Erfahrungsbericht: Meine Weisheitszahnextraktion, oder 3 Tage schlechte Laune

Was ist zuerst passiert?
Weisheitszahn Extraktion
Wann ist es passiert?
Vor circa 4 Wochen
Was ist sonst passiert?
Dicke Backen
Wie endete es?
Kurz und schmerzlos

So, heute ist es an der Zeit, dass ich meinen ersten richtigen Erfahrungsbericht in die imedo Gemeinschaft einbringe.
Ich habe vor ca. 4 Wochen meine Weisheitszähne gezogen bekommen. Was dringend an der Zeit war, denn die Dinger waren schon voll ausgebildet, mit bis zu 4 Wurzeln bestückt und haben schon kräftig gedrückt, da eben einfach kein Platz in meinem Kiefer war.
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An dieser Stelle möchte ich gleich darauf hinweisen, dass ich niemandem Angst vor diesem Eingriff machen möchte! Ich will viel lieber das Gerücht aus der Welt schaffen, dass das Ziehen der Weisheitszähne mit unmenschlichen Schmerzen verbunden ist!
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Nach einer Voruntersuchung beim Kieferchirurgen bekam ich die Woche drauf auch sofort einen Termin für die ambulante OP, ein Freitag, was sicherlich von Vorteil war, denn da hat man ja erst mal das Wochenende zum ausruhen. Als ich dann an dem besagten Freitag überpünktlich in der Zahnklinik erschien, durfte ich erst mal eine gute Stunde warten. Dann war ich endlich dran. Der Arzt war überfreundlich und hat natürlich alles runter gespielt, um mir die Aufregung zu nehmen, dann kamen auch schon die Betäubungsspritzen, die können zwar weh tun, wenn man seinen Kopf bewegt, wenn man aber still hält sind die höchstens unangenehm. Danach spürt man eh nichts mehr und das Gefühl im ganzen Kieferbereich verschwindet. Sollte man jetzt noch versuchen zu sprechen, sollte man sehr stark auf seine Lippenartikulation achten, es kann schon mal vorkommen, dass man ein wenig sabbert.


Und dann ging es auch schon los, oben rechts war der erste, aber von dem initialen Schnitt habe ich gleich zu Anfangs schon nichts mit bekommen. Dann das Ziehen mit der Zange, hat etwas von Fingernägeln auf einer Schiefertafel, wer das Geräusch nicht ab kann, sollte sich vielleicht etwas Musik mit nehmen. Dann war der erste Zahn auch schon draußen, die nächsten zwei folgten im Minutentakt. Nur der letzte bereitete ein wenig Schwierigkeiten, die Wurzeln waren schon sehr stark ausgeprägt und wollten sich einfach nicht ziehen lassen. Der Arzt musste ein wenig weiter aufschneiden, was mir natürlich überhaupt nicht gefallen hat, aber es musste sein. Schließlich war auch der letzte draußen, zwar in 4-5 kleinen Einzelteilen, aber er war draußen. Schmerzen hat man während dieser ganzen Prozedur überhaupt keine, das einzige Unangenehme waren die Spritzen, das Geräusch des Zähne Ziehens, die mittlerweile sehr trockene Lippe und das Zunähen der Löcher hat ein wenig gezwickt.


Nach der OP habe ich dann noch 2 dicke Tüllbinden in die Backen bekommen, auf die ich dann beißen sollte, um eine etwaige Blutung zu stoppen. Zur Schmerzlinderung habe ich dann vier Paracetamol mit bekommen und bin nach Hause marschiert. –Ich wohne in Tübingen, unweit davon ist die Zahnklinik- Falls das wie bei mir nicht so praktisch mit dem nach Hause-Weg ist, sollte vielleicht schon noch jemand mit dabei sein, aber schlecht oder schwindelig ist mir nicht geworden. Allerdings sollte man unbedingt gleich anfangen die Backen zu kühlen, am besten mit Gelakkus (bekommt man in jeder Drogerie).


Daheim angekommen wusste ich erst mal nichts mit mir anzufangen, da ich noch im Hinterkopf hatte, dass die Schmerzen erst nach ein paar Stunden anfangen bin ich vorsorglich zu meinem Hausarzt gegangen. Dort angekommen war mein Gesicht schon gut angeschwollen und die noch leicht anhaltende Betäubung erschwerte, vor allem in der Lippe, erschwerte mir das Sprechen. Als ich meinem Hausarzt erklärt hatte, dass man mir gerade die Weisheitszähne gezogen hatte schrieb er mir ein paar Tropfen gegen die anstehenden Schmerzen auf (Tramadol und Novalgin). Zu Hause angekommen hab ich die Tropfen genommen und mich ins Bett gelegt.


Die Tropfen haben mir sehr gut geholfen, so kam es nur teilweise zu leichteren Schmerzen und diesem leichten Pochen und Kribbeln im Kieferbereich, durch die ansetzende Heilung. Essen darf man die ersten Tage natürlich nur breiige Nahrung sowie Suppe, oder ganz leicht auf sehr weichem Toastbrot (natürlich ungetoasted!), und nur auf den vorderen Zähnen rum kauen. Wackelpudding hab ich sehr gern gegessen, da Milch ja absolut tabu war. Und natürlich das Kühlen nie vergessen! Und immer so wenig wie Möglich sprechen, keine körperliche Anstrengung, aber da bekommt man so einen tollen Zettel, da steht alles noch viel genauer drauf.


Die ersten zwei Tage waren natürlich nicht die schönsten und abwechslungsreichsten in meinem Leben, aber es war alle halb so schlimm, wenn man sich an die ärztlichen Anweisungen hält. 24h nach der OP sollte man auch anfangen mehrmals am Tag mit einer antibakteriellen Mundspülung den Mund auszuspülen um eine mögliche Entzündung zu verhindern. Viel Ruhe und am besten 24h am Tag kühlen, oder zumindest mit einem Kühlakku ins Bett gehen.


Am dritten Tag nach der Op habe ich mich schon wieder recht gut gefühlt, die Nachuntersuchung ergab auch nur, dass alles gut aussieht.

Vier Tage nach dem Eingriff habe ich mich dann schon wieder getraut relativ normal zu essen, Milch aber noch nicht, und mit dem kauen muss man auch noch ein wenig vorsichtig sein. Aber im Großen und Ganzen war die Sache vier Tage danach passé. Nach einer Woche habe ich dann noch die Fäden gezogen bekommen und seit dem habe ich 4 große Löcher hinten in meinem Kiefer. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die dann letztendlich zuwachsen, aber Schmerzen habe ich daran keine, man sollte nur ein wenig aufpassen, dass sich keine Essensreste in die Löcher setzen.


Naja als abschließende Wertung kann ich sagen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, die Weisheitszähne ziehen zu lassen, gerade wenn sie schon drücken. Und das dann lieber früher als später, je früher man sie ziehen lässt, desto weniger stark sind die Wurzeln ausgebildet. Folglich lassen sie sich dann auch einfacherer ziehen. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt ebenfalls, 10€ Praxisgebühr (Voruntersuchung) für 3 Tage schlecht drauf ;-)

Ich hoffe ich kann mit meinem Bericht dem ein oder anderen, oder der ein oder anderen die Bedenken gegenüber der Weisheitszahn Extraktion nehmen, war alles halt so schlimm!


Liebe Grüße


Dominik

Stichworte (Tags): ambulante Operation, Kieferchrirurgie, weisheitszahn, Weisheitszähne, Weisheitszahnextraktion

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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