- Was ist zuerst passiert?
- kein Selbstwertgefühl
- Wann ist es passiert?
- seit Kindheit
- Was ist sonst passiert?
- Trennung vom geliebten Partner
- Wie endete es?
- bin noch mittendrin
Eigentlich scheine ich ganz gut im Leben zu stehen. Mein Beruf als Krankenschwester macht mir Freude, meine 3 Kinder entwickeln sich prima; obwohl ich alleinerziehend bin bekomme ich Haushalt, Familieund Beruf ganz gut hin. Im Alltag bin ich meist voll funktionsfähig. Was man nicht sieht ist meine tiefe innere Überzeugung nicht liebenswert zu sein. Ursprung liegt wohl in meiner Kindheit. Mein Vater war ein jähzorniger Alkoholiker, und meine Mutter war zu sehr mit ihm und den Alltagssorgen belastet um mir Sicherheit bieten zu können. Zudem gehörten wir einer strengen religiösen Gruppierung an, die auch vermittelte: Persönlich bist du nichts wert, nur wenn du "gut" funktionierst. Ich habe mir angewöhnt gut zu sein: ich helfe jedem - bin ja auch Krankenschwester geworden - höre zu, bin da wenn mich jemand braucht... so fühle ich mich wertvoll. Ich habe, um dem bedrückenden Elternhaus zu entkommen früh geheiratet - eine gefühlsarme Ehe, die nur durch meine süßen Kinder erträglich war! Zum Glück hatte ich die Kraft, diese Ehe zu beenden, und nachdem ich ein Jahr allein gelebt hatte, lernte ich vor etwa 11 Monaten meinen Freund kennen. Wir trafen uns in einem Internetchatroom und nach einiger Zeit beschlossen wir uns zu treffen. Ich habe nie etwas so schönes erlebt. Wir fühlten uns beide, Als hätten wir etwas gefunden, was wir unser ganzes Leben lang gesucht hatten. Auch für ihn war es die erste große Liebe. Wir schwebten! Doch ich hatte immer den unterschwelligen Gedanken: Wenn er erst merkt, wie "armselig" ich eigentlich bin, kann er mich nicht mehr lieben.... Ob es an dieser Haltung lag, oder daran, dass alles zu schnell ging - er war in wenigen Wochen Mitglied unserer Familie geworden - auf jeden Fall, Anfang November bemerkte ich eine Veränderung, und kurz darauf offenbarte er mir, dass eine Kollegin seine Gefühle durcheinanderbringt, und er sich erstmal von mit trennen will. Mir war buchstäblich der Boden unter den Füßen weggerissen... musste sogar kurzzeitig Psychopharmaka nehmen. Er hat dann ziemlich schnell eine Wohnung genommen, war aber immer noch meist bei mir. Auch weil ich dann vor Weihnachten 3 Wochen in einer Klinik war, und er in dieser Zeit die Kinder betreut hat. Seit ich nun wieder da bin, ist alles nur noch verworren. Einerseits bestätigt er mir immer wieder, dass er mich nach wie vor liebt, wir sind in tiefen Gesprächen, und häufig voll innigster Verbundenheit. Andererseits sieht er die andere Frau ja auch noch, und schafft es nicht, sich emotional zu distanzieren. Er ist selbst auch sehr verwirrt, und hat sich jetzt eine Frist gesetzt das Dilemma zu lösen - bis Ende Februar. Mich zermürbt diese Ungewissheit... Obwohl er mir durch Worte und Taten eigentlich viel Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft macht - z.B. sucht er eine andere Arbeitsstelle -, kommt bei mir immer wieder der Gedanke: ich kann ihm nicht genug bieten. Ich bräuchte dringend seelische Unterstützung, aber kurzfristig einen Therapeuten finden, ist ja nahezu unmöglich. Und Selbsthilfegruppe hab ich auch noch keine. Zum Glück habe ich eine Freundin, die mich versteht - die meisten reagieren eher unsensibel. Auch "gutgemeinte" Ratschläge im Stile "Wenn er dich verlässt, hat er eh nichts getaugt" helfen nicht wirklich!!! Mir tut es jetzt einfach mal gut, das alles mal loszuwerden, auch wenn sich das ganze komplexe Beziehungsgeflecht hier nicht wirklich durchsichtig darstellen lässt. Wenn ihr mir was gutes tun wollt, dann drückt mich einfach mal! Danke!
Stichworte (Tags):
mangelndes Selbstwertgefühl, Trennung
Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 4 Jahren
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