Super
Hallo bin neu hier und Kämpfe mich noch durchs Forum.Dein bericht hat mich sehr erfreut.Hut ab für so viel Power.werde diesen meiner Frau vorlesen.Hoffe das dein Schicksal sie Motiviert.LG Rolf
Auch mich hatte es eiskalt erwischt. Am 11 September ( was für ein Datum ;-) ),
wachte ich früh Morgens auf mit einer kompletten Halbseitenlähmung. Ich dachte ich träume, aber es war kein Traum. Gott sei Dank gehöre ich zu der Sorte Mensch die eigentlich nie in Panik geraten.Ich hatte Telefon neben meinem Bett, so rief ich mir einen Krankenwagen. Robbte sogar noch mit einer Seite zur Tür und öffnete diese für die Sanitäter.
Mit Blaulicht in die Klinik- per Funk schon der Verdacht auf SA. Deshalb Stroke Unit. Die Ärzte dort waren allerdings etwas überfordert- ich bin erst 27 Jahre alt gewesen und hatte lediglich zwei Risikofaktoren -ein paar Zigaretten täglich und die Pille- ich machte sie allerdings darauf aufmerksam das meine Mutter auch recht früh einen SA hatte ( mit 43 ). Trotzdem tippten sie auf einen Krampfanfall oder Migräne Mit Ausfallerscheinungen die von allein weggehen sollten. Das sofort veranlasste CT ergab keinen Befund. Wieder kam eine Armee von Neurologen an mein Bett. Wieder sagte ich das ich einen Sa vermute. Bis dahin war auch der Rest an Gefühl aus meiner linken Seite gewichen. Langsam machte ich mir ernsthaft Sorgen. Ich dachte man kann so ein Gerinnsel einfach so auflösen. Falsch gedacht. Dafür war es längst zu spät. Am frühen Nachmittag kam ich endlich in den Kernspin. Diagnose:
SA im Bereich des Thalamus ( Tor zum Bewusstsein) und der capsula interna bis zum centrum semiovale reichend. Auf deutsch wie ich heute weiss: einer der wichtigsten Schaltzentralen der Motorik und der Reizumwandlung vom Gedanken zur ausfühung von Bewegung wurde komplett zerstört.
Ich war gut drei Wochen im Krankenhaus. Dann zur Frühreha, im Anscchluss gab es noch eine Anschlussheilbehandlung. Insgesamt war ich dort 7 Wochen. Mit grossem Erfolg.Im Krankenhaus hatte ich schon eine sehr motivierende Physiotherapeutin. Innerhalb des Kranklenhausaufenthaltes lernte ich schon wieder stehen und ein bischen gehen. Am Entlassungstag lies ich es mir nicht nehmen ganz allein ohne Rollator aus der Tür zu " wackeln". Ohne Sturz unter wahnsinniger Anstrengung mit Hilfe von Applaus der Schwestern und meiner Physiotherapeutin hab ich es bis zum Taxi geschafft. Ich hatte drei Tage MUskelkater vom Feinsten... In der Reha waren sie alle sehr überrascht da ich ja zur Frühreha angemeldet war. Dort sind aber im allgemeinen Patienten zu finden die sich kaum bis garnicht allein versorgen können.
Ich war die einzige die nicht mehr im Rolli saß- komisches Gefühl- hatte den Neid der anderen täglich zu spüren bekommen.
Dort turnte ich dann fleißig und wurde schnell auf die nächste Station verlegt. Zu den Fortgeschrittenen.Ich steigerte meinen Trainingsumfang wöchentlich um ein bis zwei Sachen ( Krafttraining, Fahhradergometer, Bewegungsbad, Konzentrationsübungen, KG bis zum erbrechen, später auch Nordic- Walking, Früh-Wald-Lauf, Sport und Spiel, Gleichgewichtstraining etc....).
Mein betreuender Arzt schüttelte nir noch den Kopf und lies mich machen.Er trug mich jeweils in die Gruppen ein die ich wollte. Widerstand zwecklos :-)
Ein grossen Fortschritt in punkto Gangbild brachte mir das therapeutische reiten.Es war allerdings eine echte Gedulsprobe für mich, da ich eigentlich mal ziemlich gut zu Pferde war.
Davon war ich aber Lichtjahre entfernt- ich musste anfangs noch festgeholten werden damit ich nicht falle.Da wurde mir immer am meisten bewusst was allles noch fehlt.
Zurück zu Hause war auch mein Arm dank kneten, Papier falten etc. wieder so gut zu gebrauchen das ich mich glaich gänzlich allein versorgen konnte.
Nach 14 Tagen weiterer Ruhe und training zu Hause mit KG und Ergo beschloss ich es zu wagen keine Rente zu beantragen sondern mir mein altes Leben wieder zu erarbeiten. Mein Job als Pferdewirtin war eigentlich von Ärtzlicher Seite abgescgrieben- von mir nie wirklich.
Ich bat meinen mir sehr vertrauten Hausarzt, meine Wiedereingliederung nach dem HH Modell zu starten. Auch er versicherte mir das ich noch ein bischen Zeit habe... Nix da ! Worauf warten ??? So ging ich dann vor Weihnachten wieder ein bischen arbeiten. Leichte Tätigkeiten- die sich aber als doch recht aufwendig darstellten. Auch meine mir in Fleisch und Blut übergegangenen Arbeiten waren futsch. Von den Restschwierigkeiten was meine Mobilität anging mal ganz zu schweigen. Da ich aber wirklich sehr nette Kollegen und Chefs habe machte ich so weiter. Immer weiter lernen...Ende Februar stellte ich dann KG und Ergo ein. Ich beschloss mit meinen Helfern zusammen das der Rest entweder erstmal so bleibt oder von allein besser wird. Wer muss schon auf dem linken Bein hüpfen ??? Eine grössere Baustelle hatte ich aber noch- ich konnte nicht rennen. Oft war mir der Bus vor der Nase wech gefahren- damit sollte Schluss sein. So nutze ich lange einsame Abende ( vieler meiner sogenannter Freunde hatten Abstand von mir Gehirnkranken genommen ), um joggen einzu studieren. Im dunkeln humpelte ich um den Block. Hätte es gern heute auf Video... Ende Frühjahr lief ich beim Avon Frauenlauf mit- 5 km in 40 Minuten. Ich hatte Blut geleckt. Im Sommer fand dann die Taem Staffel statt. Mit meinen Arbeitskollegen und anderen liefen wir ins gute Mittelfeld. Ich lief dort die 5 km in 32 min. , meine " Leute " waren baff zumal es brütent heiss war (32 Grad im Tiergarten ), viele hatten Kreislaufprobleme- ich nicht.
Ich trainierte weiter, laufen Radfahren und ging Vollzeit arbeiten. Ende Sommer fasste ich den wahnsinnigen Entschluss Halbmarathon zu laufen. Einmal um de Fluhafen.. 21, 95 Kilometer. Ich bin heil angekommen in 2 Stunden 43 Minuten.Ich lief durchs Ziel und heulte.
Ganz allein, ich hatte mal vorsichthalber niemanden Bescheid gegeben.
Mit der Urkunde in den Händen ging ich in die Klinik zu mein damals behandelden Arzt. Er wurde ganz still. Und sagte mir das er keinen Cent darauf gewettet hätte, das ich jemals wieder allein gehen könnte.
Wo ein Wille ist- ist auch ein Weg.
Gott sei Dank habe ich mir Niemals eine Prognose geben lassen-
Mein nächstes Projekt ist der Berlin Marathon 2008.
Dann werde ich wahrscheinlich eingespeert :-)
Son Volkstriathlon ist auch ganz interessant...
Ich werde berichten.Und euch vielleicht ein bischen Mut machen.
Natürlich habe ich auch schlechte Tage- wo das Glas in der Hand mal wieder wackelt oder das Knie durchschlägt- aber es wird immer seltener.
Ich lasse mich von meinen Handicap nicht beeindrucken so gut es geht.
Bis dahin
liebe Grüsse
Tamara
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Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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Hallo bin neu hier und Kämpfe mich noch durchs Forum.Dein bericht hat mich sehr erfreut.Hut ab für so viel Power.werde diesen meiner Frau vorlesen.Hoffe das dein Schicksal sie Motiviert.LG Rolf
Ich habe gerade deinen Erfahrungsbericht gelesen. alle Achtung...aber das wichtigste ist, er gibt Hoffnung. ich selbst bin Krankenschwester und bin gerade dabei, mit einer Gruppe motivierter Menschen eine Schlaganfallnachsorgegruppe zu gründen, da wir alle der Meinung sind, dass die Zusammenarbeit der einzelnen Fachgebiete noch zu schleppend verläuft und die Patienten und auch die Angehörigen oft hilflos sind, an wen sie sich wenden können und wo sie fachgerecht beraten und behandelt werden, ohne viel Zeit und Energie zu verlieren.
liebe Grüße TINA
diesen bericht finde ich wahnsinnig interessant und macht mir mut.da fast der gleiche ablauf bei mir war,schlaganfall juli 08.lleider ist jetzt noch rin epileptischer anfalldazugekommen.ich sageb immer die hartwaer ist in ordnung nur die softwaer muß neu geleden werden.auch ich gebe nicht auf,dafür ist das leben zu schön und man hat nur eins

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