Erfahrungsbericht: Denkanstoß!

Thema: Depressionen
Was ist zuerst passiert?
Ich stürzte in die Depression
Wann ist es passiert?
2004
Was ist sonst passiert?
Mein Leben erschien total wertlos
Wie endete es?
Ich habe überlebt

Niemand ist wie der Andere,deshalb erlebt jeder die schwere Depression anders.Wahrhaftig,ich bin durch die tiefsten Tiefen gegangen,am Ende wollte ich nur noch dieses absolut hoffnungslose Sein beenden.Doch ich konnte noch abspringen vom Zug der in die Nichtexistenz führt.Wie ein Aufwachen aus einem bösen Traum war es.
Warum ich nicht meine Grundstrukturen verlor?Vielleicht weil mein gesamtes Leben voll von Pflichterfüllung war.Total eingefahren sind diese Pflichten,im Laufe der Jahrzehnte voller Druck und Müssen.
"Danach",war es nicht sofort leichter;die selben Ängste,immer noch nicht das wohlige Gefühl der Müdigkeit spürend,immer noch nicht herzhaft gähnen können.Eine Umwelt ohne Farben.Nur durchwachte Nächte,freudlose Tage,zusätzliche Qualen durch falsche Medikamente.Dazu Inkompetenz von Sachbearbeitern und Amtspersonen!Ärzte die Signale nicht erkennen,weil überladen durch Bürokratie und Anzahl der Patienten.Dann endlich!Ein Mittel das wirkt.
Nach Monaten endlich wieder schlafen können.Der Sommer,ja alles ringsum verliert seinen grauen Anstrich,Probleme lösen sich in sanftes Nichts auf.Amtspersonen verlieren ihren Schrecken.Wie ich ihn doch plötzlich bemitleiden kann,diesen Menschen in seinem winzigen Büro,kaum sichtbar hinter seinem riesigen Aktenberg.Die Welt sieht wieder anders aus,ich kämpfe wieder,ich lebe wieder.Ich habe bereut,was ich getan habe,wohl wissend:diese heimtückische Krankeheit hat mich soweit gebracht.Endlich verlassen mich die erdrückenden Schuldgefühle im ernsthaften Gebet.
Danke allmächtiger Schöpfer,dass ich wieder leben darf.
Ich kämpfe wieder,bringe meinen Hintern hoch,beantage kompetente Hilfe in einer Fachklinik,wachse durch Können der Therapheuten und eigene Mitarbeit.
Warum schreibe ich das Alles,warum solche hochprivaten Dinge öffentlich machen? Um aufzurütteln,hinausschreien"Hey Ihr da,Gesellschaft,wacht auf, hergehört:Morgen schon kann es Euch betreffen.
Wie sollen sie es denn wissen,wenn niemand in die Welt schreit:
"Das, ist Depression"!
Gross genug ist die Ignoranz,das Wegschauen,dieses einlullende:"aber das kann mir doch nicht passieren"!
Hätte ich doch vorher schon nur einen geringen Teil dessen gewusst,was ich heute über diesen Moloch"Depression weiss.

Wieviel Grausamkeit,wieviel Leid wäre mir erspart geblieben?

Stichworte (Tags): Depression

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • Der Schrei der Angehörigen

    Ich habe das Leid auf der anderen Seite, als Angehöriger, als Ehemann, erduldet. Nur wußte ich nichts über Depression, absolut nichts. Ich habe dann also alles falsch gemacht, was man irgendwie falsch machen kann. Ich habe mich sogar von meiner Frau getrennt. Weil sie ja so anders geworden war. Jetzt mache ich mir schon selbst soviele Vorwürfe, dass ich befürchte depressiv zu werden-oder schon bin? Ja, irgendwann ein Fingerzeig, vom Hausarzt? Von wem? Vorsorgeuntersuchungen, gibt es für fast alles, fast alles. Seit den wenigen Tagen, an denen ich mich mit Depression befasse, habe ich soviele Tests gefunden - warum gehören die 5 Minuten nicht mit zu jedem Gesundheitscheck?

    Der Aufschrei der Betroffenen soll verstärkt sein durch den der Angehörigen.

    Ich hoffe, ich kann jemals wieder gut machen, was ich aus Unwissenheit angerichtet habe und ich wünsche, dass die Unwissenheit verschwindet, damit zumindest dieser Schaden den Betroffenen erspart bleibt.

    echedey, weiter soviel Kraft, wie aus Deinem Beitrag spricht.

  • Warum nur, warum ????

    Wie oft fragt man sich dies und erhält keine Antwort, bis man sich fragt : " W O Z U " und dann in Millimeterschrittchen Antworten erhält !!!

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