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Erfahrungsbericht: Der weg durch die Chemozyklen
- Was ist zuerst passiert?
- Diagnose Hodenkrebs
- Wann ist es passiert?
- Op, Chemo...
- Was ist sonst passiert?
- viele viele KH-aufenthalte
- Wie endete es?
- ich bin gesund!
Nach meiner Ärztemarathon und der Diagnose Hodenkrebs, wurde ich gleich am nächsten Morgen operiert.
Ich hatte keine Zeit, das alles zu verarbeiten - vielleicht war das aber gut, ich war so geshockt dass ich nicht realisiert habe in welcher lebensbedrohlichen Lage ich mich befinde.
Die operative Entfernung des linken Hodens erfolgte bei einem Spezialisten, er schnitt direkt in den Hodensack und entfernte den Hoden.
Der histologische Befund des Pathologen lautete: Tumordurchmesser mit 4,5 cm.
Meine Tumorformel lautete pT2 N3 M1 G3, das bedeutet, dass der Tumor mehr als 2 cm und weniger als 5 cm Ausdehnung hat, es Metastasen in Lymphknoten, die mehr als 6 cm Ausdehnung haben, es Fernmetastasen gibt und dass er schlecht differenziert ist.
Daher hatte mein Hodentumor einen hohen Malignitätsgrad, also ist sehr bösartig gewesen
Gleich einen Tag nach der Op, bekam ich schon den ersten Zyklus der Chemotherapie, die sich aus der Kombination von Zytostatika Cisplatin, Etoposid und Ifosfamid zusammensetzte.
Bei diesem Zyklus der Chemotherapie ging es mir richtig miserabel. Ich konnte nichts mehr wirklich essen und ansonsten musste ich mich ständig übergeben. Es zehrte sehr an meinen Nerven, ich war total am Ende. Nach 4 Wochen auf Station, durfte ich das erste mal nachhause. Mir ging es beschissen, aber ich war froh zuhause sein zu dürfen!
Einige Tage nach dem ich Zuhause war kam der Appetit wieder und ich aß und nahm auch wieder etwas zu!
Bald kam dann der Haarausfall, der mich eine Zeit lang sehr beschäftigt hatte. Ihr denkt jetzt sicher, der spinnt doch! Der soll froh sein, dass er lebt! Aber ich hatte immer volles Haar udn war stolz darauf, und nun fielen sie büschelweise aus. Um das nicht mehr mitansehen zu müssen rasierte ich sie schweren Herzens ab.
Einige Tage später musste ich wieder in die Klinik, für den zweiten Zyklus der Chemo. Vorher wurde überprüft wie der erste angeschlagen hatte! Ich wurde geröngt und der Unterbuch wurde mit dem Ultraschall gecheckt. Bei beiden Untersuchungen wurde nichts gefunden!
War das ein erster Erfolg? Die Ärzte meinten ich wäre auf dem Weg der Besserung! Ich konnte es nciht glauben, das ging alles so schnell... ich war total freudig erregt
Beim Zyklus 2-4 bekam ich die Medikamente isplatin, Etoposid und Bleomycin. Diese Zyklen vertrug ich weit aus besser als den ersten, ich musste mich kaum noch übergeben, und legte weiter an Gewicht zu.
Leider war ich nach dem vierten Zyklus Chemo noch nicht ganz Metastasenfrei. Es wurden noch Reste in Leber und Lunge gefunden. Ich konnte nicht fassen dass es noch Reste gab, obwohl ich schon vier Zyklen der chemo durchlaufen hatte...
Es wurde mir eine Hochdosischemotherapie vorgeschlagen, dazu musste ich aber in eine super sterile Station verlegt werden. Durch diese Art von Chemo gehen die Blutwerte gegen Null, jede kleine Infektion hätte für mich den Tod bedeuten können. Ich musste tief schlucken als mir dies offenbart wurde, und dass ich ansonsten nicht wirklich eine Alternative hatte.
Ich bekam auf dieser Station einen weiteren Zyklus normaler Chemotherapie, Im Anschluss wurde eine Stammzellsammlung durchgeführt, damit nach der Hochdosischemo die Bildung von Blutzellen beschleunigt wird.
Wie zu erwarten war der erste Durchgang der hochdosierten Chemo richtig übel. Ich konnte nichts mehr zu mir nehmen und musste mich ständig übergeben. So schlecht wie da, hab ich mich in meinem gesamtem Leben noch nie gefühlt, das denk ich lag sicher auch an meinen ultra schlechten Blutwerten.
Nach der Stammzell gabe bekamm ich fürchterliches Fieber udn fühlte mich noch abgeschlagener als sowieso schon, und war fast 6 Wochen dadurch im Krankenhaus
Was richtig an mir zehrte war aber dass ich so isoliert in meinem Zimmer lag, ich durfte ja nicht mit irgendwelchen krankmachenden Sachen in Kontakt kommen, da ich ja so gut wie kein Immunsystem hatte
Beim zweiten Druchgang war es dann schon besser, ich vertrug vorallem die Stammzellen besser, ich hatte nur zwei Tage erhöhte Temperatur, und wurde so viel schneller als beim ersten Durchgang aus dem KH entlassen...
Nach dem ich alle Zyklen der Hochdosischemo durchlaufen hatte wurde ich untersucht ob es noch Krebszellen gibt. Ich musste so viele Untersuchungen über mich ergehen lassen, dass ich 3 Tage lang hintereinander Termine hatt! Die erleichternde Nachricht kam am dritten Tag, von meinem behandeldem Arzt. Es konnten keinerlei aktiven Krebszellen gefunden werden!!!!
Mittlerweile sind 9 Jahre nach der Diagnose vergangen, und in den Nachuntersuchungen hat man bis jetzt immer noch keine aktiven Krebszellen finden können - das heißt ich bin gesund!!!
Ich bin so dankbar, dass ich noch eine Chance habe im Leben.
Meine Einstellungen zum Leben, und was ich auch vom Leben erwarte hat sich so geändert. Ich habe nun eine viel positivere Eisntellung und hab so viele Dinge vor im Leben und schiebe sie nicht mehr wie früher auf die lange bank!
Nach diesen ganzen Prozeduren, war ich oft am kämpfen mit mir selbst, und ob ich das weiter durchstehen kann und möchte! Meine Freundin hat mir in dieser schweren Zeit sehr viel Kraft gegeben, ich glaube ohne sie hätte ich das nicht geschafft!
Gleich das erste was ich nach meiner Genesung anpackte war meiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen, und sie hat ja gesagt...
Stichworte (Tags): Erfahungsbericht Hodenkrebs, hodenkrebs, Hodenkrebstherapie
Vor mehr als 3 Jahren erstellt, letzte Aktualisierung vor etwa 1 Jahr
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