... , fühl dich von mir gedrückt.
Ich kann nachempfinden was in dir vorgeht ... hab mit einigen sachen auch erfahrung machen müssen...
Zu dem schneiden .. ich hab mich 6 Monate nicht mehr geschnitten und dann kam es wieder ( könnt es nur noch machen , aber ich müsste bei meiner Therap. dann jedes mal ein Sork abgeben , wo ich alles niederschreiben muss , wass und wie es passiert ist .. , wass ich gefühl habe und was in mir abging )... es ist schon erschreckend!!!
*dir versuche kraft zu schenken und hoffe du bekommst die Thera* !!!!
Susu

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