Erfahrungsbericht: 15 Jahre unter Schmerzen

Was ist zuerst passiert?
Plötzlich starke Schmerzen in rechter Hand,Mittelfingemittelhangelenk.Starke Schwellung
Wann ist es passiert?
1992
Was ist sonst passiert?
Arzt besuche noch und nochMedikamente ausprobiert
Wie endete es?
noch nicht

Erster Teil

Irgendwann im Jahr 1992
Ich wache auf,meine rechte Hand schmerzt,komisch habe mich doch nirgends angehauen oder sonstwas.Der Wecker zeigt 2Uhr,normalerweise bin ich um diese Zeit noch nie aufgewacht.Auf meiner Hand über dem Mittelhandgelenk des Zeigefingers,eine ordentliche Schwellung....
Natürlich fahre ich kurz vor 7 los zu meiner Arbeit,ein ganzer Packen Aufträge,zwei Neugeräte....na denn mal los.Die Schlepperei bringt keine Schmerzverstärkung,aber bloß nicht drankommen,das Dingens ist hoch druckschmerzempfindlich.

Die Wochen vergehen,was jucken mich die Schmerzen,obwohl sie immer intensiver werden.Irgendwann packe ich es doch an,habe eh Urlaub also zum Doc.Der schüttelt bedenklich den Kopf gibt mir netterweise ein Schmerzmittel mit und eine Überweissung zum Orthopäden.Zuhause nehme ich eine Tablette,nach zweineihalb Stunden sind die Schmerzen immer noch mit gleicher Intensität vorhanden.Habe ein seltsames Kribbelgefühl im Gesicht,schaue in den Spiegel und sehe Frankensteins Bruder.Lese den Waschzettel und unter einer Latte von Nebenwirkung steht Gesichtsödem!sehr selten!Ich hab den Salat!!Glücklicherweise klingen die Schwellungen bis zum Abend ab.
Tage später,der Ortopäde schickt mich gleich mal zum obligatorischen Röntgen.Die Bilder bringen kaum Aufschluss,nur der Gelenkspalt ist leicht erweitert.Ich werde zur radiologischen Ganzkörperszintigraphie geschickt,muss einen Liter Radioaktives Gebräu zu mir nehmen,soll 2 Stunden später wieder da sein.Die Untersuchung bringt kein greifbares Ergebnis.Die Schmerzen werden stärker und die Schwellung an der Hand größer.Muss ins Krankenhaus,wegen eines kleinen Unfalls beim aussteigen aus dem Auto,wegen Schnee auf der Einfahrt.Klar doch,ein Indianer kennt keinen Schmerz,ich arbeite noch Drei Wochen.Das Linke Knie wird immer dicker,muss also zum Azt.zwei Tage später ins Kkh.Ein verschobenes Band im linken Knie wird mit einem Endoskopieeingriff zurechtgerückt.Ich bekomme Teilnarkose,möglicherweise durch ein Missgeschick der Amnäsiesistin sehe ich plötzlich meinen Film rückwärtslaufen,ich höre wie nach mir gerufen witd,ist mir eigentlich wurscht,doch nach einigen Minuten bin ich wieder klar.Niemand hat ein Wort über das Geschehene verloren.
Das Knie muss geschont werden,also Urlaub mit dem gelben Schein.Der Boss tobt und hängt das Gesicht runter,nach 7 Wochen gehe ich wieder zur Arbeit.
Bin nicht faul inzwischen,der Orthopäde schickt mich in die Uniklinik Heidelberg,ich muss einen Pack Fragebögen ausfüllen,werde von einem angehenden Assistenzarzt befragt und und........
In meinem Befundbericht,von dem ich,weil zur Gewohnheit geworden,eine Kopie mache steht unter anderem:da Her B. eher zurückhaltend gegenüber medikamentösen Maßnahmen ist,wird derzeit keine Basistheraphie eingeleitet sondern ein abwartendes Verhalten bevorzugt.Wiedervorstellung in 6 Monaten....
Nach 6 Wochen bin ich wieder dort,Schmerzen jetzt auch in beiden Knien und ich muss doch viel auf den Knien arbeiten.Der Chefazt:was wollen sie eigentlich,wollen sie ihre Rente?........erneute Krankschreibung..... .
Vier Wochen danach wieder zur Arbeit da die Schmerzen etwas zurückgegangen sind,der Alte ist stinkig!Egal,suche nach neuer Arbeit!Bekomme einen Arbeitsplatz direkt um die Ecke angeboten und kündige.

Der neue Arbeitgeber weiß Bescheid über meine Wehwehchen,will mich aber unbedingt wegen meiner langjährigen Erfahrung im Kundendienst.Einige Monate geht es gut,dennoch bin ich inzwischen beim Neurologen vorstellig,die Nerven im Schulter Handbereich werden durchgemessen,grausam.Bin einiges an Stromschlägen gewohnt aber das ist fast noch gemeiner.Diagnose: Somatoforme Störung mit latentem Tetaniesyndrom.

Also,deine bestehenden familiären und beruflichen emotionellen Belastungen....bla bla.Eine Verhaltenstherapheutische Behandlung wird mir empfohlen,bekomme einige Medikamente verordnet,die keine negativen Wirkungen hervorbringen,jedoch auch keine positiven!
In beiden Händen rumort es,ich kann meine Finger nicht mehr gerade machen,wie mag das weitergehen?Krankmeldung,nach sechs Wochen immer noch keine Besserung.Immer noch kein Termin bei der Verhaltenstheraphie.Geld kommt von der Krankenkasse.Mein Chef ist froh,dass ich momentan nicht arbeiten kann,denn in der Auftragslage herrscht Ebbe.Inzwischen schreiben wir Juli 1994,der gebuchte Urlaub wird angetreten.Drei Woche La Palma.Ein Traum,die zuvor angsehenen Bilder bei Freunden sind nur ein Abklatsch der Wirklichkeit.Nach vier Tagen lassen meine Schmerzen nach.Nach zwei Wochen sind die Finger gerade die Schmerzen sonstwo!Meiner Frau geht es blendend,nicht ein Anfall seit wir hier sind.Eine Idee wird zum Vorsatz:Irgenwann sind wir hier für immer!!!
Zwei wochen kann ich schon wieder Arbeiten,als die Schmerzen zurückkehren.Ich kann keine E Geräte mehr tragen,macht nix sagt mein Boss geduldig und schleppt die Waschmaschinen und andere Geräte mit einem Lehrling im dritten Jahr hoch bezw.runter.
Meine Frau hat wieder ihre Anfälle,die Zeit vergeht.Ich werde zur vertrauensärztlichen Untersuchung bestellt,weil ich schon wieder einige Monate im Krankenstand bin.Die Vertrauensärztin...so breit wie lang,Stoppelhaarschnitt,schaut mich von oben herab an und plärrt:warum halten sie ihre Finger so krumm?........Den Rest erspare ich dem Leser!!!
Die Krankenkasse will,dass ich mich langsam an wieder an die Arbeit gewöhne,mit drei Stunden täglich fange ich an,kann kaum den Accuschrauber halten,die Arbeit ist eine wahre Qual geworden.Inzwischen sind die Pläne für den Umzug nach Canarias gereift,das Haus steht zum Verkauf an.Ein Trooper und ein Wohnwagen wird gekauft als das Haus in neuen Händen ist.Ich bekomme meine Entlassung,da wieder sehr wenig Arbeit ist.Am 22 September ist der Tag der Abfahrt,und tschüss Deutschland.Durch Frankreich,an der spanischen Mittelmeerküste bis nach Cádiz,dort 5 Wochen Camping bis auf der Fähre Platz für das Gespann ist.19 Oktober 1996 13:50 Abfahrt..Peninsula ade......!
Zwei Tage später raus aus der Fähre,wir sind auf Teneriffa.Punkt 24 Uhr auf das kleinere Ferry nach La Palma.Muss rückwärts reinfahren,wie lange doch die Fähre ist.22 Oktober1996,8:00 wir sind da,eben geht die Sonne auf,runter von der Fähre,habe etwas Schiss,der Wohnwagen ist vollgestopft mit allem Möglichen,überladen auch..wenn ich jetzt auspacken muss.....nichts von dem,wir werden durchgewinkt,eine Stunde später sind wir im Norden der Insel.

Am Ziel!Einige Episoden über La Palma sind in der Gruppe "Schöngeistiges"zu finden!!
17.April,zurück in Deutschland,für immer,ich kriege heut noch das Heulen,wenn ich nur daran denke.Wie kann das sein?Nach vier Jahren Ruhe kommen die Schmerzen zurück.Am rechten Fuß beginnt es,seitlich vom kleinen Zeh aufwärts geschwollen und schmerzhaft!!!Eine neue Odyssee beginnt!


Stichworte (Tags): Dauerschmerz

Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren

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Kommentare

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  • Hallöchen Floh!

    Ganz lieben Dank für die Nachricht und dein Interesse.Habe gleich mal nachgeschaut,irgendwie passt das nicht so ganz,da die Schwellungen hart sind ,vornehmlich an den Extremitäten auftreten und permanent über Jahre da sind,allerdings wandernd.Werde aber dennoch mit meinem Doc darüber reden,kann ja nicht schaden.Dir wünsche ich alles Gute und sende liebe Grüße, echedey(Werner)

  • Ich habe evtl. eine Erklärung

    Ich habe auch eine plötzlich aufgetretene Schwellung an der Hand, mein Vater hatte das früher am Bein und keiner wusste wieso. Kam immer wieder und ging. Ich habe beim Surfen etwas zu dem Thema gefunden, was evtl. passen würde:

    http://www.mymeinung.com/nur-noch-mit-notfallbox-unterwegs,10692-3.html

    Wenn Du unter HAE suchst, findest Du noch viel mehr Treffer.

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