- Was ist zuerst passiert?
- grenzwertige Blutzuckerwerte beim "Check up"
- Wann ist es passiert?
- 2000
- Was ist sonst passiert?
- 2002 Diabetes Typ 2/ Fernstudium zur Ernährungstherapeutin
- Wie endete es?
- mit guten Blutwerten
Im März 2002 wurde bei mir definitiv Diabetes Typ2 festgestellt, nachdem ich mich vorher 2 Jahre im Grenzbereich befand und versuchte, mit Trennkost und Sport gegenzusteuern. Ich bekam also Tabletten, als die ersten nicht den gewünschten Erfolg brachten, gab es noch eine zweite Sorte dazu. Mein Blutdruck war plötzlich auch für mich viel zu hoch. Erste Taubheitsgefühle am großen Zeh gaben mir auch zu denken. (Diese sind übrigens inzwischen vollständig verschwunden!)
Durch Recherchen im Internet kam ich dann auf ein Forum mit Leuten, die sich aus den verschiedensten Gründen KH- arm ernähren. (Die meisten wollen einfach abnehmen, viele sind aber auch Migräne, Neurodermitis, Epilepsie, Diabetes usw. losgeworden).
Nach 2 Monaten war ich so weit, dass ich es unbedingt probieren wollte.
Ich informierte meine Ärztin und versprach ihr, regelmäßig zur Blutuntersuchung zu kommen. Am 2. Mai ging es los: Die einzigen Kohlehydrate, die ich anfangs zu mir nahm, waren im grünen Gemüse. Es gibt gute Tabellen mit dem KH-Gehalt der einzelnen Gemüse. Ich versuchte, in den ersten Wochen unter 5-10g täglich zu bleiben. Das klingt vielleicht unglaublich, ist aber durchaus machbar. Brot, Mehl, Zucker wurden abgeschafft.
Ein Beispiel – Tagesplan:
Frühstück:1 Becher Hüttenkäse (2g KH) mit etwas Instant- Kaffeepulver und Süßstoff verrührt (oder Rührei o.ä.)
Mittagessen: Ein Stück Fleisch oder Fisch, evtl. mit Käse überbacken und eine Port. Spinat oder Kopfsalat
Abendessen: Zwei Scheiben Schnittkäse (vollfett) mit etwas Butter bestrichen und mit einer Scheibe Kochschinken zum Sandwich gebastelt.
Für Leute, die Fett sparen, klingt das sicherlich wie der blanke Horror!
Aber der Erfolg hat mir Recht gegeben. Mein BZ war innerhalb von 4 Tagen wieder im Normalbereich (und ist es seitdem immer geblieben. Die restlichen interessanten Werte (Cholesterin, Triglycerid, Harnsäure, Blutdruck) sind allesamt besser geworden!
Den Sport habe ich beibehalten, 5x wöchentlich drehe ich eine Nordic-Walking-Runde von 50 Min. Das tut mir gut!
Mein Mann, der aus Bequemlichkeit mitmachte, braucht nach 20 Jahren keine Blutdruckmedikamente mehr und hat auch noch 7 Kilo abgenommen!
So langweilig wie oben ist mein Speiseplan inzwischen natürlich nicht mehr. In dem o.g. Forum gibt es viele kreative Leute, die massenweise Rezepte entwickeln, so dass sogar Brot- und Plätzchenbacken kein Problem mehr sind.
Dort habe ich übrigens inzwischen auch Diabetiker kennen gelernt, die schon mehrere Jahre Insulin gespritzt hatten und nun keine Medikamente mehr brauchen!
Aufgrund meiner Erfahrungen absolvierte ich ein Fernstudium zur Ernährungstherapeutin, dieses Thema ließ mich einfach nicht mehr los! (Das Thema meiner Abschlussarbeit: „Low Carb- eine Mode?“) In diesem Zusammenhang fielen mir während des Literaturstudiums diverse Ungereimtheiten in unserem Gesundheitswesen auf. Sowohl die DGE als auch die DDG werden finanziell von der Pharma- Industrie gefördert... Und leider sind gerade Diabetiker ein Wirtschaftsfaktor, an dem viele allzu gern verdienen.
Gern hätte ich interessierte Diabetiker nebenberuflich beraten. Um dieses über die Kassen abrechnen zu können, fehlte mir ein „Schein“ von der DGE. Da ich aber nach 40 Jahren DDR nicht mehr bereit bin, das Gegenteil von meiner persönlichen Überzeugung zu behaupten, verzichtete ich darauf.
Aufklären kann man auch ohne Bezahlung, vorausgesetzt, man hat aufklärungsbereite Patienten vor sich. Das selbstständige Denken kann ich ohnehin niemandem abnehmen.
Stichworte (Tags):
diabetes Typ 2, Ernährung, Low Carb
Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren
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