Erfahrungsbericht: Das Leben ist hart, aber ich bin härter!

Thema: Borderline
Was ist zuerst passiert?
Ich bin wieder regelmässig meinen Tiefs erlegen...
Wann ist es passiert?
...eigentlich schon vor einem Jahr!
Was ist sonst passiert?
Viele kaputte und komische Beziehungen...
Wie endete es?
...in einem Streit, Verletzungen und der Erkenntnis endlich was dagegen tun zu müssen!

Wenn man die Vorgeschichte kenne möchte, dann sollte man meinen ersten Erfahrungsbericht "My Story" lesen.

Bei mir haben die regelmässigen Ritzereien vor ein paar Wochen wieder angefangen und da es Sommer war und ich niemandem Kummer bereiten wollte, habe ich es auf meine Oberschenkel ausgeweitet. Im Endeffekt eine noch dümmere Idee, weil man sich damit selber gesellschaftsfähiger macht, als man eigentlich ist.

Ich bin seit ein paar Monaten wieder in einer eigentlich normalen und doch sehr glücklichen Beziehung, nur leider nahmen meine depressiven Tiefs und die Ritzereit konstant zu, bis die Bombe mal platzte und mein Freund und ich im Affekt Dinge sagten, die wir im Endeffekt garnicht so meinten und ich entschloss mich, diesmal keine weitere Beziehung zu risikieren und an mir und dieser Krankheit zu arbeiten.

Wenn man so ist wie ich, kann man von niemanden wirklich Verständnis erwarten, da man diese Dinge, die einen im Kopf beschäftigen nicht nachvollziehen kann. Ich kann es teilweise selber nicht! Dementsprechend weiß das Umfeld nicht, wie es drauf reagieren soll und daraus wiederum resultieren viele falsche Reaktionen aus dummen Missverständnissen, wo eine Umarmung eigentlich ausgereicht hätte, um alles wieder ins Lot zu biegen.

Abgesehen davon möchte ich endlich mal eine normale Beziehung führen, normal fühlen, normal denken und nicht immer meine Freundinnen anrufen müssen, da mein Urteilsvermögen in meinen Tiefs total flöten geht und ich nicht mehr weiß, was falsch und was richtig ist. Es ist noch nicht mal das, dass ich unfair werde oder ähnliches, sondern, dass ich teilweise mehr schlucke als ich müsste und ich muss lernen, Grenzen aufweisen zu können, zu sagen:"Stop! Dieses Mal gehst definitiv DU zu weit! Und es ist NICHT meine Schuld!"

Die Angst, dass diese Beziehung wieder kaputt geht und ich noch viel mehr ein Beziehungswrack bin, hat mich jetzt dazu geleitet, mich meiner Krankheit zu stellen. Ich habe das Gefühl, dass ich jegliche Hoffnung an die Liebe verlieren würde, wenn ich nicht jetzt was dagegen machen würde, also habe ich mir einen Termin geben lassen. An einem Freitag, den 13ten :-)

Irgendwie freue ich mich schon, weil ich viele Hoffnungen hineinsetze...

Ich werde natürlich über meinen Therapieverlauf weiterhin informieren, denn ich möchte ein lebendes Beispiel sein, dass man dagegen ankommt...

Stichworte (Tags): Borderline Therapie, Depression, EMO, Ritzen der Arme

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr

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Kommentare

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  • Ich finde es gut,daß du deine Krankheit in den Griff kriegen willst.Ich weiß wie schlimm das ist.Ich bin selbst Borderlinerin und mir geht es irgendwie genauso wie dir.Wünsche dir viel Erfolg beim besiegen deiner Krankheit auch wenn es nicht einfach wird.

  • Die Hoffnung stirbt nie

    Ich als Freundin einer Borderlinerin finde Deinen Mut und Deine Kraft Deinen Weg neu zu gehen sehr gut. Schade dass nicht alle diesen Weg für sich finden oder beenden können. Würde mich gerne mal näher mit Dir austauschen.

  • Ich wünsche dir Kraft und Mut weiterhin deinen Weg zu gehen. Der Termin beim Arzt ist der erste Hoffnugsschimmer und ich hoffe für dich das deine Hoffnungen sich erfüllen.

    Lieben Gruß Nicole

  • Ich finde es sehr gut,das Du Dir einen Termin beim Arzt geben lassen hast!

    Ich wünsche Dir alle Kraft , Deine Probleme in den Griff zubekommen.

    LG Susanne

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