Erfahrungsbericht: die erste nacht in der psychiatrie

Was ist zuerst passiert?
ich kam in die psychiatrie
Wann ist es passiert?
juli 2006
Was ist sonst passiert?
ich hatte angst
Wie endete es?
da fing es erst richtig an

also, das ist die fortsetzung von "wie alles begann".

ich kam also in die psychiatrie. die diensthabene ärztin führte mit mir ein gespräch, um rauszufinden was los sei. ich erzählte ihr fast alles (mein mißtrauen war noch zu groß). nicht bzw kaum geschlafen seit monaten, viel gearbeitet, ärger mit sogenannten freundinnen und familie, eine sehr gute freundin im koma, eine andere überraschend verstorben und und und. (letzten drei punkte in den letzten zwei monaten)

nach dem gespräch kam die nachtschwester zeigte mir mein bett (in einem glaszimmer) und packte mit mir meine sachen aus. einiges mußte eingeschlossen werden, was ich auch verstand. dann kam die stationssprecherin (eine mitpatientin) und erklärte mir wo was sei. alle waren sehr nett zu mir.

dann kam die erste nacht. durch meinen kopf gingen tausend sachen und es gab keine antworten darauf. warum habe ich angst? wie konnte es nur soweit kommen? ich versteh die welt nicht mehr !!!!!!!!!!!!!

ich konnte nicht schlafen und ging im flur auf und ab. die schwestern waren besorgt und folgten mir auf schritt und tritt ( war ja suizidgefährdet).
ich setzte mich an einen großen länglichen tisch und heulte wie wild los. was sollte ich hier? wie lange dauert es? warum? warum? warum? was hätte ich anders machen sollen? wie konnte mir das passieren?

eine schwester setzte sich zu mir und ließ mich weinen und erzählen und fragen. sie erklärte mir, daß es für mich bestimmt sehr schwer ist, da ich ja das erste mal in der psychiatrie war. ich solle versuchen erstmal zur ruhe zu kommen und ein wenig zu schlafen. das ging aber nicht, also schloß sie mir das raucherzimmer auf.

ich verbrachte also meine erste nacht kettenrauchend im
raucherzimmer der geschlossenen psychiatrie.

sonnenschein7

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Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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Kommentare

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  • Ich schließe mich den anderen an, das braucht wirklich sehr viel Mut über solche Erlebnisse zu schreiben.Ich hoffe dir geht es jetzt wieder besser und schöpfe jeden Tag ein bißchen mehr Mut aus deinen inneren Kräften, du schaffst das!

    Liebe Grüße Nicole

  • Das finde ich auch toll und sehr mutig von Dir das Du von Deinem Erlebnis schreibst.

    Lass den Kopf nicht hängen!

  • guten morgen sonnenschein, ich kann dir sehr gut nachfühlen, ich habe in der Psychiatrie 20 Jahre verbracht,allerdings als Schwester und somit weiss ich ein wenig,wie du dich gefühlt haben musst in dieser ersten Nacht. Auch ich habe oft mit Patienten halbe nächte geredet, bis ich selber nicht mehr konnte, hab alles hingeschmissen und fühle mich jetzt befreit von einem Seelendruck,denn ich hab immer sehr gut zugehört und versucht zu helfen,an mich hab ich zuallerletzt gedacht. Heute brauch ich selber Hilfe und habe eine sehr gute Therapeutin gefunden,die mir sicher hilft.

    Dir drücke ich den sogenannten Daumen und hoffe,es geht dir bald besser.

  • Danke sonnenschein für deinen Mut so offen darüber zu Reden,und ich glaube das dir diese Therapie sehr gut geholfen hat,ich finde du bist ein sehr liebenswerter Mensch und ich wünsche dir noch voel erfolg in deinem Leben,ich hoffe das wir uns in naher zukunft wiedersehen.lg Silvia

  • Danke sonnenschein für deine mühe und ich wünsche dir alles liebe und viel Kraft noch dies alles so hier schreiben zu können Marion drückt dich !

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