Erfahrungsbericht: Morbus Crohn - Vom Anfang bis zum ...Neuanfang - Mein Erfahrungsbericht

Was ist zuerst passiert?
Bei mir wurde ein Morbus Crohn diagnostiziert
Wann ist es passiert?
Vor ungefähr 4 Jahren
Was ist sonst passiert?
Immer wieder Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall,schon Jahre zuvor
Wie endete es?
Mit einem doch ganz erfüllten und lebenswerten Leben mit meinem Crohn

Ich habe mir heute einmal vorgenommen einen Erfahrungsbericht über meinen Morbus Crohn zu veröffentlichen.

Über Morbus Crohn, eine chronisch entzündliche Darmkrankheit, weiß man auch heute, nach jahrelanger Forschung, noch nicht alles; ja, besser gesagt noch recht wenig. Umso abwegiger erschien mir jahrelang einmal selbst von einer Krankheit wie dieser betroffen zu sein. "Einer von 200.000, da wird es dich doch nicht treffen", so meine Worte als ich in einer Zeitschrift bei meinem Hausarzt etwas über CED gelesen habe; und vielleicht erkennt sich der/ die ein oder andere darin wieder.

Ja, und jetzt bin ich selbst betroffen und kann zwar vorab gleich sagen, dass eine derartige Erkrankung zwar die Lebensqualität gewissermaßen beschneidet, aber man muss sich damit arrangieren, sich anpassen, versuchen das Beste daraus zu machen, und dann kann man doch recht gut damit leben. Vor etwa 3 Jahren hätte ich zwar nicht daran gedacht, dass ich das einmal sage, aber es ist alles eine Frage der Einstellung.

Angefangen hat alles mit jahrelangen, immer wieder kommenden Bauchschmerzen und Übelkeit, des Öfteren hatte ich auch Durchfall. Ärzte konnten (oder wollten?) mir nicht helfen, ich habe zwar das ein oder andere Präparat gegen meine Symptome bekommen, doch leider half alles nichts, zwar konnte man gegen meine häufigen Durchfälle etwas tun, was jedoch oft heftige Bauchschmerzen verursacht hat, vermutlich, weil ich die Medikamente einfach nicht vertragen habe.

Die Ärzte bei denen ich war gaben sich auch größtenteils alle Mühe mir zu helfen, ein Ultraschall wurde gemacht, mein Bauch mehrfach abgetastet, doch mehr wurde nicht unternommen. Ein häufiger werdendes Erscheinen beim Arzt wurde hauptsächlich als eine Unlusterscheinung auf die Schule gedeutet, ich war damals noch mitten in meinem Abitur. Und auch seitens der Lehrer bekommt man nicht gerade Zuspruch, wenn sich 40 Fehltage auf die Begründung: "Bauchschmerzen, Übelkeit" stützen, das mit den Durchfällen habe ich mir aus Gründen der Privatsphäre meistens gespart.

Das zog sich alles mehrere Jahre schon hin, ich hatte zwar nicht diese immensen Probleme, wie ich sie unmittelbar vor meinem Abitur dann bekommen habe, aber mit der Zeit fängt man an sich Gedanken zu machen: "Bild’ ich mir das alles nur ein? Hab ich eine an der Klatsche?" Das ging alles so weit, dass ich den rein somatischen Betrachtungswinkel abgelegt habe und mich bei meiner Krankenkasse um einen Therapieplatz für eine Verhaltenstherapie "beworben" habe. Aber so wirklich schein mir das auch nicht zu helfen, ich habe dem ganzen zwar eine Chance gegeben, aber ich konnte dadurch, im Bezug auf meine Symptome, nichts erreichen.

Noch während ich mich in Therapie befand verschlechterte sich mein Zustand derart, dass ich für mich selbst keinen anderen Weg mehr gesehen habe, als mich ins Krankenhaus einweisen zu lassen. Ich hatte mittlerweile aufgrund der ständigen Schmerzen schon lange kaum noch etwas gegessen und fast 20kg abgenommen. Im Krankenhaus wurden dann alle möglichen Untersuchungen gemacht, mal mehr, mal weniger angenehm, letztendlich bin ich dann mit dem Befund von mehreren kleinen Magengeschwüren nach Hause geschickt. Ich habe Säureblocker bekommen (Nexium) und dachte damit wär alles in Ordnung, nach 4 Wochen wären die kleinen Geschwüre wieder weg, so die Ärzte.

Leider kam doch wieder alles ganz anders, ich habe meine Medikamente genommen, aber an meinem Krankheitsbild änderte sich nicht wirklich viel, bis es plötzlich von einem Tag auf den anderen wieder so schlimm wurde, dass ich mich wieder ins Krankenhaus habe einweisen lassen. Diesmal haben sich die Ärzte sehr viel Zeit genommen, ich war über eine Woche stationär aufgenommen. Es wurde das gesamte Spektrum an Untersuchungen durchgeführt. Doch dieses Mal war die Diagnose, welche mir ein paar Tage nach meiner Entlassung von meinem Hausarzt mitgeteilt wurde, Morbus Crohn.

Urplötzlich sah ich mich wieder, wie ich diesen Artikel in einer Ärzterundschau oder so etwas ähnlichem gelesen habe. Und so etwas bekommst du nicht? Falsch gedacht. Anfänglich wurde mein Crohn mir Cortison therapiert, was auch sehr gut half, nur leider etwas befleckt mit Nebenwirkungen. Nach einem guten halben Jahr konnte ich das Cortison dann langsam ausklingen lassen und es letztendlich komplett absetzen.

Ich nehme zwar immer noch meine Medikamente, habe aber lange nicht mehr die Probleme, die ich anfänglich mit der Krankheit hatte. Es waren seit dem zwar noch zwei kleinere Schübe, und beschwerdefrei werde ich wohl nach dem heutigen Stand der Schulmedizin wohl kaum werden. Jedoch habe ich nicht mehr mit den immensen Einschnitten in mein Leben wie zu anfangs zu kämpfen, wie schon gesagt, man gewöhnt sich daran, entwickelt ein abgeschwächtes Empfinden für den Schmerz. Auch die Ungewissheit, die jahrelang auf mir lastete wurde mit der endgültigen Diagnose aus der Welt geräumt, Morbus Crohn ist zwar nicht viel besser als Ungewissheit, aber es gibt einem zumindest ein klein wenig Halt, einem unwillkommenen Gast wenigstens in die Augen blicken zu können.

Stichworte (Tags): CED, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Morbus Crohn

Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor mehr als 3 Jahren

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Kommentare

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  • Danke !Dein letzter Satz ist einfach spitze !Hoffe es wird bald etwas geben was dir wirklich Befreiung bringt die Forschung schläft ja gott sei Dank nicht..hoffe ich !"Drücker marion

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