Mut und Kraft
Habe deinen Erfahrungsbericht gelesen,mir ist ganz schön eiskalt,was Du auch durchgemacht hast in deinen Leben,und was Du schon alles geschafft hast in dein Leben.Bin ganz schön Gerühert.
Wünsche dir weiterhin viel Kraft.
Lg Lassie
Wie konnte ich nur so tief fallen?oft habe ich mir selbst diese Frage gestellt.Die Antwort habe ich mir nicht leicht gemacht,eigentlich begriff ich erst nachdem ich wusste,dass mich die Depression in den Klauen hatte,weshalb ich beinahe dieses wertvolle Geschenk das Leben heisst,einfach so wegwerfen wollte.Die Schuldgefühle waren grausam,doch sie plagen mich nicht mehr,seit ich sicher weiss,dass ich Vergebung erlangen konnte.
Kurz nach dem "Versuch"bekam ich endlich das richtige Medikament und ich merkte,dass Gefühle wie Freude,Glück,aber auch Scham,wieder zurückkehrten.Auch Angst kam anfallsartig auf,immer öfter,scheinbar grundlos.Schon während ich hochdepressiv war kamen allerlei Ängste auf,Angst vor dem Bahn und Busfahren,den Fahrkartenautomaten nicht bedienen zu können,Angst in die Stadt zu gehen,vor grossen Gebäuden usw,die Liste würde zu lang werden!Aber diese Angst nun kannte ich noch nicht,mein Herz fing an zu rasen,ich zitterte am ganzen Körper und war nicht fähig auch nur einen Schritt weiter zu gehen.
Das neue Handy,irgendwie kam ich zufällig auf die Internettast(unterstelle dem Hersteller.dass diese Taste absichtlich so plaziert wurde),in meinem Fall war es ein Segen.Gleich auf der Startseite"Google-Suche"!das hatte ich doch schon mal gehört,da gibt man einen Begriff ein,also gebe ich Selbstsuizid ein und schon.....1 33335555Ergebnisse,gleich das Zweite von Wikipedia.Ich denke mich tritt mein Huhn,als ich aus Neugierde auf den Link"Depression klicke:Die schreiben hier über mich?natürlich nicht,aber sämtliche beschriebenen Symptome treffen irgendwie auf mich zu.Anschliessend verbringe ich ganze Nachmittage(habe mir eine Surfflat vom Netzbetreiber bestellt)im Net.Zwei Monate später habe ich meinen ersten PC.Da ich Autodidaktisch lerne bin ich recht schnell mit diesem Medium vertraut und merke,dass mir kreatives Arbeiten,sei es nun das Erstellen von Grafiken oder Dia und videoshows einen rechten Aufschwung gibt.Die Angstatacken,inzwischen weiss ich,dass man diese Form,freiflottierende Angst nennt,sind immer noch da,mitunter mag ich schon nicht mehr das Haus verlassen.
Ich ziehe wieder mal um,eigentlich sollte ich mal Guinnes anrufen,10 mal umziehen in 10 Jahren ist schon eine reife Leistung!Natürlich nicht weil ich etwa meine Miete nicht bezahlt hätte.Mein nächstes grosses Problem ist die Aquoustophobie,auch Phonophobie genannt und diese ist der Grund für meine Umzugsleidenschaft.Bestimmte Geräusche,nicht nur laute,bringe mich mitunter fast zur Raserei,der Adrinalinausstoss steigt rasend,ich bekomme Fluchtgefühle,wie soll es weitergehen.Wie oft habe ich das schon bei diversen Ärzten beklagt-keine Resonanz.
Nach 5 Sitzungen meint mein Psychotherapheut er könne nicht Mehr für mich tun und schickt mich zum Psychosozialen Dienst.Ein netter Herr hört mir zu und empfiehlt mir dringend eine Psychotherapheuten aufzusuchen!!!Der absolute Überhammer!
Aber wofür gibt es Internet,Psachotherapheutische Klinik eingetippt,jetzt will ich s genau wissen und ich werde fündig.PZN Wiesloch,schaue die Hompage,das Theraphieangebot an,könnte für mich passen,nächste Woche Termin beim neuen Neurologen.Erzähle ihm meine Story und frage ob Klinikaufenthalt möglich ist.Kein Problem....Anruf PZN,man emppfiehlt mir die Möglichkeit der Tagesklinik,das kommt mir sehr entgegen,weil ich Abends und am Wochenende zuhause sein kann und meine pflegebedürftige Frau nicht in der Kurzzeitklinik unterbringen muss.Auch die Krankenkasse stellt sofort die Taxigenehmigung aus und so verbringe ich die folgende 10 Wochen in der Tagesklinik.Das Theraphieangebot ist enorm,ich versuche so gut wie nur möglich mit zu arbeiten,habe nach kurzer Zeit meine Angstattacken im Griff,wie einfach das doch ist,wenn man es erst mal weiss Wie!Die Depression tritt nach und nach in den Hintergrund und ist kein Thema mehr.In der Musiktheraphie bekomme ich Einzelstunden und kann wirklich Alles was mich irgendwie noch immer bedrückt,die unzähligen Prügel von Eltern Lehrern,Mitschülern,später vom Lehrmeister und den erheblich älteren Mitauszubildenden.Niedergebrüllt werden,sexueller Missbrauch......
Später komme ich zu meinem grossen Glück in eine Firma wo selbständige Arbeiten verlangt wird,nette Arbeitskollegen,lerne meine heutige Frau kennen.........ein langer Mitleidensweg fängt für mich an.Meine Karin war Epileptikerin,Grand Mal,Petit Mal,Absancen,alles war bei ihr vertreten,heute ist sie seit 5 jahren "latent Anfallsfrei",dafür bin ich reif für den Schrottplatz.
Rezidivirende Depression,Arthritis,Arthrose ganz sicher ist der Befund noch nicht,kaum Entzündungszeichen im Blut,geringer Gelenkveschleiss,dafür sind inzwischen immer mehr Gelenke betroffen.Am schlimmsten sind beide Füsse betroffen,jeder Schritt bringt mir Höllenqualen,angefangen hat das schon vor dreizehnzehn Jahren,41/2 Jahre Pause,als wir auf der Kanareninsel La Palma wohnten.Dann kamen die Schmerzen und die Schwellungen wieder und kaum wirksame Hilfe in Sicht.Also,das "Paradies" verlassen und zurück nach Deutschland.Diabetes 2,damit verbunden Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung. Seit Anfang Dezember bin ich bei einer Psychotherapheutin,die der Meinung ist dass wir diese Phonophobie in den Griff bekommen würden.Ich will wieder kämpfen,weiterleben,mich nicht unterkriegen lassen.Was das Leben an guten Dingen zu bieten hat,schätzen und dankbar entgegennehmen.
Leiden ist gestern,Leben heute!
Stichworte (Tags): Depression, leben, versuchter Suizid
Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
Dieser Erfahrungsbericht wurde 482 mal angezeigt.
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Habe deinen Erfahrungsbericht gelesen,mir ist ganz schön eiskalt,was Du auch durchgemacht hast in deinen Leben,und was Du schon alles geschafft hast in dein Leben.Bin ganz schön Gerühert.
Wünsche dir weiterhin viel Kraft.
Lg Lassie
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Du hast auch schon sehr viel durchgemacht und es macht Mut, wie du es trotzdem schaffst dein Leben in die Hand zu nehmen. Danke.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft. LG, Marie 
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ich habe gerade mit Gänsehaut Deine Erfahrungsberichte gelesen. Sie haben mich tief bewegt und ich sende Dir viel Mut und Kraft, ich denke an Dich. Du bist nicht allein!
Liebe Grüße, Susanne

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