- Was ist zuerst passiert?
- Ich hatte Übergewicht
- Wann ist es passiert?
- In meiner Jugend
- Was ist sonst passiert?
- Ich war unglücklich
- Wie endete es?
- Jetzt bin ich wieder schlank
Seit ich zurückdenken kann (außer als Kind, wo ich im Kindersportverein war), war ich dicker, größer, stärker, wie auch immer, nur nicht dünn und schlank.
Man hat mich getriezt und gemobbt, das alles hat Schaden hinterlassen, wobei der, denke ich, demnächst fertigkuriert ist. Weiteres dazu in "Depressionen" (*g)
Mich hat das im Endeffekt nur selten wirklich gestört, klar, manche Träne floss, aber irgendwann habe ich erkannt, dass alle, ja ALLE Menschen Fehler haben. Das hat mich zufriedengestellt und ich habe weiter gelebt wie davor. Nun gut, ich habe kontinuierlich zwischen 14 und 20 Jahren zugenommen. Von 75 auf Spitzengewicht 127 kg, wobei ich meist zwischen 120 und 125 kg geschwankt habe.
Klamotten gabs ja noch! Einmal im Jahr nach Stuttgart zum Jump-Sports und dort die XXL-Hosen gekauft (3 Stück pro Jahr), die haben gepasst, waren teilweise sogar etwas zu groß (macht dicke Menschen glücklich!) und so lief ich fröhlich rum, wie ein alter Kartoffelsack.
Freunde und Familie haben in sehr sehr sensibler Art und Weise versucht, mich davon zu überzeugen, dass mein Narzissmus und meine Zufriedenheit mit mir und der Situation Einbildung seien. Aber während der Schulzeit und in den ersten 2 Semestern an der Uni hat mich das reichlich wenig gekratzt. (Ja, liebe Hobby-Psychologen! Verdrängung, ganz klassisch!)
Gut, zwischendrin war ich in einem überteuren Wucher-Fitness-Studio (ich weigere mich "Fitnessstudio" zu schreiben) nur für Frauen und habe mich erniedrigen lassen, die sinnlosen Trainings und Übungen mitzumachen, bei denen ich schwitzte wie ein Ochs und ich, außer Gewebeverhärtungen (Muskelwuchs?), keinen Effekt erzielen konnte. Der Vertrag wurde gekündigt.
Gut... Wie gings weiter? Ach ja! Ich wollte eine Skifreizeit für Jugendliche des EJBZ leiten und suchte noch eine Snowboardhose, möglichst mit Schonereinsätzen an den Knien, auf jeden Fall wasserabweisend und cool sollte sie aussehen. Mit Mutti die Königsstraße bei Hochsaison abgeklappert und ... nichts gefunden! Nichts! GAR NICHTS! Alles sah scheiße aus, nichts hat gepasst, einfach nur *mörp*!
Aus Frust zum Chinesen was essen... Mutti hat mich dann auf die Magenband-OP angesprochen. Auch sie hat eine Magen-OP hinter sich, aber ich will nicht vertiefen, außer dass sie Zeit ihres Lebens mit Diäten, Jojo-Effekten und Stoffwechselstörungen verbracht hat, bis sie die OP gemacht hat. Mutti geht inzwischen, nach einem höheren Ausgangsgewicht als ich es hatte, Marathon laufen...
Mutti wollte mir 1. ihr eigenes Leid und 2. Stoffwechselstörungen aufgrund schlechter Diäten und natürlich 3. ein unglückliches Leben ersparen und schlug mir daher vor, mir das mit der Magenband-OP zu überlegen.
Klar war ich erstmal wieder nur gereizt, weil mich jemand angegriffen hat. Aber daheim habe ich mehrere Tage darüber nachgedacht und bin nach langem Hin und Her, nach vielen Diskussionen mit Freunden, zu dem Schluß gekommen, dass es DIE CHANCE sein würde! Endlich keinen Hunger mehr! Endlich keine 2 Menüs beim MD, keine Familienpizza alleine, nicht mehr nachts Kühlschrank leerfressen, keine Monsterpackung Snickers - nichts von all dem, was mich nicht glücklich gemacht hat. Oh, Essen ist toll! Aber es macht nicht glücklich, wenn man sich dabei immer beobachtet fühlt und darum im Verborgenen isst.
Bei einem späteren Besuch bei meinen Eltern haben wir das ganze nochmal durchgesprochen und meine Mutter hat mir die entscheidenden Fragen gestellt: Gibt es kleine Sachen, Situationen, die mich unglücklich machen? Wie ist es im Schwimmbad? Wie ist es, im Sommer mit kurzen Klamotten herumzulaufen? Wie ist es, keine Snowboardhose zu finden und stattdessen mit einer imprägnierten Jeans die Piste herunterzufahren? Sich aufgrund des hohen Gewichts das Steißbein beim Fall zu brechen? Und dann kamen mir selbst Gedanken aus dem Alltag, in denen mir mein Gewicht Probleme und teilweise Tränen beschert hat: In der Uni gibt es Stühle, die Armlehnen haben. Und nicht nur einmal ist der Stuhl an meinem Hintern beim Aufstehen hängen geblieben. Ich mied Läden, in denen es meine Größe nicht gab. Also ich habe wirklich die Straßenseite gewechselt! Ulla Popken macht keine Mode, die für mich schön war/ist. Ich wurde von einem Tierarzt nicht zur Ausbildung eingestellt, weil er der Meinung war, dass ich nicht den ganzen Tag stehen könne. Und natürlich doch die Hänseleien und Schikanen, das "Deutsche Panzer rollen wieder" oder "Blauwal" oder "Fette Sau" (der ist übrigens wirklich nicht mehr originell!) Bilder, auf denen ich weniger als unphotogen bin... Das war so schmerzhaft! Weil mein ganzes Lebens-Kartenhäuschen, das ich mit Lügen, Schweiß, Anstrengung und noch mehr Lügen zusammengehalten habe, plötzlich in sich zusammenbrach. All die Situationen, in denen ich mir selber vorgegaukelt habe, dass ich keinerlei Probleme mit mir hatte, dass ich ja so toll sei, weil ich die Schikanen ertragen konnte, all das war nichts mehr wert. Weil es einfach nur erlogen war. Als Selbstschutz. Damit ich nicht zugrunde gehe. Ich musste mir also selber eingestehen, dass ich mich die ganze Zeit nur selber belogen habe. Und das, obwohl ich mir immer geschworen hatte, mir selbst wenigstens treu zu bleiben, wenn es schon kein anderer tut.
Der Besuch bei meinen Eltern endete in Tränen ... und der Entscheidung, die OP durchzuziehen.
Vielleicht fragt sich der/die ein(e) oder andere jetzt: So einfach? Einfach sagen: Ja ich will operiert werden? Verwöhntes Gör! Pah! Aber ich war damals noch privat versichert, da geht das alles einfacher... So, will nichts dazu hören.
Mutti und ich machten einen Termin im Klinikum Bad Cannstatt mit Prof. Hesse aus, der mit mir zusammen einen Antrag für die Kostenübernahme der Versicherung schrieb. Er hat mir dabei sehr geholfen! Und an dieser Stelle kann ich nur jedem Anwärter empfehlen, sich einen Arzt zu suchen, der einen ernst nimmt und alles daransetzt, die OP bewilligen zu lassen! Und wenn ihr zu 5 verschiedenen Ärzten rennen müsst!
In der Zeit habe ich natürlich immernoch viel hin und her überlegt, ob ich es wirklich durchziehen soll. Ist es wirklich die einzige Möglichkeit? Was, wenn es schief läuft? Was, wenn riesige, häßliche Narben zurückbleiben? Was, wenn es gar nicht funktioniert? Ich habe mir damals gewünscht, eine Woche als schlanke Frau zu erleben. Ach, mir hätte ein Tag gereicht! Nur um zu wissen, ob sich der Aufwand rentiert. Eine sehr zweigleisige Zeit...
Fragt mich nicht, wieviel Zeit verging, aber im Juni 2005 war mein OP-Termin in Bad Cannstatt: Einlieferung Donnerstags, OP am Freitag, Entlassung am Sonntag, weil ich keine Lust mehr hatte :-)
Ankunftstag: Mutti brachte mich ins KH, ich kam auf eine Station, mit einer sehr alten und senilen Frau auf Zimmer. Gottseidank hat die Frau kein Geräusch von sich gegeben... Ich durfte den Tag nichts essen und bekam nur Wasser zu trinken. Und obwohl ich ein sehr spannendes Buch dabeihatte (Minette Walters!), konnte ich meine Nervosität und Angst nicht besiegen. Von meinen Freunden wussten zu dem Zeitpunkt nur ganz wenige von der OP. Ich konnte also fast nichts unternehmen. Heulend rief ich die Schwester, mir doch bitte eine Schlaftablette zu geben, was die gute auch tat. Ich schlief ein und wurde am nächsten Tag sehr lieb geweckt mit genauer Erklärung des Ablaufs
OP-Tag: Ich wollte mich unbedingt vor der OP noch duschen. Ist wohl nicht ganz üblich, weil die Schwester komisch guckte. Danach gab sie mir einen Tranquilizer, der mich beruhigen sollte und dies sehr sehr sehr sehr gut! Ich durfte danach nicht mehr aufstehen. Leute, steht nicht mehr auf! Sonst fliegt ihr davon! Das ist eine sehr geile Droge, die mich dazu brachte, alles schön zu finden, bis hin zum Flirten mit dem Anästhesisten. "Hey, wollen wir nicht mal zusammen einen trinken?" (da war die Narkose schon gelegt und ich war 2 Sekunden später weg).
Aufwachraum: AUAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!Holt diesen scheiß Katheter aus mir raus! (selbst daran ziehend, ohne Erfolg) Raus mit dem Scheiß! Das tut weh! (Der Katheter wurde entfernt). Eieieieeieieie! Tut das weh!
Station: Immernoch müde von der Narkose, schlief ich ein wenig, bis ich gegen frühen Nachmittag dann das dringende Bedürfnis nach einer Zigarette hatte. Also nahm ich den NaCl-Tropf (mit Schmerzmitteln drin) und ging nach draußen - tolles Wetter - Kippe an, perfekt.
Nach der OP: Ich habe am Bauch selber keine Schmerzen gehabt, es wurden insgesamt 5 kleine Schnitte gemacht, die schön vernäht wurden. Aber anscheinend wurde mein Bauchraum mit einem Gas aufgebläht, dass die Ärzte leichter an meine Organe rankamen. Ich denke, dass bei der OP irgendein Nerv betroffen wurde, der zu meiner linken Schulter führt, denn auch nach 2 Jahren habe ich dort immeroch Schmerzen, besonders abends. Die Narben sind recht gut verheilt, außer die vorne überm Bauchnabel, mittig. Die hat es leider verzogen...
Abnehmen: Ja, erstmal ging so ziemlich gar nichts. Ständig hing ich überm Klo... weil das Essen in der Speiseröhre festsaß. Man muss sich das so vorstellen: Ein Silikonschlauch wird um den Mageneingang gelegt und per Schlauch zum "Port", der unter der Haut über dem Rippenbogen festgenäht wird, geführt. Der Port dient später zur Regulierung der Füllmenge des Schlauchs (eigentliches Band). Man kann ihn sehr gut ertasten und inzwischen auch sehen. (weil ich so dünn bin!) Am Anfang ist das Band leer, behindert dennoch den Nahrungsfluss in den Magen. Vor allem trägt dazu ein Gewebsschwellung nach dem Eingriff bei und die Verkrampfung der Speiseröhre aufgrund des Fremdkörpers. Nachdem ein Vierteljahr vergangen war, merkte ich, dass nach dem ersten Schwung Pfunde nichts mehr runter ging, fast wieder nahm ich zu. Schnell in die Klinik. Dort hat man erstmal eine Untersuchung mit Gespräch gemacht und dann kam ich in die Radiologie, um dort das widerlichste Zeug zu schlucken, was sich die Medizin (oder Herr Röntgen) jemals hat einfallen lassen: Kontrastflüssigkeit, die auf dem Röntgenschirm schwarz erscheint und somit die Flussrate durch den Mageneingang zeigt. Bäh, das schmeckt furchtbar und führt zu Diarrhoe (den ganzen Tag!). Gut, es war ja noch kein NaCl im Schlauch, daher hat man mir 3,5 ml eingeflöst. Und zwar über den Port, der ja direkt unter der Haut liegt und an der nach außen zeigenden Seite eine mit der Nadel durchstechbare Membran besitzt. Da kann der Arzt die Spritze anlegen und NaCl reinpumpen. (Erst 3,5, dann 6,5 und jetzt z.Zt. 6 ml. Maximal 11 ml passen herein).
Die Kilos purzelten bei mir in Stufen. Die längste Stufe war dabei 6 Monate, in denen ich unter ständigem Kotzen litt, aber kein Gramm verlor. Das hat mich sehr demotiviert, woraufhin ich wieder zum Arzt bin und der nur mit mir geredet hat. Ich weiß nicht warum, aber nach diesem Termin verlor ich binnen kurzer Zeit weitere 13 kg und landete auf unter 100 kg! Party! Dadurch motiviert, fing ich an, Fahrrad zu fahren - zur Uni, zu den Eltern, einfach mal so... Und verlor weitere Kilos, bis ich auf zwischen 90 und 95 kg kam. Der Rest ist im letzten halben Jahr kontinuierlich weggekommen. Jetzt stehe ich auf 82 (bis 84) kg und bin schon sehr zufrieden damit.
Veränderungen: Wie nicht anders zu erwarten war, mussten mehrere neue Konfektionsgrößen her. Inzwischen bau ich mir meine 4. Kollektion zusammen. Früher 50, heute 34-36 (Männergröße).
Essgewohnheiten: ich esse nur noch von kleinen Tellern und Schüsseln, wenn möglich mit kleinen Gabeln/Löffeln. Durchschnittlich schaffe ich zu einer Mahlzeit von 10 Minuten 1/2 Brötchen. Meist, besonders wenn ich daheim oder alleine oder unterwegs esse, wird eine Mahlzeit auf 1-2 Stunden verlängert. Da isses auch schonmal ein ganzes Brötchen, ein ganzer Salat oder sogar noch ein wenig mehr :-) Das war am Anfang ganz schwierig (und ist es immernoch!) denn ich habe immer viel gegessen, mehr als alle. Heute ist es andersrum. Was die Leute in sich reinschaufeln können!!! Hammer! Und ja, ich bin auch neidisch, wenn die so leckere Sachen essen können und ich dann lieber aufs Klo verschwinde... oder eben nichts esse (ich mag es nicht, mit anderen was zu essen).
Sowieso ist das mit dem zu schnell essen und den Folgen immernoch ein Problem, das ich bisher nicht lösen konnte. Ich esse eben noch gerne und schnell. Aber dafür gönne ich mir zu essen, was mein Herz begehrt! Alles! Aber Pommes gehen nicht mehr, sowie Nudeln und festes rotes Fleisch.
Körperlich: Schon nach den ersten 10 kg hatte ich keine Beschwerden mehr beim Laufen und lange stehen. Meine Füße haben schon unter mir gelitten. Ich fühle mich fitter und wacher und kann Sommerhitze leichter, Winterkälte dafür schwerer ertragen.
Gesellschaftlich: Ich fühle mich anerkannt! Keine Sau guckt mehr nach mir (jaja, das hört sich komisch an, aber jeder Promi hier kann mir bestätigen, dass "Unsichtbarsein" toll ist und "angestarrt werden" ein Fluch!), ich bin normal. Stark, aber normal! Freu! Inzwischen tu ich sogar Sachen, die wollte ich früher nie: Mich feminin kleiden, Bikinis anziehen, im Park mit BH rumliegen, schwimmen gehen, klettern, ewig lang wirkende Berge zum Grillen hochlaufen, in der S-Bahn stehen etc..... Und ich habe einen Job, nachdem ich ohne Probleme ein 4-Monate-Praktikum bekommen habe.
Und sonst: Mein Verantwortungsgefühl ist um 500% gestiegen. Ich fühle mich pudelwohl und möchte die Entscheidung nie nie wieder rückgängig machen! Einzig und allein die Schmerzen in meiner Schulter und in meiner Speiseröhre nach zu schnellem Essen kann ich als Negativpunkte werten. Die Narben stören mich nicht, man bemerkt sie kaum. Und meine Lebensqualität hat sich so enorm gesteigert!
Ich bin glücklich. JA, ich bin glücklich, weil ich weiß, dass ich früher unglücklich war. Heute muss ich mich nicht mehr belügen. Heute kann ich machen, wonach mir ist.
Julia
EDIT nach 6 Jahren... Ein paar Neuigkeiten:
Hallo,
es freut mich, so viel Zuspruch für diesen Erfahrungsbericht bekommen zu haben. Ich hoffe, ich konnte einigen von Euch Mut machen.
Inzwischen habe ich 60 kg abgenommen und bin auf 73 kg. Allerdings nur mit massiven Problemen. Seit einigen Wochen kann ich nur noch Flüssiges zu mir nehmen (und behalten). Seit vielen Monaten, wenn nicht sogar Jahren lebe ich in einem chronischen Hungerzustand, mein Körper bekommt nicht mehr genügend Nährstoffe. Mein Stoffwechsel scheint sich darauf eingestellt zu haben, denn obwohl ich nur die Menge eines Brötchens am Tag plus etwas Kaffee zu mir nehme, nehme ich weniger ab, als es normal wäre.
Meine Zähne sind im A****, da ich einen nachgewiesenen Vitamin K-Mangel habe, aber eigentlich weiß ich, dass mir noch viel mehr fehlt.
Am Dienstag hatte ich eine Kastroskopie und eine Gastrographie mit Kontrastmittel. Die Ärzte waren ziemlich erstaunt, als sie sahen, dass sogar Flüssigkeit nur sehr sehr langsam durch meinen "Eingang" geht. Dafür muss man wissen, dass ich vor einem Jahr schon komplett entblockt wurde, das Band aber so sehr den MAgeneingang verschließt, dass einfach kaum noch was durch geht.
Ich habe im letzten Jahr einen regelmäßigen Reflux während des Schlafes entwickelt, jede Nacht wache ich mit Erbrochenem in der Luftröhre auf und bin selten ausgeruht. Alles Anzeichen für eine schwere Dysfunktion des Bandes. Was genau ist, können die Ärzte von außen nicht sagen, aber wir haben gemeinsam den Entschluss gefasst, das Band nach 6 Jahren herauszunehmen. Nächste Woche schon ist die OP, ein Termin nach einer Woche - das nenne ich schnell und vor allem Notfall.
Ich bin nicht traurig, ich habe ein wenig Angst vor dem Zunehmen. Aber da es kurz vor Weihnachten ist, freue ich mich, nach einem halben Jahrzehnt endlich wieder mit meiner Familie an Weihnachten essen zu können (sollte es keine Komplikationen geben). Essen, Leute. Nicht nur einen Löffel und dann aufs Klo rennen, weil mein Ösophagus Amok läuft und versucht, die Nahrung irgendwie zu transportieren und dabei ständig kontrahiert. Ich freue mich so sehr darauf.
Das Magenband verteufle ich nicht - es hat definitiv mein Übergewichtsproblem behoben! Aber ich habe auch mitbekommen, dass viele "Bändler" große Probleme, meist in die andere Richtung, also Zunahme trotz Band, haben. Und umoperiert werden. In meinem Fall, da ich ja jetzt recht schlank bin, werden wir nur das Band herausnehmen und mein Gewicht beobachten. Sollte ich wieder drastisch zunehmen, werden wir vermutlich einen Schlauchmagen operieren, denn ich will nie NIE wieder so dick werden. Ich will aber versuchen, es zu schaffen, mein Gewicht selbständig zu halten, glaube aber eher nicht daran.
Ich werde berichten, wie die OP verlief. Bis dahin!
EDIT 25.01.2011
Einen Monat ist es jetzt her, dass mit das Magenband entnommen wurde. Es gab keine Komplikationen, außer dass ich jetzt weiß, dass ich nach einer Narkose ca. 24 Stunden nicht rauchen kann, ohne dass mir schlecht wird ;)
Ich konnte ziemlich bald wieder NAhrung und vor allem Flüssigkeit zu mir nehmen. An den Tagen vor der OP wurde es echt immer schlimmer: Ich konnte am Tag vorher noch nichtmal mehr Wasser behalten und bin auf 71 kg runtergegangen. Eigentlich ein Traumgewicht, aber bestehend aus Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel. Inzwischen habe ich eine Schwankung auf 79 zu jetzt 76 kg hinter mir. Ich treibe Sport, esse und muss echt aufpassen, dass ich nicht schlinge.
Ich merke, wie die Kräfte in mich zurückkehren, meine Haut ist wesentlich gesünder und ich fühle mich fitter. Ob ich eine weitere OP, z.b. einen Sleeve, brauche, steht noch nicht fest. Ich würde sehr gerne einfach so, ohne weitere OP weitermachen.
Das Magenband sowie den Port durfte ich behalten :)
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Vor mehr als 4 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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