Erfahrungsbericht: Mein Leben mit einer Anfallskranken

Was ist zuerst passiert?
Lernte ein Mädchen kennen
Wann ist es passiert?
1967
Was ist sonst passiert?
Plötzlich fiel sie um,schlug mit Armen und Beinen
Wie endete es?
Heute ist sie seit 35 Jahren meine Frau und latent anfallsfrei

und..... meine Verpflichtung ist.Meine Karin hat seit dem 10ten Lebensjahr epileptische Anfälle.Als ich sie kennen lernte hatte sie mehrmals am Tag Grand Mal s,alle 4 Wochen fuhr ich sie in die Anfallsambulanz im heidelberger Uniklinikum.Alle Tablettensorten kriege ich nicht mehr auf die Reihe jedenfalls nahm sie Tegretal und Benuride.

Allerdings trat über Jahre kaum Besserung ein.Als sie 18 war heirateten wir.In HD hatte man immer in den Raum gestellt,wenn wir erst mal verheiratet wären und nach einem Kind wären in der Regel die Anfälle Vergangenheit...nun nicht nur deshalb nahm ich sie zur Frau.Ein Jahr später hatten wir einen Sohn.Während der Schwangerschaft gerieten die Atacken ausser Kontrolle,danach war sie immer wieder viele Woche in Kork bei Kehl,wo man mit Medis experimentierte danach in der Psychiatrie in Mosbach,wo man sie mit enormem Aufwand an Tabletten "nahezu Anfallsfrei" brachte,allerdings wurde sie hochgradig psychotisch und enorn agressiv.Deswegen wurde sie immer wieder ins Uniklinikum in HD eigewiesen,wo sie jedwedige Nahrungsaufnahme verweigerte,sodass ich täglich an die 6 Wochen die 37 km fuhr um sie zum essen zu bewegen was mir auch gelang.Einige male verprügelte sie Mitpatientinnen,in der irren Meinung die btr. Personen seien ihre Mutter.Die Gründe dafür sind wohl direkt im Elternhaus entstanden,da sie ein total ungeliebtes Kind war,IST.Sämtliche Untersuchungen,darunter auch CT und was sonst noch,brachten keinen Hinweis auf den Grund der Anfälle.Am Ende lässt sich das auf die Jahrelange Kindheitstraumata zurückführen.Laut der Grossmutter(mütterlicher seits)fiel die Mutter mehrere male während der Schwangerschaft mit ihr,die Treppe runter....!Auf den wenigen Kinderbildern sieht sie niemals fröhlich aus......ich muss dieses Kapitel so stehen lassen,das ist ein ganze Kippe voll Dreck,die bisher versiegelt in mir vor sich hin gegärt hat und der Bearbeitung bedarf.Jedenfalls konnte ich ab November 2006,auf anraten eines Neurologen auf der Kanareninsel La Palma einiges an Neuroleptika(ein Mittelchen gegen das Zittern,ein anderes gegen die Absancen die durch das Erstere hervorgerufen wurde.Ich hatte Handlungsfreiheit und plante wie ich die einzelnen Medis ausschleichen würde.Heute muss ich sagen so gewöhnlich es auch klingen mag,ihr Zustand besserte sich mit abnehmender Medikamentenmengege.Die Grand mal Anfälle waren unter Carbamacepin retard und Valproinsäure nach und nach abgeklungen.Das einsetzende Climakterium und die Ruhe,die herrliche Umgebung,mögen dazu beigetragen haben,dass nach und nach,auch die petit s verschwanden und meine Karin alls latent anfallsfrei diagnostiziert wird.Durch unablässiges sanftes Trainig,konnte ich bei ihr erreichen,dass sie sich recht sicher auf der Strasse bewegt,strickt,liest und Körperpflege weitgehend ohne Hilfe zustande bringt.

Stichworte (Tags): Epilepsie

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren

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Kommentare

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  • Hallo Echedy,
    Deinen Erfahrungsbericht finde ich sehr interessant. Vor allem ist er ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Körper und Seele zusammenhängen. Und da meinen viele, man könne mit Tabletten dagegen ankämpfen...
    Viel Kraft und Mut wünsche ich Euch beiden!

  • Epilepsie

    Hallo, wollte nur mitteilen, dass ich wegen fokaler cerebraler Anfälle rechtsfrontotemporal 1988 in Freiburg/Breisgau operiert wurde und seitdem anfallsfrei bin. Zuvor musste ich 11 Tabletten täglich nehmen (Tegretal, Orfiril usw.) und trotzdem hatte ich 3 - 5 Anfälle täglich. Mein damaliger Nervenarzt hat mir dann noch einige Jahre Carbamazepim als Monotherapie empfohlen, ist merkte aber immer mehr mäßiges Reaktionsvermögen insbesondere beim Autofahren. Letztendlich hab ich die letzte Tablette am Abend selbst abgesetzt, konnte erst mal 4 Tage überhaupt nicht schlafen (Entzugserscheinung), parallel dazu konnte ich aber viel klarer denken und auch gerichtlich glaubwürdig aussagen (zum Leidwesen des Täters).
    Bei der Schwangerschaft (1994/95) hatten die Ärzte große Bedenken, dass ich einen Anfall bekomm, denn dann würde das Kind auch erblich davon betroffen sein. Dies war aber nicht der Fall, auch hatte noch keiner in der Familie solche Erkrankung. Ich hatte diese Anfälle auch nicht von Geburt an, sondern als Kleinkind irgendwie erworben wobei ich bis heute nicht weiß ob die Narbe auf dem Kopf Fremdeinwirkung war oder das Myom im Kopf von selbst gewachsen ist. Übrigens hat man bei der OP nicht alles rausoperiert, weil sonst die Gefahr einer Querschnittslähmung entstanden wäre. Gewachsen oder verändert hat sich das Ding aber auch nicht mehr.

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