Erfahrungsbericht: Der lange Weg durch die Schmerztherapie.

Was ist zuerst passiert?
Ich hatte mit 13 einen Morbus Scheuermann und war von da in immer wieder in Behandlung. In meinem Beruf als Krankenschwester mußten wir auch immer sehr schwer heben. Es kamen Probleme mit der Hals- und der Lendenwirbelsäule dazu. Dazu kam noch , daß ich W
Wann ist es passiert?
So ungefähr seit 1990.
Was ist sonst passiert?
Dann ging mein Arzt ( 2005 im Januar) in den Ruhestand und ich mußte mir einen Schmerztherapeuten suchen, wo ich in eine sehr gute Behandlung gekommen bin. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Seit 2001 war ich krankgeschrieben wegen einer Lumboischi
Wie endete es?
Mit einer guten Behandlung der neuen Schmerztherapeutin, einer REHA in psychosomatischer Behandlung und mit Bewilligung der Rente

Im Notfall bekam ich solange ich arbeitete von meinem Artzt Analgin oder Novalgin iv. gespritzt, damit ich weiterarbeiten konnte. Habe auch zeitweilig Imigran bekommen, was sehr gut gegen die Schmerzen half ich aber ein zusätzliches Medikament nehmen mußte wegen der Übelkeit und dem starken Brechreiz der dadurch ausgelöst wurde. Also wieder absetzen und was neues ausprobieren. Bis ich in die neue Schmerztherapie kam. Jetzt wurde der gesamte Gesundheitsstatus aufgenommen und ich wurde dann langsam von den Opiaten auf Lyrika umgestellt. Die Umstellungsphase war nicht einfach es ging mir 14 Tage gar nicht gut, da ich einen Entzug durchmachte, da man von Opiaten abhängig wird. Auch hier hatte ich trotzdem noch unterschiedlich starke Schmerzen. Einmal kam ich mit einer Migräne in die Sprechstunde um bekam gleich einen Schmertropf und mußte so eine Stunde dort liegen, danach ging es mir besser, obwohl ich in Belastung wieder zunehmende Schmerzen hatte. Ich muß dazusagen, daß ich schon seit 2001 im September zu Hause war, weil ich wegen der Erkrankung krankgeschrieben war und dann ausgesteuerte wurde und dann arbeitslos wurde und ein Rentenantrag lief. Seit Oktober 2001 war ich erst in der Neurochirurgie, dann Neurologie und kam dann in die Psychosomatik. Dort wurden die Schmerzen vollkommen ignoriert und es hieß nur das es nicht lebensbedrohlich sei und das müsse ich aushalten. Bekam dann Rheumabäder gegen die Schmerzen und Tabletten, die ich sonst nicht nahm, die mir zum Teil nicht bekamen und sollte eine nehmen, wo ich der Ärztin schon vorher gesagt hatte, daß ich allergisch darauf bin. So bekam man dann gar nichts und mußte erst wieder in die Sprechstunde gehen um etwas anderes verordnet zu bekommen. Diese Bahandlung dort war für mich furchtbar und mich würden keine 10 Pferde dort wieder hinkriegen. Zurück zur Schmerztherapie. Dann bekam ich eine Infusionstherapie an 10 Tagen hintereinander. Die gut tat aber sich nichts grundlegend änderte. 2 Monate später bekam ich dann noch einmal 5 Infusionstherapien, aber jetzt im Abstand von 2 Tagen. Nur langsam kam es überhaupt zu einer Besserung. Dann bekam ich noch Depressionen und ich war der Meinung, daß es nur leichte Depressionen sind, wurde aber eines Besseren belehrt, daß ich schon eine starke Depression hatte,. Darauffhin habe ich dann die Cymbalta verordnet bekommen und langsam ging es mir wirklich besser. Dann habe ich mal abends meine Tabletten vergessen und erst dann gemrkt wie gut die Tabletten wirklich wirken, denn nach dem Vergessen ging es mir gar nicht gut und ich mußte den Tag im Bett verbringen. Daß ich schlecht laufen konnte nahm immer mehr zu und ich war nicht mehr in der Lage allein irgendwohin zu kommen. Die Rente wurde abgelehnt auf Grund eines Gutachtens von einem Arzt, der mich ein ganzes Jahr nicht gesehen hatte und der Meinung war ich wäre vollkommen gesund und könne 8 und mehr Stunden im Schichtdienst arbeiten. Dann habe ich gleich einen neuen Rentenantrag geschrieben und mußte dann wieder zu einer Gutachterin, wo ich vor Jahren schon mal war und nicht gerade von ihr einen guten Eindruck hatte. Sie wollte mir Angst vor ihr einreden, da bei Belastung Arme und Beine zittern. Ich wiederlegte es ihr und dann wurde ich zur Reha nach Bad Zwesten geschickt. Da war ich im vorigen Jahr von Oktober bis Dezember. Ich war nach dem Einführungsgespräch vom Oberarzt völlig begeistert. Dort wurde man ganz anders behandelt als in Frankfurt/ Oder. Ein Unmterschied wie Tag und Nacht. Endlich wurde der Körper von Krankheiten und der dazugehörigen Psyche als ein Ganzes angesehen und dementsprechend behandelt. Man ging auf die Schmerzen ein und man bekam auch die entsprechende Behandlung. Ich verbrachte volle 8 Wochen dort und es hatte mir gut getan. Das Ergebnis war, daß ich rückwirkend die Rente ab September 2006 bekam. Ich bin natürlich weiterhin in Schmertherapie und komme besser mit meinen Schmerzen klar und ich weiß was ich nicht tun darf, wenn ich einigermaßen schmerzfrei leben will. Wenn ich mich gut fühle und zu viel mache geht es mir auch wieder schlechter, aber ich nehme seltener zusätzliche Schmerztabletten. Man lernt ja auch durch Entspannungstechnicken auf das Schmerzgeschehen positiv einzuwirken. Inzwischen war ich wieder mehrmals in der Neurologie im Krankenhaus und es wurde alles auf den Kopf gestellt. Ich habe eine neurologische Erkrankung mit Defekt im Gehirn und zunehmender Schwäche in Armen und Beinen von Schmerzen begleitet, aber man kann keine Diagnose stellen und so auch nicht behandeln, nur die Symptome. Ich gehöre zu den 30% von neurologeischen Erkrankungen, die noch nicht diagnostizierbar sind. Aber ich habe gelernt mit meiner Erkrankung umzugehen und seit der Berentung ist der psychische Druck weg, bin meine Depressionen aber nicht los, doch sind sie seltener geworden. Da ich sehr optimistisch bin, gebe ich nie auf und daher auch mein Motto aus dem was man hat das Beste zu machen. Außerdem denke ich dann oft an die Patienten, denen es noch schlechter geht und dann sage ich mir, ich habe keinen Grund zu klagen, Kopf hoch. Nebenbei habe ich noch das linke Knie nicht in Ordnung. Es ist schon 4 mal operiert und jetzt habe ich eine Orthese bekommen, damit habe ich viel weniger Schmerzen. Ich möchte damit sagen, daß man nicht aufgeben soll, sondern immer wieder die ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sich auch nicht gegen die psychosomatische Behandlung wehren, denn sie bringt im Endeffekt doch etwas und ich gehe auch noch zur Psychologin in Behandlung. Wenn alles nichts bringt auch mal einen Arztwechsel ins Auge fassen.

Stichworte (Tags): schmerztherapie

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren

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Kommentare

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  • Weichteilrheuma, Fibromyalgie

    Dein Beitrag hat mich irgendwie erschüttert, obwohl auch ich ähnliches durchgemacht habe.

    Ich glaube, dass wir alle, mal mehr, mal weniger solch` einen "Leidensweg" zusätzlich zu unseren Schmerzen, die wir Tag und Nacht haben, durchlaufen haben. Und nur, wenn man das hat, dann kann man hier mitreden! (Ich meine damit, wer keine Schmerzen und ähnliches kennt, weiß nicht, wovon hier die Rede ist)

    Es ist auch nicht alleine dieser sehr lange und arg weite Leidensweg, es ist auch der Weg der Erfahrungen.

    Erfahrungen in punkto Ärzten - die einen (uns!) als Spinner hinstellen wollen,und auch die Art und Weise, wie man mit uns umgegangen ist und die mangelnde, fachliche, Kompetenz besagter Ärzte, haben diese ganze Leidensgeschichte auch nicht gerade aufgelockert....

    Da auch ich Krankenschwester und Arzthelferin war, von 1964 an in einem psychiatrisch-geriatrischen Pflegeheim in Ostdeutschland gearbeitet hatte und enorm viele Stationen beruflich, durchlaufen habe (mußte), weiß ich,

    >wie unsagbar schwer diese besagte, damalige Pflege am Patienten noch war! Alles musste mit alleiniger Muskelkraft bewerkstelligt werden! Die Badetage waren besonders schlimm, denn da mußten zirka eine ganze Woche lang, jeden Tag so an die 20 Personen mit eigener Muskelkraft in die, und aus der Wanne befördert werden. Und nachdem man sie endlich in der Wanne hatte, musste man ja ständig in gebückter Haltung die Patienten waschen usw. und so fort. Da gab es weder eine Hebevorrichtung, noch Betten, die verstellbar waren! Im Gegenteil, die Leute haben, wenn sie es wollten, ihre eigenen ehemaligen Ehebetten mitgebracht! Diese waren so sehr tief, so dass das betten, das lagern, das hochziehen der Patienten zu einer Qual wurde. Abgesehen vom Betten frisch beziehen.

    Diese ganze Quälerei und Schinderei hatte sehr viele Schwestern sehr krank gemacht! Aber dann wurde einem gesagt: Was? Eine Krankenschwester und krank? Nein!!! Eine Krankenschwester hat nicht krank zu sein!!!

    Und somit rafften wir uns immerwieder auf und schleppten (uns) weiter. Auch Leichen wurden "von Hand" weggetragen.

    Einige Jahre später, ich hatte einen erneuten Bandscheibenvorfall, sagten einige Ärzte zu mir: "Was, sie wollen noch arbeiten? Mit diesem Kreuz? Sie sind ja gar nicht mehr in der Lage zu arbeiten!" Ich solle doch auf das Arbeitsamt zum stempeln gehen.....

    Und um diese blödsinnige Antwort (Auskunft) zu erhalten, war ich bis nach Bebra, nach Kassel, nach Frankfurt a.M.(Kaiserstrasse!) usw. gefahren!

    Und, weil ich mein Lebtag lang mit Ärzten zusammengearbeitet habe, habe ich es gelernt, sie einzuschätzen oder auch qualitativ einzuordnen und weiß heute, was ich von einigen Ärzten zu halten habe, sobald sie nur ihren Mund auftun!

    Mein Vetrauen zu ihnen ist hin! Es gibt nur noch sehr wenige, die wirklich etwas können und die auch mit Leib und Seele Arzt sind!

    Diese wenigen gilt es für uns zu finden und darum ist unser Leidensweg oftmals schier unendlich!

    Zurück zum Hauptthema.

    Die Fibro` ist ein Gebiet, das sehr viele Ärzte ja gar nicht gelernt haben! Darum wissen sie oftmals diese Krankheit mit all`ihren Symptomen gar nicht einzuordnen, sie ist ihnen fremd.

    Erst nach und nach haben sie mitbekommen, dass es diese Krankheit tatsächlich gibt und nicht nur aus Spinnern, die ein wenig jammern wollen, besteht....

    Was auch viele noch nicht wissen ist, dass die Fibromyalgie sich auch auf die sexuelle Seite des Menschen hin ausdehnt. Sie ist dafür verantwortlich zu machen, dass Menschen, die an Weichteilrheuma (Fibro) leiden, oftmals sexuell unstimuliert sind, ja überhaupt gar kein Verlangen mehr empfinden können. Aber diese Symptomatik wird zu wenig beachtet.

    Der einzige Vorteil der Fibromyalgie besteht darin, dass man wegen dieser Krankheit wenigstens nicht im Rollstuhl landet....Wie bei anderen rheumatischen Kriterien.

    Und gerade weil man es uns oftmals so schwer macht, möchte ich euch dazu auffordern und bitten, lasst den Kopf nicht hängen, seid oder bleibt stark, kämpft und behauptet euch! (Die Fibromyalgie ist in der Zwischenzeit auch rententechnisch zugelassen!)

    M.f.G. helgapheil

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